Der Softwarekonzern Microsoft hat den offiziellen Startschuss für eine seiner wichtigsten und auch riskantesten Produkteinführungen seit Jahren gegeben. Vorstandsvorsitzender Steve Ballmer stellt in New York Windows 8 vor, die Neuauflage seines dominierenden Betriebssystems für Personalcomputer. Es ist ein Versuch, sich auf den rapiden Wandel in der Branche einzustellen.
Die Konkurrenz mobiler Geräte wie Tabletcomputer und Smartphones setzt dem traditionellen PC-Revier von Microsoft mit Laptops und Desktop-Computern zu. Microsoft hat daher Windows 8 für den Einsatz sowohl auf PCs als auch auf Tablets konzipiert. Zusätzlich bringt der Konzern auch sein erstes eigenes Tablet namens Surface heraus, das es mit dem iPad von Apple aufnehmen soll.
Das Handy gibt die Richtung vor
Ballmer nannte Windows 8 den „Anfang einer neuen Ära bei Microsoft“. Der Konzern hat das Betriebssystem der radikalsten Überarbeitung seit 17 Jahren unterzogen. Damals erschien Windows 95 und etablierte die zum Standard gewordene grafische Benutzeroberfläche auf Windows-PCs. Für die Neuauflage orientierte sich Microsoft an seiner Handysoftware Windows Phone.
Übernommen wurden deren Oberfläche mit bunten Kacheln. Diese Kacheln stehen jeweils für bestimmte Programme und Funktionen. Sie aktualisieren sich fortlaufend, etwa dann, wenn neue E-Mails hereinkommen. Die Software erlaubt die Bedienung sowohl mit Berühren des Bildschirms (Touchscreen) als auch mit Tastatur und Maus.
Kacheloberfläche
Microsoft hat sich allerdings nicht völlig vom alten Erscheinungsbild verabschiedet. Vielmehr lässt Windows 8 das Hin- und Herwechseln zwischen der neuen Kacheloberfläche und dem gewohnten Desktop-Modus zu. Letzterer ist auch für die Bedienung mit Tastatur und Maus konzipiert, wobei der Nutzer sich auch hier auf Veränderungen einstellen muss. So fehlt zum Beispiel das gewohnte Startmenü.
Um den Kunden das neue Betriebssystem rasch schmackhaft zu machen und sie möglichst schnell zu einem Umstieg zu bewegen, bietet Microsoft spezielle Einführungsangebote in den kommenden drei Monaten an. Bis zum 31. Januar ist die „Profi“-Version Windows 8 Pro bereits zu einem Preis von 29,99 Euro an erhältlich. Dabei müssen Interessierte das System aus dem Internet herunterladen.
Ab Februar wird Windows teurer
Im stationären Handel ist Windows 8 Pro für 59,99 Euro zu haben. Vom 1. Februar an werden sämtliche neuen Windows-Varianten deutlich teurer. Die normale Windows-Version schlägt dann mit 119,99 Euro zu Buche, für die Pro-Version werden 279,99 Euro fällig. Wer Windows 8 im kommenden Jahr online beziehen will, muss ebenfalls 119,99 Euro bezahlen.
In all diesen Fällen handelt es sich um Upgradeprogramme, die Windows XP, Vista oder 7 voraussetzen. Der Elektronikhandel hofft, dass das neue Betriebssystem viele Kunden gleich zum Erwerb eines neuen Computers animiert. Windows-8-Endgeräte gibt es alleine in Deutschland in mehr als 1500 Fachhandelsgeschäften zu kaufen. „Ich bin überzeugt davon, dass Windows 8 im deutschen Markt sehr gut aufgenommen wird“, sagte der neue Microsoft-Deutschland-Geschäftsführer Christian Illek.
Nach seinen Angaben stehen bis zum Jahresende mehr als 100 Geräte – von Tablets über Notebooks bis zu All-in-one-PCs – mit dem neuen Betriebssystem zur Verfügung. Zu den Windows-8-Hardwareproduzenten gehören Acer, Asus, Dell, HP, Lenovo, Samsung, Sony und Toshiba.
Zu Weihnachten soll das Geschäft brummen
Microsoft hat den Handel und vor allem die großen Elektronikmarktketten in Deutschland schon im Vorfeld auf Windows 8 eingestimmt. 3000 Verkäufer wurden im Rahmen einer Trainings-Roadshow geschult. Der Handel zeige sich „euphorisch“ zum Start, hieß es. „Damit werden wir pünktlich zum Weihnachtsgeschäft die Hard- und Softwareverkäufe in Deutschland deutlich ankurbeln“, sagte Gustavo Möller-Hergt, Vorstandsvorsitzender des Großhändlers Also-Actebis.
In mehr als 130 Märkten der Ketten Media-Markt, Saturn und Expert finden bis zum 17. November sogenannte „Device Days“ statt, also Werbeveranstaltungen.
Zweite Version für Tablets
Surface kostet ähnlich viel wie iPad
Windows 8 kann man getrost vergessen - eine einfache und funktionale
Sprachsteuerung muss her :)
Friedhelm van Aal (vanAal)
- 27.10.2012, 11:47 Uhr
Wettbewerb ist gut... aufstehen!
Giovanni Biagini (G.Biagini)
- 26.10.2012, 20:54 Uhr
Schon gescheitert
Jürgen Meier (jm0001)
- 26.10.2012, 20:16 Uhr
Endlich echte Innovation!
Jakob Gabriel (Klaus-Fritz)
- 26.10.2012, 19:29 Uhr
Angriff auf die Nutzer
Philipp Laurisch (FSMMITUNS)
- 26.10.2012, 13:24 Uhr
