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Medienkonzerne Bertelsmann erwägt RTL Komplett-Übernahme

04.12.2007 ·  Bertelsmann hält derzeit knapp 90 Prozent an Europas größtem Fernsehanbieter. Jetzt erwägt Bertelsmann auch die restlichen zehn Prozent des Luxemburger Konzerns übernehmen. Eine Entscheidung zur Abgabe eines Angebotes sei aber noch nicht gefallen.

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Der Medienkonzern Bertelsmann erwägt, seine bislang börsennotierte Fernsehtochter RTL Group komplett zu übernehmen. Die Bertelsmann AG hält derzeit 89,8 Prozent an Europas größtem Fernsehanbieter. Eine Entscheidung zur Abgabe eines Angebotes sei aber in Vorstand und Aufsichtsrat noch nicht gefallen, teilte Bertelsmann am Dienstag in Gütersloh mit. Vor eineinhalb Jahren hatte Bertelsmann zum Preis von 4,5 Milliarden Euro Aktien des Minderheitseigners Groupe Bruxelles Lambert (GBL) zurückgekauft, um einen Börsengang zu verhindern. Der Kurs der RTL-Aktien lag am Dienstag bei rund 70 Euro. Der Wert des 10,2-Prozent-Anteils wird auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro taxiert.

Das Unternehmen werde nicht mehr als 82 Euro pro RTL-Aktie zahlen, heißt es in der Stellungnahme von Bertelsmann weiter. Dies würde einen Aufschlag von rund 20 Prozent auf den aktuellen Kurs und den Durchschnitt der vergangenen drei Monate bedeuten. RTL hat derzeit knapp 155 Millionen Aktien ausgegeben. 2002 hatte Bertelsmann bereits einmal erfolglos versucht, 100 Prozent der Anteile an der damals neu gegründeten RTL-Group zu erhalten.

RTL ist wichtigste Sparte des Bertelsmann-Konzerns

Sollte Bertelsmann die Überlegungen in die Tat umsetzen, müsste das Unternehmen zunächst versuchen, mindestens 5,2 Prozent der derzeit im freien Handel befindlichen Aktien zu bekommen. Mit dann 95 Prozent der Anteile könnte der Mehrheitseigner auf einem sogenannten Squeeze Out bestehen, also die restlichen Aktionäre zum Verkauf zwingen. Luxemburg hatte erst im vergangenen Jahr die Gesetzgebung geändert und ein solches, in Deutschland bereits übliches Verfahren erlaubt.

Die RTL Group (Luxemburg) ist die umsatz- und ertragsstärkste der sechs Sparten des Bertelsmann-Konzerns. Mit seinen 42 Fernsehsendern und 32 Radiostationen in Europa sowie der hochprofitablen Produktionsfirma Freemantle Media setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr mit 11.000 Mitarbeitern 5,6 Milliarden Euro um. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwirtschafte der Konzern ein Ergebnis (EBITA) von 851 Millionen Euro.

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Von Heike Göbel

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