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Mails, Apps und Co. : Wie Manager ihre Smartphones nutzen

Extensive Smartphone-Nutzung? 30 Prozent der männlichen Führungskräfte bezeichnen sich selbst als technikaffin. Bild: AFP

Das Smartphone ist auch für Führungskräfte längst ein ständiger Begleiter. Bei einigen Apps sind sie allerdings skeptisch und auch die oft beklagte Mail-Flut hält sich bei ihnen in Grenzen.

          Früher hatten Führungskräfte oft einen großen Zeit- und Wissensvorsprung vor der breiten Masse ihrer Untergebenen. Schon einige Zeit bevor vor 10 Jahren die große Smartphone-Revolution über das Volk hereinbrach, haben viele Chefs die Taschencomputer genutzt – eine Zeitlang galten sie als Statussymbol der Manager, doch das ist längst vorbei, seit sich fast jeder ein Smartphone leisten kann. Der digitale Vorsprung ist damit zumindest oberflächlich geschmolzen.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie aber sieht es im Alltag der Manager heute aus? Wann und wofür nutzen deutsche Führungskräfte ihre Smartphones? Jeder fünfte greift unmittelbar nach dem Aufstehen morgens zum Smartphone und checkt die Nachrichten, ergab eine Umfrage der Personalberatung Heidrick & Struggles unter rund 1000 deutschen Führungskräften. Rund 70 Prozent haben sich morgens digital über das Wichtigste informiert, bevor sie das Haus verlassen.

          Auch in sozialen Netzwerken sind viele sehr aktiv. Die meisten nutzen Facebook (81 Prozent) und Xing (71 Prozent), deutlich weniger Twitter (31 Prozent), LinkedIn (28 Prozent) und Google+ (16 Prozent). Weit abgeschlagen ist bei Managern der bei Teenagern beliebte Foto-dienst Instagram, den nur rund jeder zehnte Manager nutzt. Um sich täglich über das Weltgeschehen zu informieren, nutzen 61 Prozent überwiegend Online-Medien, nur noch 15 Prozent nennen das Fernsehen als Hauptquelle ihrer Nachrichten.

          Zögerlich bei Überweisungen, Taxi- und Gesundheitsapps

          Die oft beklagte Flut an täglichen E-Mails hält sich laut der Umfrage überraschend in Grenzen. Die Mehrheit von knapp 70 Prozent der Manager erhält nach eigener Aussage weniger als 50 E-Mails am Tag. „Bei dem heutigen Grad an Vernetzung scheint dies eher wenig“, bewertet Tim Lüdke, Chef der Technologiegruppe von Heidrick & Struggles, die Zahlen. Ein Teil der persönlichen Nachrichten im Arbeitsalltag hat sich freilich in den vergangenen Jahren auch auf andere Dienste verlagert.

          So nutzen über 70 Prozent der Manager zusätzlich einen Messaging-Dienst, und zwar ganz überwiegend Whatsapp; andere Dienste für persönliche Nachrichten werden kaum genutzt. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Manager (57 Prozent) nutzen zudem mobile Videokonferenzen wie Facetime, um sich mit Kollegen oder Geschäftspartnern zu besprechen.

          Zögerlich sind die deutschen Führungskräfte bei Banküberweisungen, Taxi- und Gesundheitsapps. Lediglich 9 Prozent der Manager überweisen Geld über das Smartphone. Die vielgerühmten Taxi-Apps wie Uber oder Mytaxi nutzen hierzulande nur 4 Prozent. Und nur jeder vierte Manager nutzt bislang Gesundheitapps.

          Wenige Manager sind in digitale Projekte eingebunden

          Amerikanische Manager hätten weniger Vorbehalte, Gesundheitsapps seien dort viel verbreiteter, sagt Michael Oberwegner, Deutschlandchef der Personalberatung. Beunruhigender findet er aber, dass noch immer viele – vor allem ältere Manager – nicht in digitale Projekte in ihren Unternehmen eingebunden seien: 65 Prozent gaben an, noch nie in digitale Projekte ihres Unternehmens eingebunden gewesen zu sein. Lediglich 11 Prozent beantworteten die Frage mit „ja, sehr intensiv“.

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          Oftmals sei nur eine neue digitale Speerspitze in diese Prozesse eingebunden. Dabei hätten die allermeisten Manager die Bedeutung des Digitalen längst erkannt. Die Bereitschaft, sich in diesem Bereich weiterzubilden, sei hoch. Rund 5 Prozent der Führungskräfte können nach eigener Auskunft sogar programmieren.

          Wenn sie ihre Digitalfähigkeiten selbst benoten müssten, gäben sich die Manager im Schnitt die Schulnote 2,5, wobei auffällig ist, dass sich Frauen um 0,3 Notenpunkte schlechter einschätzen. Immerhin 30 Prozent der männlichen Führungskräfte bezeichnen sich selbst als technikaffin, sie seien über laufende Neuheiten also gut informiert. Von den Frauen gaben das lediglich knapp 20 Prozent zu Protokoll.

          Quelle: F.A.Z.

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