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Militärausgaben : Die Rüstungsindustrie schrumpft

Der Eurofighter wird zum Ladenhüter Bild: obs

Weil die Staaten sparen müssen, kürzen sie ihre Militärausgaben. Die Geschäfte der Waffenhersteller in Europa und Amerika laufen schlecht. Nur die russischen Hersteller erleben einen Aufschwung.

           Im Jahr 2012 verbuchten die hundert größten Rüstungskonzerne der Welt insgesamt einen realen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent auf 395 Milliarden Dollar (290 Milliarden Euro). Das zeigt die jährliche Berechnung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri), die am Freitag auf der Sicherheitskonferenz in München veröffentlicht wurde. Schon 2011 waren die Erlöse der großen Militärausrüster laut Sipri um 6,6 Prozent gefallen. Vor allem in den Vereinigten Staaten und in Europa ist die Branche geschrumpft, weil die Regierungen sparen müssen und deshalb auch ihre Militärbudgets kürzen. Zuvor ist die Waffenindustrie vor allem wegen der Kriege im Irak und Afghanistan stark gewachsen – seit 2003 um rund 30 Prozent. 

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          In Russland erlebt die Rüstungswirtschaft dagegen einen neuen Aufschwung. „Die russische Waffenbranche erhebt sich allmählich wieder aus den Ruinen der Sowjet-Industrie“, sagte der Sipri-Rüstungsexperte Sam Perlo-Freeman. Nach Berechnung des Friedensforschungsinstituts legten die Erlöse russischer Hersteller um 28 Prozent zu. Neben einem weiter starken Exportgeschäft profitierten die Waffenschmieden in Russland von der Aufrüstung im eigenen Land.

          Lockheed Martin liegt auf Platz 1 der Rüstungskonzerne mit 36 Milliarden Dollar Umsatz in 2012

          Doch in Europa hat die Branche zu kämpfen. Der größte deutsche Rüstungshersteller Rheinmetall ist vergangenes Jahr in die Verlustzone geraten und hat ein Sparprogramm aufgelegt. Das Unternehmen aus Düsseldorf liefert zum Beispiel die Kanonen für den Kampfpanzer Leopard 2. Auch der europäische Luftfahrtkonzern Airbus, der bis vor kurzem als EADS firmiert hat, kündigte im Dezember an, 6000 Arbeitsplätze in seinem Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft zu streichen. Airbus ist unter anderem am Bau des Kampfjets Eurofighter beteiligt und fertigt das Militärtransportflugzeug A400M.

          Der größte europäische Rüstungskonzern, das britische Unternehmen BAE Systems, leidet ebenfalls unter der Absatzflaute und hat im November den Abbau von weiteren knapp 1800 Arbeitsplätzen in seinen Werften angekündigt. Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatten Airbus und BAE Systems 2012 eine Fusion geplant, die jedoch vor allem am politischen Widerstand von der Bundesregierung in Berlin gescheitert ist.

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