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Microsoft Ballmer bekräftigt Interesse an Yahoo

24.04.2009 ·  Der Software-Riese Microsoft beklagt erstmals in seiner Geschichte als Aktiengesellschaft in einem Quartal einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn ging um fast ein Drittel zurück.

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Die Krise auf dem Computer-Markt zwingt Microsoft immer tiefer in die Knie: Erstmals seit dem Börsengang vor 23 Jahren musste der Softwaregigant im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Umsatzrückgang hinnehmen. Zudem brach der Gewinn im dritten Geschäftsquartal um 32 Prozent ein, wie der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss bekanntgab.

Während andere Branchengrößen wie Intel sich optimistisch für die Zukunft zeigen, sieht Microsoft noch keine Trendwende in der Krise. „Ich habe keine Verbesserung am Ende des Quartals sehen können, die mich ermutigt zu sagen, dass die Talsohle erreicht ist und wir uns wieder nach oben bewegen“, sagte Finanzvorstand Chris Liddell. Microsoft werde sich nur langsam und schrittweise erholen, da die Schwäche auf dem PC-Markt noch mindestens ein Quartal anhalten werde.

Partnerschaft statt Übernahme

Nicht nur deshalb bekräftigte Microsoft-Chef Steve Ballmer das Interesse an einer Partnerschaft mit Yahoo. „Ich habe oft gesagt, dass wir nicht länger an einer Übernahme von Yahoo interessiert sind, aber wir sähen Potenzial, in einer Partnerschaft mit Yahoo Mehrwert zu schaffen“, sagte Ballmer am Freitag auf einer Konferenz in Köln. „Ich habe oft gesagt, wenn die Zeit reif ist, dann werden wir sicher solche Diskussionen führen, und ich habe mehrfach gesagt, ich werde Ihnen nicht sagen, wann die Zeit gekommen ist.“ Yahoo hatte im vergangenen Jahr ein Microsoft-Übernahmeangebot über knapp 50 Milliarden Dollar abgelehnt.

Im abgelaufenen Vierteljahr sank der Umsatz um sechs Prozent auf 13,65 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel auf 2,98 Milliarden Dollar nach 4,39 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Ohne die Kosten für die jüngste Entlassungswelle und Wertverluste bei Investitionen lag der Gewinn pro Aktie mit 39 Cent aber im Rahmen der Markterwartungen.

Beobachter loben Sparkurs

Nach den starken Zahlen von Apple und Google wurde daher zunächst auch das Microsoft-Ergebnis positiv aufgenommen. Die Aktie stieg nachbörslich um drei Prozent auf 19,48 Dollar. Überzeugen konnte der Konzern viele Analysten mit seinem eingeschlagenen Sparkurs. „Es ist gut zu sehen, dass sie ihre Kosten unter Kontrolle haben, denn das ist etwas, was in ihrer Einflusssphäre liegt. An der Nachfrage können sie dagegen nicht viel ändern“, sagte Kim Caughey von Fort Pitt Capital. Microsoft kündigte an, bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni die Ausgaben um eine weitere halbe Milliarde Dollar zu senken. Die Stimmung hob auch die Mitteilung, dass die Entwicklung des Betriebssystems „Windows 7“ planmäßig verlaufe und im kommenden Geschäftsjahr auf den Markt kommen könnte.

Microsoft streicht derzeit wegen der Wirtschaftskrise erstmals in seiner Geschichte weltweit rund 5.000 Stellen - etwa fünf Prozent aller Jobs im Konzern.

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Von Heike Göbel

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