22.06.2007 · Dicke Kinder, ungesundes Essen, extragroße Portionen. McDonald's macht Rekordumsätze mit Hamburgern und hat ein Imageproblem. Marcus Theurer sprach mit Deutschland-Chef Bane Knezevic über Superburger, Bewegung für Kinder und die Kosten von Übergewicht.
Dicke Kinder, ungesundes Essen, extragroße Portionen. McDonald's macht Rekordumsätze mit Hamburgern und hat ein Imageproblem. Marcus Theurer sprach mit Bane Knezevic, dem Deutschland-Chef der Fastfood-Kette, über Superburger, Bewegung für Kinder und die Kosten von Übergewicht.
Herr Knezevic, Sie scheinen Ihre Kunden für schlichte Gemüter zu halten.
Wie kommen Sie darauf?
In Ihrer Fernsehwerbung zeigen Sie uns angebliche Kunden, die als „Qualitäts-Scouts“ die Produktion von McDonald's inspizieren. Kritikwürdiges finden die aber nie. Wer soll das glauben?
Aha, Sie halten das für unglaubwürdig. Das ist interessant, aber uns überrascht das Urteil der Qualitäts-Scouts nicht. Fakt ist, dass wir Tester, die ursprünglich skeptisch zu uns kommen, sehr oft von unseren Produkten überzeugen können. Und ich versichere Ihnen, Sie sehen in unseren Spots wirkliche Kunden, wir machen da kein Casting mit Schauspielern.
Seltsam nur, dass zum Beispiel noch keiner gefragt hat, ob es ein verantwortungsvoller Umgang mit Nahrung ist, wenn McDonald's sie zu Mahlzeiten verarbeitet, die nach wenigen Minuten weggeschmissen werden müssen.
Es ist richtig, dass ein Burger nicht mehr verkauft wird, wenn er bei uns zehn Minuten in der Wärmetheke gelegen hat. Wir wollen nur einwandfreie Qualität liefern. Wir produzieren heute aber mehr als die Hälfte unserer Speisen erst nach der Bestellung durch den Kunden. Dadurch haben wir in der vergangenen beiden Jahren den Anteil der Produkte, die wir nicht verkaufen können, um mehr als die Hälfte auf unter 0,2 Prozent reduziert.
Verbraucherschutzminister Horst Seehofer hat kürzlich darauf verwiesen, dass Übergewicht gerade auch bei Kindern die Sozialkassen Milliarden kostet. Ist McDonald's dafür mitverantwortlich?
Nein, daran sind wir nicht schuld. Dieses Problem kann die Nahrungsmittelindustrie nicht allein lösen, da sind auch die Gesellschaft als Ganzes und natürlich die Eltern gefordert . . .
. . . und Sie verbuchen derweil wie im vergangenen Jahr weiter Rekordumsätze mit Ihren Hamburgern.
So einfach machen wir es uns natürlich nicht. Selbstverständlich sehen auch wir unsere Verantwortung, unseren Teil zur Lösung beizutragen. Wir bieten den Kunden heute die Auswahl, sich zum Beispiel bei einem Menü zwischen Salat und Pommes Frites und zwischen Cola, Bio-Milch und Apfelschorle zu entscheiden. Zugleich ist es die Aufgabe von Eltern und Bildungssystem, durch Erziehung dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche diese Wahlmöglichkeiten vernünftig nutzen und sich ausreichend bewegen.
Der Salat auf der Karte als Alibi?
Das ist Auswahl und kein Alibi. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wir wollen erreichen, dass bei mehr als der Hälfte der verkauften Kinder-Menüs „Happy Meal“ die Produkte so zusammengestellt werden, dass sie nicht mehr als ein Drittel des Kalorienbedarfs eines Kindes zwischen vier und sechs Jahren decken. Hierfür weisen wir in den Restaurants auf die Kombinationen mit ganz besonders günstigen Nährwerten hin.
Schon Fortschritte erzielt?
Schon heute liegen rund 40 Prozent innerhalb dieses Ziels, und wir werden die 50 Prozent bald überschreiten. Und dabei sollten Sie bedenken, dass wir wie gesagt als Grundlage den Kalorienbedarf von vier- bis sechsjährigen Kindern herangezogen haben. Für ältere Kinder mit höherem Energiebedarf ist das Nährwertprofil unserer „Happy Meals“ noch günstiger.
