Home
http://www.faz.net/-gqi-75co1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Milliarden-Schadenersatz Dem Chiphersteller Marvell droht hartes Patenturteil

Es könnte eines der härtesten Patenturteile in Amerika werden: Der Chiphersteller Marvell soll nach Meinung einer Jury 1,17 Milliarden Dollar wegen Diebstahls geistigen Eigentums zahlen. Das ist fast das Doppelte des Jahresgewinns des Unternehmens.

© dpa Vergrößern Streit über die Chips: In den Vereinigten Staaten kündigt sich eines der härtesten Patenturteile aller Zeiten an.

In den Vereinigten Staaten droht einem Chiphersteller eines der härtesten Patenturteile in der Geschichte des Landes: 1,17 Milliarden Dollar soll die Firma Marvell Technology wegen Diebstahls geistigen Eigentums an Schadenersatz zahlen, entschied die Jury eines Bezirksgerichts.

Die Richterin könnte die Summe in ihrem noch ausstehenden Urteil sogar verdreifachen, denn die Jury stellte eine absichtliche Patentverletzung fest. In diesem Fall müsste das Unternehmen eine Zahlung schultern, die nahe an seinem Börsenwert von knapp vier Milliarden Dollar liegt. Der Umsatz des Unternehmens lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 2,95 Milliarden Dollar. Der Kurs der Marvell-Aktie brach um mehr als zehn Prozent ein.

Von einer Universität entwickelte Technologien verwendet

Klägerin ist die Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Sie wirft Marvell vor, ohne Lizenzen Technologien verwendet zu haben, die von der Universität entwickelt wurden. Das auf den Bermudas ansässige Unternehmen verkaufte demnach Milliarden von Chips auf Basis der Patente. Mit diesen Halbleitern können Festplattenlaufwerke Daten auf Magnetdisketten lesen.

Die Universität zeigte sich zufrieden mit dem Jury-Spruch. „Der Schutz der Erfindungen unserer Fakultät und unserer Studenten ist sehr wichtig für uns“, hieß es in einer Erklärung. Marvell hat für den Fall einer Verurteilung bereits Berufung angekündigt. Die Firma argumentiert, im guten Glauben gehandelt zu haben, und bezeichnet die Patente als ungültig. Ein Urteil des Gerichts ist nicht vor dem Frühjahr zu erwarten. Gerichtsunterlagen zufolge ist für den 1. Mai eine Anhörung geplant.

In den Vereinigten Staaten gab es zuletzt schon einmal Schlagzeilen wegen einer Milliarden-Patentstrafe – allerdings ging es um weitaus bekanntere Unternehmen: Im August hatten kalifornische Geschworene Apple eine Zahlung von 1,05 Milliarden Dollar von Samsung wegen Patentverletzungen zugesprochen. Die endgültige Summe ist vom Gericht immer noch nicht festgesetzt worden. Samsung will sie drastisch reduzieren lassen, Apple fordert eine Erhöhung, weil die Geschworenen auch in diesem Fall eine bewusste Patentverletzung feststellten.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters, DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Apple Markenschutz ohne Sinn

Über Fragen des Markenrechts wird gerne gestritten. Nun erreicht der Patentschutz eine neue Dimension. Apple darf seine Läden als Marke schützen lassen. Doch was soll das bringen? Mehr

22.07.2014, 17:22 Uhr | Wirtschaft
Sundar Pichai Googles Geheimwaffe

Ein Inder hat sich in den inneren Machtzirkel von Google gearbeitet. Bei Smartphones und Tabletcomputern macht ihm keiner etwas vor. Mehr

26.07.2014, 18:05 Uhr | Wirtschaft
Pharmabranche Im Eiltempo zum Milliardär

Mauro Ajani hat mit Cosmo Pharmaceuticals einen Börsenstar geschaffen. Der Italiener stieg als Arzneimittelvertreter in die Branche ein - und ist mittlerweile ein Schweizer Milliardär. Mehr

19.07.2014, 09:05 Uhr | Finanzen

Das Heilig-Geist-Risiko

Von Leo Wieland, Lissabon

Portugal ist auf dem Weg der Besserung: Die Wirtschaft wächst und Investoren gewinnen langsam wieder Vertrauen. Noch aber ist das kleine Land nicht aus dem Schneider. Mehr 10 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr