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Managergehälter So viel verdienen die Dax-Chefs nach der Krise

15.03.2010 ·  Die Vergütung der Topmanager ist im abgelaufenen Jahr gesunken. Nur Josef Ackermann macht einen Gehaltssprung. Wenn der Deutsche-Bank-Chef am Dienstag sein Gehalt offenlegt, kann er sich den öffentlichen Aufschrei ausrechnen. Die Gehälter der Vorstandschefs im Überblick.

Von Georg Meck
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Josef Ackermann ist gewarnt: Wenn der Deutsche-Bank-Chef am Dienstag sein Gehalt offenlegt, kann er sich den öffentlichen Aufschrei ausrechnen. Wollte er dies verhindern, müsste er wahrscheinlich für ein Butterbrot arbeiten - das tut er ganz sicher nicht. Er lasse sich nach Leistung bezahlen, sagt Ackermann selbstbewusst. Noch tun sie schwer geheim in der Bank mit den Zahlen, doch sicher ist: Ackermanns Gehalt hat sich 2009 vervielfacht. Er wird wieder zu den Topverdienern im Dax aufrücken, nachdem er 2008 nur 1,4 Millionen Euro kassiert hat (siehe: Ackermann verdient nur noch ein Zehntel).

Auf den Bonus hat er damals verzichtet und war selbst dafür gescholten worden: Worauf verzichten, wenn es nichts zu verteilen gibt?, hat Commerzbank-Chef Martin Blessing sinngemäß gegiftet. Nun hat Ackermann 5,2 Milliarden Euro Vorsteuergewinn eingefahren. Und das zahlt sich für ihn aus. Zweistellig wird sein Bonus nicht ausfallen, so ist zu hören - aber doch überaus üppig im Vergleich zu Blessing, der von seinem Großaktionär, dem deutschen Staat, mit 500.000 Euro Gehalt kurzgehalten wird.

RWE-Chef schneidet 2009 am besten ab

Blessing liegt damit am Ende der Dax-Chefs, der Topverdiener ist gegenwärtig RWE-Chef Jürgen Großmann mit gut 9 Millionen Euro. Die Hälfte der 30 Dax-Konzerne hat die Vorstandsgehälter für 2009 veröffentlicht - tendenziell sind die Zahlen niedriger als zu besseren Zeiten (siehe: Vorstandschefs verdienen ein Fünftel weniger). Damit ist das Vorurteil widerlegt, Manager würden sich stets die Taschen vollstopfen. „Das ist eine Legende“, sagt Jens Massmann, Vergütungsexperte von Ernst & Young. Das Gehalt atme stark mit der operativen Performance. „Wenn ein Vorstand in einem schlechten Jahr prozentual auf mehr Gehalt verzichtet als der Facharbeiter, halte ich das für gerecht“, sagt auch Thomas Aleweld, der in der Beratungsfirma Hewitt europaweit das Thema Vergütung verantwortet.

So geht BASF-Chef Jürgen Hambrecht dieses Jahr mit einer Million weniger nach Hause (mit 3,4 statt 4,4 Millionen Euro). Nikolaus von Bomhard (Münchner Rück) muss mit 700.000 Euro weniger planen, René Obermann (Deutsche Telekom) fehlt eine halbe Million. VW-Chef Martin Winterkorn, der seinen Konzern besser durch die Krise steuert als die meisten anderen Autobosse, hat sein Gehalt gar halbiert: von knapp 13 auf 6,6 Millionen Euro - das freilich lag weniger am Firmengewinn als an den Kapriolen der VW-Aktien.

Angemessen und nachhaltig

Seit Sommer vorigen Jahres regelt ein neues Gesetz, was ein Vorstand verdienen darf. Angemessen und nachhaltig soll es zugehen, ohne dass die Politik dafür ein konkretes Maß angegeben hat. Wer gehofft hat, damit ließen sich die Gehälter nach unten drücken, hat sich geirrt. Das neue Gesetz führe langfristig zu einer höheren Vergütung, prophezeit gar Experte Massmann. „Die Entwicklung der Gehälter wird tendenziell geglättet, auf etwas höherem Niveau.“ Für die Eigentümer ist es seiner Ansicht nach höchst vernünftig, das Management mit hohen Gehältern bei Laune zu halten: Was sind schon 10 Millionen für Josef Ackermann angesichts von fünf Milliarden Profit? „Wie wollen Sie einen Top-Performer halten, wenn alle in seiner Peergroup ein Vielfaches verdienen?“, sagt Massmann. „Wer einen Topmann will, muss dafür auch bezahlen.“

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