Dennoch werfen Ihnen Organisationen wie Foodwatch vor, Sie würden mit Ihrer Werbung in unverantwortlicher Weise Kinder ködern.
Das kann ich nicht nachvollziehen.
Warum gibt es zum Beispiel immer noch Kindergeburtstage bei McDonald's?
Das Angebot wird gut angenommen, und wir können die Wünsche unserer Kunden nicht ignorieren. Außerdem sind die Eltern mit dabei und haben selbstverständlich die Möglichkeit, für Ihre Kinder ein ausgewogenes Menü zusammenzustellen. Zu einem Kindergeburtstag gehören darüber hinaus auch Spiele und Bewegung. In immer mehr Restaurants bauen wir dazu unsere Spielecken zu „Gym and Fun“- Bereichen aus, die spezielle, von Bewegungsexperten für Kinder entwickelte Übungen anbieten.
Und welchen Grund sollten Sie haben, Spielzeugfiguren zu ihren Happy Meals zu verschenken, außer damit Kinder anzulocken? Disney will deshalb angeblich nicht mehr mit Ihnen zusammenarbeiten.
Das ist ein Gerücht, und es ist falsch. Wir hatten über zehn Jahre einen Exklusivvertrag mit Disney, der ausgelaufen ist und in dieser Form nicht verlängert wurde. Aber das hatte ganz andere Gründe. Im Übrigen: Vor zehn Jahren hätten Sie mit Ihrer Kritik vielleicht recht gehabt. Aber wie bereits erwähnt, bietet McDonald's heute Mahlzeiten an, die auch für Kinder ausgewogen sind.
Müssen Sie nicht dennoch um Ihr Wachstum fürchten, wenn die Deutschen bei der Ernährung gesundheitsbewusster werden sollten?
Vergangenes Jahr haben wir in Deutschland ein Umsatzplus um 6 Prozent auf fast 2,6 Milliarden Euro erreicht, und die Zahlen für dieses Jahr sind bislang ebenfalls sehr gut. Wenn wir weiterhin so erfolgreich wachsen wollen, müssen wir uns aber auch weiter verändern. Klar sind wir eine Burger-Kette und werden auch in Zukunft kein makrobiotisches Restaurant werden. Aber deshalb bieten wir Ihnen heute mehr Auswahl und ausführliche Informationen. Salat, Fruchttüten, Bio-Milch und detaillierte Nährwertangaben - das alles gab es früher bei McDonald's nicht.
Und womit wachsen Sie, mit Burgern oder mit Salat?
Mit beidem. Salat macht etwa 5 Prozent unseres Umsatzes aus. Einer von 15 Kunden isst bei uns grünen Salat. Auf Burger, ob mit Rindfleisch, Huhn oder Fisch, entfallen rund 45 Prozent unseres Geschäfts. Gerade Rindfleischburger wie der Big Mac liefen letztes Jahr sehr gut. Aber die höchsten Wachstumsraten haben wir bei Getränken. Wir verkaufen heute doppelt so viel Kaffee wie noch vor zwei Jahren. Verantwortlich hierfür ist insbesondere der Erfolg von McCafé. Und die Gäste trinken heute bei uns fast genauso viel Cola light wie normale Cola.
In Amerika serviert McDonald's neuerdings wieder Kalorienbomben wie den Superburger „Angus Third Pounder“. Bald auch in Deutschland?
Den Burger, den Sie ansprechen, bieten wir bisher nur testweise in Kalifornien an. McDonald's reagiert damit auf den Wettbewerbsdruck, denn solche Produkte sind in den Vereinigten Staaten derzeit sehr beliebt. Auch der „Third Pounder“ kommt dort gut an. Für den deutschen Markt ist das aber kein geeignetes Produkt.
dicke Kinder
Arthur Diederichs (diederi)
- 22.06.2007, 18:10 Uhr
Schmeckt und macht Spass!
K.M. Kommikion (Kommikion)
- 22.06.2007, 18:43 Uhr
Andere Gründe
Ludwig Otte (LouisA63)
- 22.06.2007, 21:42 Uhr
Hmmm
Ellen van Ark (e.vanark)
- 22.06.2007, 23:45 Uhr
schmeckt und macht Spaß
Winfried Trebitz (wmact)
- 23.06.2007, 00:14 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.118,60 | −2,22% |
| EUR/USD | 1,2433 | +0,58% |
| Rohöl Brent Crude | 98,82 $ | −2,76% |
| Gold | 1.606,00 $ | +3,08% |
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