19.06.2008 · Der europäische EADS-Konzern will sich auch nach dem Protest des Wettbewerbers Boeing vor dem amerikanischen Rechnungshof den Auftrag der Luftwaffe nicht so schnell aus der Hand nehmen lassen. An einer neuen Ausschreibung wolle sich EADS wieder beteiligen, sagte EADS-Chef Gallois.
Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will sich auch nach dem Protest des Wettbewerbers Boeing vor dem amerikanischen Rechnungshof den milliardenschweren Auftrag der amerikanischen Luftwaffe für Tankflugzeuge nicht so schnell aus der Hand nehmen lassen. An einer neuen Ausschreibung wolle sich EADS wieder beteiligen, sagte EADS-Chef Gallois.
„Wenn es eine neue Ausschreibung gibt, werden wir uns daran beteiligen“, sagte EADS-Chef Louis Gallois der Zeitung „La Tribune“. Er sei von der Qualität des Angebots von EADS und seinem amerikanischen Partner Northrop Grumman überzeugt, fügte er hinzu.
Rivalen gehen in eine neue Runde
Der unterlegene amerikanische Wettbewerber Boeing hatte am Mittwoch überraschend mit seinem Protest vor dem amerikanischen Rechnungshof gesiegt. Die Kontrollbehörde unterstützt den Einspruch Boeings und empfiehlt der amerikanischen Luftwaffe, das Verfahren für den Auftrag im Wert von fast 40 Milliarden Dollar abermals zu beginnen.
Bei der Vergabe des Tankerauftrags sei eine Reihe schwerer Fehler begangen worden, hieß es. In einer nichtbindenden Empfehlung schlug sie ein neues Verfahren vor und forderte die Air Force auf, neue Gebote einzuholen. Der traditionell heftige Streit beider Rivalen mit stets auch politischen Dimensionen geht damit in eine neue Runde.
Fast 50 Jahre ein Monopol von Boeing
Das Pentagon hatte EADS und seinem amerikanischen Partner Northrop Grumman im Frühjahr überraschend den Zuschlag für die Lieferung von 179 Tankern erteilt. Es handelt sich um einen der bislang größten Aufträge der Luftwaffe mit einem Volumen von 35 Milliarden Dollar (knapp 23 Milliarden Euro) und der Aussicht auf mögliche Folgeaufträge. Mit den verbundenen Serviceleistungen wäre der Auftrag knapp 100 Milliarden Dollar wert. Boeing hatte seit fast 50 Jahren ein Monopol auf die Ausrüstung der Air Force.
EADS würde sich durch den Auftrag den lange erhofften Zugang zum größten Rüstungsmarkt der Welt verschaffen. In einer Stellungnahme vom Mittwochabend hieß es, man sei über die Entscheidung des Rechnungshofes „enttäuscht“. Allerdings kommt der Empfehlung, das Verfahren neu aufzurollen, nicht vollkommen überraschend. Schon kurz nach der Vergabe an ein europäisches Unternehmen - zumal im amerikanischen Wahlkampf - gab es heftige Proteste von amerikanischer Seite.
Neben Gallois zeigte sich auch der französische Arbeitsminister Xavier Bertrand optimistisch, das EADS aus einer neuen Ausschreibung als Sieger hervorgehen könnte. „Ich glaube an die Trümpfe des Konzerns“, sagte er dem Sender LCI. Wenn der Tanker der Europäer bei der ersten Prüfung der bessere war, werde er sich auch in einem zweiten Wettbewerb durchsetzen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.796,56 | +1,02% |
| FAZ-INDEX | 1.516,66 | +1,05% |
| TecDAX | 778,84 | +0,64% |
| MDAX | 10.356,40 | +1,00% |
| SDAX | 5.046,03 | +0,44% |
| REX | 421,66 | −0,02% |
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| F.A.Z. EURO INDEX | 81,01 | +0,93% |
| Dow Jones | 12.878,30 | +0,03% |
| Nasdaq 100 | 2.575,24 | +0,22% |
| S&P500 | 1.350,50 | −0,09% |
| Nikkei225 | 9.260,34 | +2,30% |
| EUR/USD | 1,3159 | +0,26% |
| Rohöl Brent Crude | 117,97 $ | +0,37% |
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| Bund Future | 138,44 € | −0,06% |