http://www.faz.net/-gqe-74qop
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 01.12.2012, 11:18 Uhr

Mexiko Yahoo droht Milliarden-Zahlung

Das Internet-Urgestein Yahoo hat ein milliardenschweres Problem in Mexiko. Im Streit um einen Gelbe-Seiten-Dienst spricht ein Gericht klagenden Yahoo-Partnern 2,7 Milliarden Dollar zu. Der amerikanische Konzern will sich wehren.

© dpa „Yahoo ist der Überzeugung, dass die Vorwürfe der Kläger unbegründet sind“

Schock für Yahoo: Der Internet-Konzern wurde in Mexiko zu einer Zahlung von 2,7 Milliarden US-Dollar (2,1 Mrd Euro) verurteilt. Es sei noch keine endgültige Entscheidung und Yahoo werde entschieden dagegen ankämpfen, teilte der Internet-Pionier am Freitag nach amerikanischem Börsenschluss mit. Der knappen Yahoo-Mitteilung zufolge geht es um einen Gelbe-Seiten-Service, bei dem die Firmen Worldwide Directories und Ideas Interactivas den Amerikanern und ihrer mexikanischen Tochtergesellschaft Vertragsbruch vorwerfen und Anspruch auf entgangene Gewinne erheben.

„Yahoo ist der Überzeugung, dass die Vorwürfe der Kläger unbegründet sind“, teilte das Unternehmen mit. Das Urteil wurde von einem Gericht in Mexiko-Stadt verhängt. Die 2,7 Milliarden Dollar wären eine gewaltige Belastung für Yahoo. Zuletzt hatte das Unternehmen dank dem Verkauf eines Anteils an der chinesischen Handelsplattform Alibaba immerhin 8,4 Milliarden Dollar schnell greifbar - vor einem Jahr wäre nicht einmal genug Geld in der Kasse gewesen.

Mehr zum Thema

Der Umsatz von Yahoo liegt nur bei rund 1,2 Milliarden Dollar pro Quartal. Das ganze Unternehmen war an der Börse 22,2 Milliarden Dollar wert. Die verhängte Zahlung sei wahrscheinlich höher als die gesamten bisherigen Erlöse mit Online-Werbung in Mexiko, sagte Branchenanalyst Brian Wieser der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Er halte es für unwahrscheinlich, dass die Summe bestehen bleibe. Yahoo machte keine näheren Angaben zu dem Streit.

Das amerikanische Blog „TechCrunch“ fand zumindest einen mexikanischen Bericht von April 2003, in dem die Rede von einer Kooperation mit Ideas Interactivas ist. Demnach wollten die Partner ein Online-Adressverzeichnis mit einer Druckausgabe ergänzen, die auch Karten und Angebote enthielt. Auf eine erste Auflage von 800.000 Exemplaren sollten weitere 1,7 Millionen folgen, heißt es unter Berufung auf eine Mitteilung der mexikanischen Yahoo-Tochter.

Marissa Mayer © dpa Vergrößern Eine Milliarden-Zahlung wäre auch ein schwerer Rückschlag für die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Eine Milliarden-Zahlung wäre auch ein schwerer Rückschlag für die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer, die gerade versucht, das Geschäft des Internet-Urgesteins wieder in Schwung zu bringen. Yahoo kämpft schon seit Jahren gegen eine Schwäche bei Online-Werbung an. Mehrere Chefs konnten das Steuer nicht herumreißen. Die 37-jährige  Mayer, die von Konkurrenten Google kam und im Oktober ihr erstes Kind bekam, räumt derzeit mit Altlasten auf und stellte ein neues Management-Team zusammen, um die Werbeerlöse wieder zu steigern.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Datenleck in Staatswerft Frankreich ermittelt wegen geheimer U-Boot-Daten

Ein französischer Konzern bekam den weltgrößten Auftrag für U-Boote in Australien. Nun sind sensible Daten über Baupläne im Netz aufgetaucht. Die französischen Behörden schalten sich ein. Mehr Von Christian Schubert und Christoph Hein

24.08.2016, 12:08 Uhr | Wirtschaft
Marine in Mexiko Schnellboot mit Hunderten Kilo Kokain beschlagnahmt

Die mexikanische Marine hat ein Schnellboot voller Drogen beschlagnahmt. Das Boot hatte mehr als 800 Kilogramm Kokain geladen. Mehr

23.08.2016, 08:35 Uhr | Gesellschaft
Musik-Streamingdienst Amazon gegen Apple und Spotify

Der größte Internet-Händler bietet wohl schon bald einen Musik-Streamingdienst an. Wer ihn kaufen will, braucht aber etwas ganz bestimmtes. Mehr

23.08.2016, 07:59 Uhr | Wirtschaft
Luxusviertel von Lahore Escort-Girls setzen Pakistans ältestem Rotlichtviertel zu

Im ältesten Rotlichtviertel Pakistans wandelt sich das älteste Gewerbe der Welt. Mit der Ausbreitung des Internets ist auch die Zahl von Escort-Girls gewachsen. Sie haben ihre Kunden vor allem in den Luxusvierteln von Lahore. Mehr

24.08.2016, 15:19 Uhr | Gesellschaft
Für die Stiftung Mark Zuckerberg verkauft Facebook-Aktien

Mark Zuckerberg hat anlässlich der Geburt seiner Tochter angekündigt, fast seine gesamten Anteile an Facebook an wohltätige Zwecke geben zu wollen. Nun machte er den ersten Schritt. Mehr Von Roland Lindner, New York

22.08.2016, 17:04 Uhr | Finanzen

Für den Steuerzahler

Von Kerstin Schwenn, Berlin

In Zeiten steigender Haushaltsüberschüsse sollte in Berlin das Bewusstsein dafür reifen, dass dieses Geld großenteils dem Steuerzahler gebührt. Die Leistungsträger haben das verdient. Mehr 1 1

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Türkeikrise bremst Fusionen und Übernahmen

Die Krise in der Türkei bestimmt weiter die Schlagzeilen. Aber was bedeutet sie für die Wirtschaft? Dazu gibt es jetzt eine erste Schätzung. Und die sieht ziemlich erschreckend aus. Mehr 0