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Managergehälter Vorstandschefs verdienen ein Fünftel weniger

02.04.2009 ·  Die Bezüge der Vorstandschefs in den Dax-Unternehmen sind im vergangenen Jahr um mehr als 21 Prozent gesunken. Das besagt eine neue Vergütungsstudie. Vor allem Konzernlenker in der Finanzbranche mussten Federn lassen. Das heißt auch: Josef Ackermann steht nicht mehr an der Spitze der Liste.

Von Julia Löhr
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Die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Unternehmen haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt ein Vergütungspaket im Wert von 3,85 Millionen Euro erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Towers Perrin, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Berater haben dafür die Geschäftsberichte der Unternehmen ausgewertet.

Das durchschnittliche Grundgehalt der Konzernlenker belief sich demnach auf rund eine Million Euro, der Jahresbonus auf 1,56 Millionen Euro und die langfristigen Vergütungsbestandteile auf 727.000 Euro. Daraus ergibt sich eine sogenannte Direktvergütung von durchschnittlich 3,3 Millionen Euro. Hinzu kamen Beiträge zur Altersvorsorge, im Schnitt 447.000 Euro, und Nebenleistungen von durchschnittlich 104.000 Euro.

Um mehr als 21 Prozent gesunken

Im Vergleich zu der Erhebung im vergangenen Jahr sind die Bezüge damit um mehr als 21 Prozent gesunken. Für das Geschäftsjahr 2007 belief sich die durchschnittliche Gesamtvergütung eines Dax-Chefs noch auf 4,91 Millionen Euro.

Towers-Perrin-Geschäftsführer Michael Kramarsch wertete diese Entwicklung als Zeichen dafür, dass die Vergütungssysteme den Härtetest überstanden hätten. Der Gewinn je Aktie sei im Dax-Durchschnitt um durchschnittlich 58 Prozent gesunken, sagte Kramarsch; in den meisten Fällen schlage sich das in sinkenden Boni nieder. „Einer negativen Entwicklung bei den wichtigen Kennzahlen stehen deutlich reduzierte Top-Management-Bezüge gegenüber.“

Dies sei nicht in allen Ländern so. Eine Auswertung der Geschäftsberichte der im amerikanischen Dow-Jones-Index gelisteten Unternehmen habe gezeigt, dass dort die Bezüge der Vorstandsvorsitzenden 2008 nur um 1,6 Prozent gesunken seien. „Da kann man schon von einem Sündenfall sprechen“, sagte Kramarsch. In den größten europäischen Unternehmen seien die Bezüge dagegen auch deutlich gesunken, im Mittel um rund 30 Prozent. In Deutschland sei das Gehaltsniveau geringer als in Europa insgesamt. „Die Vergütungen im Dax liegen im Durchschnitt rund 20 Prozent unter denen im DJ Stoxx 50“, heißt es in der Studie.

Vergleichsweise hohe Fixgehälter

Zwei Drittel der Vorstandsvorsitzenden hierzulande erhielten Towers Perrin zufolge 2008 ein höheres Grundgehalt als im Jahr zuvor. Die Ergebnisse werden aber dadurch beeinflusst, dass es im vergangenen Jahr im Dax etliche Veränderungen gab. Mal wechselten die Vorstandsvorsitzenden, mal schieden Unternehmen aus dem Index aus und andere kamen hinzu. Im Kreis jener 21 Vorstandsvorsitzenden, die sowohl 2007 als auch 2008 das ganze Jahr über im Amt waren, belief sich die durchschnittliche Erhöhung des Fixgehalts auf 9 Prozent. „Das ist vergleichsweise viel“, sagte Kramarsch. „Man muss aber auch dazu sagen, dass einige Unternehmen die Grundgehälter des Vorstands nur im Abstand von einigen Jahren anpassen, etwa, wenn ein Vertrag verlängert wird.“ Im Mittel machten die Grundgehälter im vergangenen Jahr 26 Prozent der Gesamtvergütung aus, Bonuszahlungen 40 Prozent, langfristige Vergütungsanreize 19 Prozent, Altersvorsorge und Nebenleistungen 15 Prozent.

Vergleicht man ausschließlich die Vorstandschefs, die 2007 und 2008 im Amt waren, sank die sogenannte Direktvergütung (Fixgehalt plus Bonus plus langfristige Vergütung) um durchschnittlich 24 Prozent auf 3,68 Millionen Euro. Die Durchschnittszahlen sind zudem davon geprägt, dass Commerzbank-Chef Martin Blessing wegen der Inanspruchnahme staatlicher Hilfe keine Sonderzahlungen bekam und dass Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf öffentlichen Druck hin freiwillig auf Boni verzichtete.

Von den jüngsten Vorstößen der Regierung, Managerbezüge strenger zu regeln, hält Towers-Perrin-Geschäftsführer Kramarsch nicht viel. Die geplante Verlängerung der Sperrfrist für Aktienoptionen von zwei auf vier Jahre gehe an der Realität vorbei. „Lediglich ein Unternehmen im Dax würde unter diese Regelung fallen.“ Dabei handele es sich um Fresenius Medical Care. Alle anderen nutzten längst andere Vergütungselemente. Dass künftig der gesamte Aufsichtsrat über die Vorstandsbezüge entscheiden soll, stößt bei Towers Perrin ebenfalls auf wenig Gegenliebe: „In diesem Kreis ist eine sinnvolle Diskussion nahezu unmöglich.“

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Jahrgang 1976, Redakteurin in der Wirtschaft.

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