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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Management Telekom führt Frauenquote ein

 ·  Die Telekom führt als erstes Dax-30-Unternehmen eine Frauenquote ein. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der Führungspositionen in dem Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Familienministerin Schröder begrüßt den Vorstoß - gesetzliche Quotenreglungen sieht sie aber weiter nur als „Ultima Ratio“.

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Die Deutsche Telekom will den Anteil von Frauen in oberen und mittleren Führungspositionen des Konzerns bis 2015 auf 30 Prozent erhöhen. Als erstes Unternehmen im Aktienindex Dax 30 führt die Telekom dazu eine Quotenregelung ein. „Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser“, begründete Vorstandschef René Obermann die Entscheidung. Das Telekom-Programm zielt darauf ab, den Frauenanteil bei Neueinstellungen, in der Talentförderung und in den Programmen zur Führungskräfteentwicklung stufenweise zu steigern. „Wir wollen die Basis von unten her verbreitern, um auch in Zukunft unter den Besten auswählen zu können. Es geht um die besten Talente, egal welchen Geschlechts“, sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger.

Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) lobte auf einer Veranstaltung der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ den Vorstoß der Telekom. Noch immer müsse man Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten „mit der Lupe suchen“, sagte sie am Montag in Berlin. Sie verwies auf den Koalitionsvertrag, der festlegt, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst erhöht werden soll. Union und FDP wollen dazu einen Stufenplan vorlegen.

Die Koalitionäre wollen dabei zunächst auf verbindliche Berichtspflichten und transparente Selbstverpflichtungen setzen. Gesetzliche Quoten für Frauen in Führungspositionen, wie sie andere europäische Staaten eingeführt haben oder erwägen, will Schröder nur als „Ultima Ratio“ aufgreifen. Eine Frauenquote für Vorstände lehnte sie am Montag ab; im Fall der Aufsichtsräte sei eine solche Quote dagegen denkbar. Notwendig sei „ein Ruck, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauen eine Quote irgendwann nicht mehr brauchen.“ Die Gleichstellung von Männern und Frauen nur gesetzlich zu regeln reicht nach Meinung Schröders nicht aus. Zusätzlich müssten die Ursachen angegangen werden. Als Beispiel nannte sie eine familienfeindliche Arbeitszeitkultur in den Führungsetagen oder mangelnde Kinderbetreuung. Viele Männer könnten nur deshalb ihre Karriere so bedingungslos verfolgen, „weil sie die Zuständigkeit für Kinder und Küche outgesourced haben“.

Das Vorbild für die Frauenquote in der Wirtschaft kommt aus Norwegen. Dort müssen die rund 550 börsennotierten Unternehmen seit Anfang 2008 ihre Verwaltungsräte zu mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzen. Die als Sanktionsmaßnahmen vorgesehenen Geldbußen oder gar Lizenzentziehungen wurden nicht ausgesprochen, da alle Unternehmen der Anforderung nachkamen, geringfügige Fristverletzungen wurden toleriert. Heute liegt die Frauenquote in den Verwaltungsräten nach Auskunft der Statistikbehörde bei 40,1 Prozent. Der norwegische Arbeitgeberverband hat sich nach anfänglicher Kritik dazu durchgerungen, das Gleichstellungsgesetz zu unterstützen.

In Deutschland bringt sich die Telekom mit ihrem Beschluss in eine Vorreiterrolle. Das könnte dazu beitragen, ihr gesellschaftspolitisches Image aufzupolieren, das unter der Spitzelaffäre und Datenschutzskandalen gelitten hat. Der öffentlichkeitswirksamen Ankündigung des Frauenförderungsprogramms soll am Mittwoch die Vorlage einer neuen Unternehmensstrategie folgen. Eines der Hauptziele der Telekom ist es, sich verstärkt als Anbieter von Diensten im Internet zu positionieren. Der Beschluss zur Einführung der Frauenquote habe „Signalwirkung“, meinte Sattelberger. Er sei davon überzeugt, dass andere Unternehmen bald folgen würden. Die angestrebte Quote von 30 Prozent entspricht etwa dem Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft; derzeit sind etwa 13 Prozent der Führungskräfte weiblich. Unter den sechzig Top-Managern sind zwei Frauen, der Vorstand ist nur mit Männern besetzt. Anderswo sieht es nicht anders aus: Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Untersuchung feststellte, waren 2009 nur 2,5 Prozent der Vorstände der 200 größten deutschen Unternehmen weiblich.

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Lieber ehrlich

Von Johannes Pennekamp

Die SPD und noch mehr die Grünen haben höhere Steuern für Top-Verdiener angekündigt - und finden sich dabei besonders ehrlich. Was sie gerne verschweigen: Zu den Top-Verdienern im Land zählen nicht nur Millionäre mit Sportwagen, sondern auch schon leitende Angestellte, Handwerksmeister und Beamte. Mehr 7 23


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