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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Megafusion Frankfurt - New York Hürden auf dem Weg zur größten Börse

 ·  Die Deutsche und New Yorker Börse planen ihren Zusammenschluss und stoßen auf Wohlwollen an den Kapitalmärkten. Doch auf dem Weg zur größten Börse müssen sie viele rechtliche Hürden nehmen. Die New Yorker sticheln schon.

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Die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der New York Stock Exchange Euronext (Nyse Euronext) ist an den Kapitalmärkten auf Wohlwollen gestoßen. Der Aktienkurs der Deutschen Börse stieg am Donnerstag um rund 3 Prozent. Der Aktienkurs der Nyse Euronext war am Mittwochabend um 14 Prozent gestiegen, gab am Donnerstag jedoch leicht nach.

Die Konzerne hatten mitgeteilt, sich in fortgeschrittenen Fusionsgesprächen zu befinden. Am Donnerstag wurde kolportiert, spätestens Anfang der nächsten Woche sei mit einer endgültigen Einigung zu rechnen. Dem Vernehmen nach sind allerdings mehrere entscheidende Verhandlungspunkte noch offen, so dass das Vorhaben durchaus noch scheitern könne. Aber auch juristisch ist bislang einiges ungeklärt. Keineswegs als selbstverständlich gilt etwa die Zustimmung der Kartellbehörden, weil der Marktanteil der neuen Börse beträchtlich wäre. Im europäischen Terminhandel käme der Konzern auf einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Zuständig für die Genehmigung ist wegen der grenzüberschreitenden Dimension die EU-Kommission. Verhandlungskreise rechnen fest damit, dass die Brüsseler Wettbewerbshüter in eine vertiefte Prüfung („zweite Phase“) einsteigen werden.

Aber auch die staatliche Börsenaufsicht muss den Zusammenschluss genehmigen. Die Verantwortung dafür liegt beim hessischen Wirtschaftsministerium. Das Ministerium werde die Pläne im Interesse des Finanzplatzes sorgfältig prüfen, sobald ein Antrag vorliege, hieß es am Donnerstag. „Es geht darum, die Rolle der Deutschen Börse und des Finanzplatzes Frankfurt zu sichern und auszubauen“, ließ Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklären. „Wenn diese Fusion gelänge, wäre dies sicher eine beeindruckende Leistung. Die Details müssen wir uns allerdings anschauen.“ Nach dem Börsengesetz müssen Großinvestoren, die sich in die Deutsche Börse AG einkaufen, dies anzeigen. Wenn der Börsenbetrieb beeinträchtigt würde, kann das Ministerium den Einstieg untersagen. Auch dürfen wesentliche „Funktionen und Tätigkeiten“ nicht völlig aus der Hand gegeben werden.

Die Boulevardzeitung titelt „WALL STRASSE“

Schwierig gestaltet sich die gesellschaftsrechtliche Konstruktion. „Das wird noch wesentlich komplizierter als damals die Fusion von Daimler und Chrysler“, heißt es - zumal wegen des mittlerweile geltenden Übernahmegesetzes. Die Deutsche Börse und die Nyse Euronext planen eine Holding nach niederländischem Recht. Für diese Eintragung ins dortige Handelsregister spielen vor allem Steuervorteile eine Rolle, aber auch das niedrigere Ausmaß an Mitbestimmung in den Niederlanden. Zugleich soll die Wahl eines neutralen Landes ein Signal dafür sein, dass weder die deutsche noch die amerikanische Seite einen Heimvorteil erhält. Die Hauptsitze des Unternehmens sollen in Frankfurt und New York sein.

Gleichwohl ist umstritten, wer letztlich die Führungsrolle in dem größten Börsenkonzern der Welt übernimmt. Den Vorstandsvorsitz soll der Amerikaner Duncan Niederauer übernehmen, wichtige andere Posten werden jedoch mit Deutschen besetzt. Die Aktionäre der Deutschen Börse sollen 60 Prozent der Aktien des neuen Konzerns erhalten.

In New York wird ein Zusammenschluss der Börsenkonzerne als klare Übernahme durch die Deutschen interpretiert. Die Boulevardzeitung „New York Post“ titelt: „WALL STRASSE“ und setzt dem Bullen an der Wall Street in einer Fotomontage eine Pickelhaube auf. „Es gibt eine gewisse Resignation, dass die Amerikaner alles verkaufen und jetzt nicht mehr die stärksten sind“, sagt der Aktienhändler Christian Treitler, der für ein New Yorker Wertpapierhaus arbeitet. Es sei aber vielen Leuten klar, dass das die logische Folge der fortschreitenden Globalisierung sei. Ohnehin habe die Dominanz der Nyse im Aktienhandel in den vergangenen Jahren angesichts der wachsenden Konkurrenz im Heimatmarkt schon abgenommen. In Frankfurt wird hingegen auf die Erfahrungen der europäischen Mehrländerbörse Euronext verwiesen, die nach der Fusion mit der New Yorker Börse schnell ins Hintertreffen geriet und mittlerweile bei der Unternehmensführung keine Rolle mehr spielt.

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Lieber ehrlich

Von Johannes Pennekamp

Die SPD und noch mehr die Grünen haben höhere Steuern für Top-Verdiener angekündigt - und finden sich dabei besonders ehrlich. Was sie gerne verschweigen: Zu den Top-Verdienern im Land zählen nicht nur Millionäre mit Sportwagen, sondern auch schon leitende Angestellte, Handwerksmeister und Beamte. Mehr 3


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