Der amerikanische Microsoft-Konzern will sein umsatz- und gewinnstärkstes Produkt, die Bürosoftware Office, in das Zeitalter des „Cloud Computing“ bringen – und damit Offensiven seines Wettbewerbers Google abwehren. Vorstandsvorsitzender Steve Ballmer stellte am Montag in San Francisco die nächste Generation von Office vor. Die Neuauflage sei die erste Version, die von Anfang an als Cloud-Angebot konzipiert habe, sagte Ballmer.
Office-Bausteine wie Word für Textverarbeitung, Excel für Tabellenkalkulation oder Powerpoint für Präsentationen sollen künftig verstärkt über das Internet oder die „Cloud“ genutzt werden. Einen Schritt in diese Richtung ging Microsoft bereits im vergangenen Jahr mit der internetbasierten Variante „Office 365“.
Die kommende Office-Version soll außerdem verstärkt auf Tabletcomputern genutzt werden und erlaubt das Arbeiten nicht nur mit regulärer Tastatur, sondern auch durch Berühren des Bildschirms (Touchscreen) – ähnlich wie auch die im Herbst kommende Neuauflage des Betriebssystems Windows.
In das kommende Office wird Microsoft außerdem Funktionen einiger seiner Akquisitionen aus jüngster Zeit wie des Geschäftsnetzwerks Yammer oder des Internettelefondienstes Skype integrieren. Die Sparte mit Office brachte Microsoft in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/2012 (30. Juni) einen Umsatz von 17,7 Milliarden Dollar ein – oder fast ein Drittel des Konzernumsatzes. Zum operativen Gewinn trägt die Sparte sogar mehr als die Hälfte bei.
Das Mysterium der "Wolke" ist verpufft
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 16.07.2012, 22:52 Uhr
