11.05.2009 · Sieben Nato-Staaten, darunter Deutschland, gehören zu den Kunden: Mit EADS verhandeln sie über einfachere technische Anforderungen, damit der Militärtransporter A 400 M endlich einmal Form annehmen kann. Angeblich gibt es jetzt Fortschritte.
Die Gespräche über das aus dem Ruder gelaufene Airbus-Militärtransportflugzeug A400M machen Kreisen zufolge Fortschritte. Bei der Klärung der technischen Anforderungen für die Maschine gehe es bei den Verhandlungen zwischen EADS und den sieben europäischen Bezugsländern voran, erklärten mit den Gesprächen vertraute Personen am Montag. Die Vereinfachung der technischen Bedingungen gilt als eine der Hürden in den Verhandlungen über Europas größtes Militärprojekt.
Der A 400 M wird dringend für Einsätze wie in Afghanistan benötigt. Bei der Bundeswehr soll das Flugzeug die 40 Jahre alten Transalls ersetzen. Einige Abnehmerstaaten machen sich bereits Gedanken über Alternativen. Das 20 Milliarden Euro teure Projekt ist bereits einige Jahre verzögert. Als Hauptgrund gelten die riesigen Propellertriebwerke und die Antriebselektronik.
Erst im März hatte EADS deutlich darauf hingewiesen, dass im schlimmsten Fall 5,7 Milliarden Euro an die Kunden rückerstattet werden müssten, die bereits Anzahlungen geleistet haben. Hinzu kommen weitere Aufwendungen für Entwicklung, Bau von Gebäuden und vieles mehr, die verkraftet werden müssten. Die sieben Nato-Staaten - darunter Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien - hätten als Erstkunden das Recht, den Vertrag zur Lieferung von 180 Transportern zum Festpreis von 20 Milliarden Euro zu kündigen.
Louis Gallois, Vorstandsvorsitzender von EADS, rechnete offizielle nicht damit. Die Kündigung sei sehr unwahrscheinlich, denn alle Kunden müssten dies im Konsens beschließen. Doch können die Abnehmer einzelne Flugzeuge abbestellen, sollten diese erheblich später ausgeliefert werden. Ursprünglich war die Auslieferung der ersten Militärstransporter der Marke Airbus für dieses Jahr geplant.
Noch immer aber ist unklar, ob der Erstflug des A 400 M überhaupt in diesem Jahr erfolgen wird. Zu groß sind die Probleme mit den anspruchsvollen Propellertriebwerken, die eigens von einem Konsortium entwickelt werden. Frühestens drei Jahre nach Erstflug würden die Auslieferungen beginnen. Erinnerungen an das abgespeckte Militärkampfflugzeug Eurofighter werden wach (Der politische A 400 M)
Bislang hat das A-400-M-Programm EADS mit 2,1 Milliarden Euro belastet. Allein im vergangenen Jahr fielen 704 Millionen Euro an. Dennoch hat der Luft- und Raumfahrtkonzern für 2008 über Erwarten gute Zahlen präsentiert, nachdem im Vorjahr die Verzögerungen beim Großraumflugzeug A380 das Ergebnis verhagelt hatte. Dieses Jahr wird es eine Fülle von Belastungsfaktoren geben. So steigen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen um mehr als 10 Prozent auf 3 Milliarden Euro, bedingt etwa durch den Hochlauf für den neuen „ A350“-Jet. Die Preise stehen unter Druck. Kostensenkungen fangen die Belastungen kaum auf.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.372,19 | −1,58% |
| Dow Jones | 12.450,70 | −1,03% |
| EUR/USD | 1,2402 | −0,69% |
| Rohöl Brent Crude | 103,95 $ | −2,71% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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