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Mehr Eigenkapital : Großbanken müssen höhere Kapitalhürde nehmen

Mächtig und doch nur von Fachleuten beachtet: Der BIZ-Turm in Basel Bild: REUTERS

Die Regeln werden schärfer: Der Baseler Ausschuss beschließt einen Kapitalzuschlag von bis zu 2,5 Prozent. Das betrifft die Deutsche Bank und auch die Commerzbank.

          Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat am Wochenende für die systemrelevanten Großbanken Kapitalzuschläge von 1 bis 2,5 Prozent beschlossen. Von dieser zusätzlichen Anforderung, die über die schon verschärften Eigenkapitalregeln (Basel III) hinausgeht, ist in Deutschland vor allem die Deutsche Bank betroffen. Insgesamt sollen sich die Vorgaben auf bis zu 30 Großbanken beziehen, die aufgrund ihrer Bedeutung eine höhere Verlusttragfähigkeit als kleinere Institute aufweisen sollen. Der Baseler Ausschuss nimmt die Klassifizierung anhand von fünf Kriterien vor: der Größe einer Bank, ihrer Komplexität, Vernetzung, Ersetzbarkeit sowie ihrer globalen Reichweite. Zu diesem Kreis dürfte dann auch die Commerzbank zählen, die allerdings nicht den maximalen Zuschlag erfüllen muss.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Kapitalzuschläge für die Großbanken müssen noch von den G-20-Regierungen angenommen werden. Damit wollen die Bankaufseher künftig verhindern, dass Großbanken hohe Risiken in der Gewissheit eingehen, in einer Schieflage wegen ihrer Bedeutung vom Staat aufgefangen zu werden. Nach den Vorgaben des Baseler Ausschusses, dem die Notenbanken und Bankenaufseher aus 27 Ländern angehören und der bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel angesiedelt ist, müssen die systemrelevanten Institute die höhere Verlusttragfähigkeit vom Jahr 2019 an erfüllen. Mit dem Aufbau des Kapitalpuffers sollen sie 2016 beginnen. Von 2013 bis 2019 müssen alle Banken die Anforderungen aus Basel III umsetzen. Nach diesen Eigenkapitalregeln sollen sie eine harte Kernkapitalquote von 7 Prozent aufweisen. Diese Kennziffer setzt das belastbare Eigenkapital zu riskanten Vermögenswerten wie Krediten oder Wertpapieren ins Verhältnis. Der Ausschuss erkennt als hartes Kernkapital in Zukunft nur noch Stammkapital und Gewinnrücklagen an.

          Die Großbanken müssen den Kapitalaufschlag in diesen Komponenten erfüllen. Die Kapitalhürde für die Deutsche Bank liegt von 2019 an bei 9,5 Prozent. Ende März kam Deutschlands größte Bank auf 9,6 Prozent. Die Commerzbank als Nummer zwei wäre einschließlich der Kapitalerhöhung über 11 Milliarden Euro auf 9,7 Prozent gekommen.

          Höchste Hürde für mindestens acht Banken

          Einer weiteren Prüfung will der Baseler Ausschuss die Pflichtwandelanleihen unterziehen. Diese sogenannten „Coco-Bonds“ wurden deshalb noch nicht berücksichtigt, weil die Erfahrung mit diesen Schuldtiteln noch zu gering ist. Diese Bonds verwandeln sich in Eigenkapital, wenn bestimmte Kapitalquoten unterschritten werden. Offen ist die Frage, auf welche Akzeptanz diese riskanten Bankanleihen unter den Investoren stößt. Versicherer dürften wohl ausscheiden, weil sie aufsichtsrechtlich nur in einem begrenzten Umfang in eigenkapitalähnliche Instrumente investieren dürfen.

          Analysten erwarten, dass mindestens acht Banken von dem höchsten Kapitalzuschlag von 2,5 Prozent betroffen sein werden. Neben der Deutschen Bank dürften dazu jeweils drei Institute aus den Vereinigten Staaten - Bank of America, JP Morgan und Citigroup - und aus Großbritannien - Barclays, HSBC und Royal Bank of Scotland - sowie aus Frankreich BNP Paribas zählen. In der Stufe darunter wäre ein Aufschlag von 2 Prozent erforderlich. Hier sehen Analysten Goldman Sachs, Morgan Stanley und die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse. Die Hoffnung deutscher Banken und Aufseher, dass nationale Bankenabgaben auf die Zuschläge angerechnet werden, erfüllte sich nicht.

          In ihrem am Sonntag veröffentlichten Jahresbericht forderte die BIZ die Notenbanken zu Zinserhöhungen auf, um den Inflationsdruck einzudämmen, Risiken für die Finanzstabilität abzuwenden und die mühsam erworbene Glaubwürdigkeit der Zentralbanken im Hinblick auf die Inflationsbekämpfung zu bewahren.

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