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Mehdorn rudert zurück Ausnahmen für Senioren vom „Bedienzuschlag“

10.09.2008 ·  Ältere im Vorteil: Der umstrittene „Bedienzuschlag“ von 2,50 Euro wird für Senioren, die eine Bahn-Card besitzen nun doch nicht eingeführt. Für alle anderen bleiben nur die Alternativen Automat oder Internet. Mehdorn findet den Zuschlag eine „gerechte und angemessene Maßnahme“.

Von Kerstin Schwenn
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Nach den scharfen Protesten an dem geplanten „Bedienzuschlag“ für den Fahrscheinverkauf am Schalter rudert die Deutsche Bahn AG überraschend ein Stück zurück: Senioren sollen den vorgesehenen Ticketaufpreis von 2,50 Euro auch künftig nicht zahlen müssen, wenn sie am Schalter eine Bahncard vorlegen. Das kündigte der Bahn-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn vor Journalisten in Berlin an. Auch Behinderte sollen den umstrittenen „Bedienzuschlag“ nicht zahlen müssen.

Um den Erwerb einer Bahncard für ältere Kunden noch attraktiver zu machen, will die Bahn zum Fahrplanwechsel im Dezember zudem die neue Kategorie der Senioren-Bahncard 25 einführen, die einen Rabatt von 25 Prozent auf den Normalpreis gewährt. Der Preis für die neue Senioren-Bahncard steht noch nicht fest. Eine normale Bahncard 25 für die 2. Klasse kostet derzeit 55 Euro.

Mehdorn: „Eine gerechte und angemessene Maßnahme“

Im übrigen soll es jedoch bei dem Beschluss des Bahnvorstands bleiben, dass die Fahrkarte am Schalter 2,50 Euro mehr kostet als am Automaten oder im Internet. Mehdorn nannte den geplanten Zuschlag eine „gerechte und angemessene Maßnahme“. Die angekündigte Preiserhöhung um 3,9 Prozent zum Dezember nannte er „mehr als kommod“.

Er schloss nicht aus, dass die Bahn in einem Jahr wieder eine Preiserhöhung ankündigen werde. „Die Preise steigen überall, nur bei der Bahn schnappen alle nach Luft und tun so, als ob die Welt untergeht“, sagte Mehdorn. Anderswo in Europa sei Bahnfahren deutlich teurer als in Deutschland.

SPD fordert Rücknahme des Zuschlags

Derweil fordern SPD-Verkehrspolitiker aus Bund und Ländern von Mehdorn, den geplanten „Bedienzuschlag“ ganz zurückzunehmen. Auf einer Klausurtagung in Düsseldorf sprach der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer, von einem „gravierenden Fehler in der Außendarstellung“. Besser sei eine Bonus-Regelung, die etwa Automatennutzer mit einem Rabatt belohne.

Zuvor hatte schon der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) aufgefordert, den Ticketaufschlag der Bahn zu stoppen. Er kündigte an, die FDP werde das Verhalten der Bundesregierung in der Angelegenheit „parlamentarisch thematisieren“. Tiefensee lehnt das Ansinnen, in das Vorhaben der Bahn einzugreifen, bislang strikt ab.

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