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Medizintechnik Siemens rechnet ab 2008 mit Gewinnen aus Bayer-Diagnostik

30.06.2006 ·  Siemens rechnet ab 2008 mit einem positiven Gewinnbeitrag aus dem Kauf der Bayer-Diagnostikasparte. Den Kaufpreis von 4,2 Milliarden Euro finanziert Siemens hauptsächlich mit Krediten.

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Siemens übernimmt vom Bayer-Konzern dessen Diagnostika-Geschäft mit Laborgeräten für 4,2 Milliarden Euro. Ab 2008 rechnet Siemens mit einem positiven Gewinnbeitrag aus dem Kauf. Durch den Kaufpreis von 4,2 Milliarden Euro könnte dieser Effekt 2007 noch ausbleiben, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser am Freitag. Die Übernahme der Bayer-Sparte finanziert Siemens hauptsächlich mit Krediten.

Der am Donnerstag abend überraschend mitgeteilte Kauf ist nach der angekündigten Übernahme der amerikanischen Firma Diagnostic Products für gut 1,8 Milliarden Dollar die zweite milliardenschwere Akquisition der Münchener innerhalb von zwei Monaten. Für Bayer dürfte die Transaktion die Belastung durch die 17 Milliarden Euro schwere Schering-Übernahme dämpfen.

„Der demographische Wandel bewirkt eine global wachsende Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und bietet damit hohe Wachstumschancen auf diesem Gebiet“, begründete Siemens-Chef Klaus Kleinfeld die Übernahme der Bayer-Sparte. „Es entsteht zum ersten Mal in der Gesundheitsindustrie ein integriertes Diagnostik-Unternehmen, das bildgebende Diagnostik und Labordiagnostik sowie klinische Informationstechnologie in der gesamten Wertschöpfung unter einem Dach verbindet.“

Siemens rechnet ab 2008 mit Gewinnen aus Bayer-Diagnostik

Siemens will Produktpalette erweitern

Siemens-Medizintechnik-Chef Erich Reinhardt hatte vor wenigen Tagen angekündigt, das Geschäft mit Labortechnik nach dem Kauf von Diagnostic Products weiter auszubauen. Der Manager will die Produktpalette von Siemens um Labor- und Molekularmedizingeräte erweitern. Bislang sind die Münchener vor allem im Bereich der bildgebenden Großgeräte tätig und auf diesem Feld nach dem amerikanischen Mischkonzern General Electric (GE) weltweit die Nummer zwei.

Wie Siemens die Akquisition finanzieren will, wollte ein Konzernsprecher am Donnerstag nicht sagen. Er verwies lediglich auf eine für Freitag vormittag angesetzte Pressekonferenz.

Bayer rechnet mit 3,6 Milliarden Euro Einnahmen

Bayer rechnet aus dem Verkauf des Diagnostika-Geschäfts, das 2005 mit etwa 5000 Beschäftigten auf einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro kam, nach Steuern mit Einnahmen von etwa 3,6 Milliarden Euro. Die geplante Hybrid-Anleihe von 1,3 Milliarden Euro werde nun möglicherweise ganz entfallen oder deutlich kleiner ausfallen, teilte Bayer mit. Auch die vorgesehene Eigenkapital-Aufnahme von bis zu vier Milliarden Euro werde nun voraussichtlich um 500 Millionen Euro geringer ausfallen.

Die Transaktion solle voraussichtlich im ersten Halbjahr 2007 abgeschlossen sein, gab Bayer bekannt. „Mit dieser Entscheidung setzen wir unsere Strategie zur gezielten Ausrichtung unseres HealthCare-Geschäftes konsequent um. Wir konzentrieren uns auf Arzneimittel für Mensch und Tier sowie auf konsumentennahe Produkte“, erklärte Bayer-Chef Werner Wenning. Die Bayer-Sparte Diabetes Care sei von der Transaktion nicht betroffen. Dies gelte auch für das Schering-Geschäft mit Kontrastmitteln, das nach der vereinbarten Fusion mit dem Berliner Pharmakonzern ein wesentlicher Bestandteil der künftigen Bayer Schering Pharma AG sein soll.

Wennings Vertrag verlängert

Bayer teilte am Abend außerdem mit, der Konzern werde den Vertrag von Vorstandschef Wenning um drei Jahre bis 2010 verlängern. Die ebenfalls im kommenden Jahr auslaufenden Verträge von Finanzvorstand Klaus Kühn und Arbeitsdirektor Richard Pott seien um jeweils fünf Jahre bis 2012 verlängert worden.

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Von Heike Göbel

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