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Medienkonzern Bertelsmann muss sparen

31.08.2009 ·  Europas größter Medienkonzern Bertelsmann ist noch stärker in die Verlustzone geraten. Nun reagiert das Unternehmen mit dem größten Sparprogramm seiner Geschichte.

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Europas größter Medienkonzern Bertelsmann reagiert mit dem umfangreichsten Sparprogramm seiner Geschichte auf die Wirtschaftskrise, die ihn im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen zog. Über alle Sparten hinweg sollen bis Jahresende mehr als 900 Millionen Euro eingespart werden, kündigte Konzernchef Hartmut Ostrowski am Montag an. Ostrowski präzisierte damit erstmals öffentlich das angekündigte Sparprogramm (siehe auch Bertelsmann-Chef Ostrowski: „Mehrere hundert Millionen Euro einsparen“).

Das bereits laufende Sparprogramm kostet auch Stellen: Schon zum Halbjahr arbeiteten 3700 weniger Mitarbeiter bei Bertelsmann als Ende 2008. Vorgaben für einen Arbeitsplatzabbau gebe es aber nicht, erläuterte ein Sprecher.

Bis auf Arvato büßen alle Sparten ein

Bertelsmann trifft wie andere Medienunternehmen die weltweite Wirtschaftskrise empfindlich. In vielen Ländern halten sich die Verbraucher mit Einkäufen zurück. Auch bei den Unternehmen wird das Geld knapper, weshalb sie ihre Werbebudgets kappen. Bertelsmann erlöst jedoch ein Drittel seiner Umsätze mit Reklame.

Der Umsatz des Gütersloher Konzerns sank von Januar bis Juni auf 7,2 (Vorjahr: 7,7) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ging um fast ein Drittel auf 475 (685) Millionen Euro zurück. Sowohl der Fernsehkonzern RTL Group, als auch die Verlagsgruppen Random House und Gruner + Jahr sowie das Club- und Buchhandelsgeschäft büßten teilweise kräftig ein. Allein die Dienstleistungstochter Arvato zeigte eine stabile Entwicklung, weil Firmen in der Krise zunehmend Dienste auslagern, um zu sparen. Damit konnte das schwierige Druckgeschäft kompensiert werden.

Netto verbuchte Bertelsmann einen Verlust von 333 Millionen Euro nach einem Gewinn von 372 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bertelsmann hofft durch die Einsparungen, die sich im zweiten Halbjahr voll auswirken sollen, die Rezessionsfolgen abfedern zu können. Im zweiten Quartal waren die Rückgänge bereits nicht mehr so stark wie noch zum Jahresauftakt.

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Von Heike Göbel

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