Home
http://www.faz.net/-gqi-6ykjw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Metro AG Gewinneinbruch nach schwachem Weihnachtsgeschäft

 ·  Der neue Metro-Chef Koch muss erst mal einen Gewinneinbruch präsentieren. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft verhagelte die Bilanz 2011. Jetzt will der Konzern unter anderem mit Preissenkungen den Umsatz ankurbeln.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (1)
© dpa Vergrößern Zu wenig bewegt: Bei der Metro standen die Einkaufswagen zu oft still

Ein schwaches Weihnachtsgeschäft hat die Bilanz der Metro AG getrübt. Im wichtigen vierten Quartal brach der Konzerngewinn um ein Drittel auf 475 Millionen Euro ein, wie aus der am Dienstag veröffentlichen Bilanz hervorgeht. Im Gesamtjahr 2011 ging der Konzerngewinn in der Folge um um ein Fünftel auf 741 Millionen Euro zurück.

Die Staatsschuldenkrise in Europa, hohe Arbeitslosigkeit und Sparprogramme in vielen Ländern hätten zu einer Kaufzurückhaltung geführt. Zudem spielten ungünstige Währungseffekte und höhere Steuern beim Gewinnrückgang eine Rolle. Der Düsseldorfer Handelskonzern will unter anderem mit Preissenkungen seinen Umsatz wieder beflügeln. Im vergangenen Jahr waren die Konzernerlöse wie schon berichtet um 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro geschrumpft.

„Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich in vielen Ländern spürbar schlechter entwickelt“, erklärte der Olaf Koch, seit Anfang des Jahres Vorstandschef der Metro AG. Dennoch sei es gelungen, 2011 den um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn mit einem Rückgang von nur 1,8 Prozent auf 2,37 Milliarden Euro fast auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Die Dividende je Stammaktie soll daher unverändert bei 1,35 Euro bleiben.

Den von Kochs Amtsvorgänger Eckhard Cordes auf den Weg gebrachten Verkaufsprozess der Tochter Kaufhof hatte er nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt gestoppt.

Nach dem Sparprogramm „Shape“, das in diesem Jahr ausläuft und ebenfalls von Cordes initiiert worden war, will Koch nun den Fokus auf Umsatzwachstums legen. „Wir haben unsere Kostenziele mit ’Shape’ erreicht, sehen aber noch viel Potenzial bei der Produktivität“, erklärte Koch. Zur Metro gehören neben den gleichnamigen Großhandelsmärkten die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Warenhauskette Kaufhof. Der Konzern hat 281.000 Mitarbeiter.

Saveuse scheidet aus Vorstand aus

Zudem geht der Umbau des Vorstands weiter: Der für die Supermarktkette Real zuständige Vorstand Joel Saveuse scheidet zum Ende des Monats aus. Der 59jährige Franzose werde „im beiderseitigen Einvernehmen“ Ende März seine Ämter niederlegen.

Koch solle nun die Verantwortung auch für Real im Vorstand übernehmen. Saveuse war im vergangenen Jahr als neuer Metro-Chef gehandelt worden. Vor allem das Arbeitnehmerlager im Aufsichtsrat hatte sich für ihn stark gemacht. Der damalige Finanzchef Koch hatte sich dann aber durchsetzen können.

Anfang des Jahres wurde Koch Nachfolger von Eckhard Cordes als Metro-Chef. Saveuse hatte bei der Metro unter anderem das ehemalige Sorgenkind Real wieder auf Kurs gebracht. „Die Metro Group und insbesondere Real haben Herrn Saveuse viel zu verdanken“, erklärte Metro-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel.

  Weitersagen Kommentieren (3) Merken Drucken
Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)
Weitere Empfehlungen
Vor Sanktionen gegen Russland Völkerrecht geht vor Profit

Für Sanktionen gegen Russland ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Der Westen muss seinen Worte Taten folgen lassen. Und auch die deutsche Wirtschaft muss einsehen, dass Putin die friedenspolitische Rendite verspielt. Mehr

17.04.2014, 07:23 Uhr | Wirtschaft
In Deutschland Börsengänge kommen langsam ins Rollen

Wer in diesem Jahr Aktien von Börsenneulingen kaufen will, hat nicht viel Auswahl. Ein Unternehmen bereitet sich aber auf den Börsengang vor. Mehr

14.04.2014, 15:57 Uhr | Finanzen
Fondsbericht Nebenwerte machen unter den Deutschlandfonds das Rennen

Die Nebenwertefonds liegen unter den deutschlandweit anlegenden Aktienfonds vorne. Die DWS ist gleich fünfmal vertreten. Mehr

15.04.2014, 13:06 Uhr | Finanzen

20.03.2012, 09:14 Uhr

Weitersagen

Gegen die Gleichmacherei im Internet

Von Patrick Welter

In den Vereinigten Staaten könnte es bald bezahlte Überholspuren im Internet geben. Viele sind empört, aber was ist daran schlimm? Mehr 1 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --