Home
http://www.faz.net/-gqi-qfej
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Maschinenbau Strom aus dem Meer

Die Hannover-Messe steht unter anderem im Zeichen der Energie. Die Nutzung regenerativer Energien wie Wind, Solar, Biomasse und Geotherme erhalten in dem vieldiskutierten Energiemix einen wachsenden Stellenwert.

© picture-alliance / dpa Vergrößern Der weltweit erste „Seaflow”- Unterwasserrotor

Die Hannover-Messe steht unter anderem im Zeichen der Energie. Die Nutzung regenerativer Energien wie Wind, Solar, Biomasse und Geotherme erhalten in dem vieldiskutierten Energiemix einen wachsenden Stellenwert. Solar und Wind sind derzeit die populärsten Repräsentanten im Bereich der erneuerbaren Energien. Zukunftsmusik ist indes ein Projekt, das erst später einmal fester Bestandteil des Energiemix werden und auf künftigen Messen präsent sein könnte: die Gewinnung von Strom aus der Meeresströmung.

Rüdiger Köhn Folgen:      

Das Projekt „Seaflow“ ist im Jahr 1999 aus der Taufe gehoben worden. Seit 2003 ist eine Pilotanlage mit einer Leistung von 300 Kilowatt vor der britischen Westküste von North Devon in Betrieb, gefördert unter anderem von der EU-Kommission und vom Bundesumweltministerium. Ein Rotor mit einem Durchmesser von 11 Metern, befestigt an einem 15 Meter tief im Meeresboden einbetonierten und 50 Meter hohen Turm, dreht sich in 20 bis 30 Meter Wassertiefe 15 Mal in der Minute.

Mehr zum Thema

Strom vor allem für britische Netze

Treibende Kraft sind Ebbe und Flut. Als Standorte bieten sich insbesondere Mündungen und Meeresengen an. Je nach Tidenhub und Seegang kann dieser Rotor in der Höhe verstellt und für Wartungsarbeiten aus dem Wasser gehoben werden. Die Entwicklung basiert zu großen Teilen auf Technologien aus der Windenergie, da viele Komponenten wie Rotor, elektrische Systeme und die Steuerung bereits in Windkraftanlagen eingesetzt werden.

Der Strom dürfte vor allem in britische Netze fließen. Die Nordsee ist für solche Projekte weniger geeignet. Doch könnten deutsche Unternehmen mit ihren Technologien als Zulieferer davon profitieren. So gehört der deutsche Getriebehersteller Jahnel-Kestermann, der bereits Windkraftanlagen ausrüstet, dem Seaflow-Konsortium an. Eine größere Anlage vor der nordirischen Küste wird noch in diesem Jahr starten.

Kommerzieller Durchbruch nicht vor 2010

Die sogenannte Sea Generation (Seagen) soll mit einer Leistung von 1 Megawatt rund 800 Haushalte versorgen. Als nächstes ist ein Seagen-Park mit zehn Anlagen und einer Gesamtleistung von 10 Megawatt geplant. Betreiber ist die britische Marine Current Turbines Ltd. (MCT), die im Besitz von Risikokapitalgebern und strategischen Investoren etwa aus dem Energiebereich ist. MCT rechnet damit, daß die erste Anlage voraussichtlich Ende 2007 oder im Jahr 2008 vermarktet werden kann.

Ein kommerzieller Durchbruch ist nicht vor 2010 zu erwarten. MCT rechnet damit, daß etwa in der zweiten Hälfte des nächsten Jahrzehnts mit den Seekraftwerken eine Leistung von 1.000 Megawatt generiert werden könnte. Schon heute aber müssen sich die Initiatoren mit Umweltschützern auseinandersetzen, die sich um die Auswirkungen auf Fische oder Wale sorgen.

Quelle: F.A.Z. vom 08. April 2006

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EU-Energiebeihilfe 40 Milliarden Euro Subventionen für Ökostrom

Der EU-Subventionsbericht zeigt: Grüne Energie wird überproportional viel gefördert. Kohle ist jedoch wesentlich günstiger – nur nicht bei den Folgekosten. Mehr Von Hendrik Kafsack, Brüssel

12.10.2014, 19:18 Uhr | Wirtschaft
Explosives Methangas soll in Ruanda zu Strom werden

Der Kivu-See in Ruanda enthält eine gefährliche Mixtur aus gelösten Gasen. Ein 200 Millionen Dollar schweres Projekt, finanziert aus privater Hand, soll nun diese Gase in Energie und damit in Profit umwandeln. Die Menschen hoffen auf Strom - und ein besseres Leben. Mehr

03.06.2014, 16:26 Uhr | Wissen
Mittelstandsanleihen-Ticker Deutsche Forfait mit hohem Verlust

Das Rating des Hemdenherstellers Seidensticker sinkt auf B+. Stefan Lübbe, Mehrheitsaktionär des Bastei-Lübbe-Verlags ist unerwartet verstorben. Mehr

14.10.2014, 15:20 Uhr | Finanzen
Afrikas Energiesektor lockt Investoren und Industrie

Jeffreys Bay an der Ostküste Südafrikas hat einen Rohstoff im Überfluss: Wind. Südafrika dagegen hat etwas zu wenig: Energie. Deswegen entsteht in dem kleinen Ort Jeffreys Bay einer der größten Windparks des Landes. Eine Millioneninvestition, die einmal mehr als 100.000 Haushalte versorgen soll und Teil eines Marktes ist, der gigantische Geschäfte verspricht. Mehr

07.05.2014, 18:00 Uhr | Wirtschaft
Beteiligungsmodell ENBW lockt mit Windkraft

Der baden-württembergische Energieversorger ENBW will Kleinanleger für die erneuerbaren Energien gewinnen und lockt mit einem festen Zinssatz. Die Sache ist aber nicht unproblematisch. Mehr

22.10.2014, 17:41 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 10.04.2006, 16:51 Uhr

Tests mit Schlagseite

Von Markus Frühauf

Bestünden alle Banken den Stresstest, hätte die EZB als künftige Bankenaufseherin schon vor dem Beginn versagt. Doch sie kann auch kein Interesse daran haben, die Schwächen der Banken schonungslos aufzudecken. Mehr 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Das verdienen Einwanderer hierzulande mehr

Viele Menschen ziehen nach Deutschland, weil sie hier mehr Geld verdienen können. Wie groß die Verdienststeigerungen sind und wie sie sich je nach Herkunftsland unterscheiden – unsere Grafik des Tages. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden