25.12.2008 · Im Skandal um den mutmaßlichen Anlagebetrüger Bernard Madoff formiert sich eine Klagewelle - auch die Universität New York reichte nun Klage gegen den Madoff-Finanzier Merkin und dessen Fonds ein. Der amerikanische Kongress will Versäumnisse der Aufsichtsbehörde prüfen.
Im Skandal um den mutmaßlichen Anlagebetrüger Bernard Madoff formiert sich eine Klagewelle gegen Fonds und Aufseher. Als bislang letztes prominentes Opfer reihte sich die Universität New York (NYU) in die Reihe der Kläger ein, die wegen mangelhaften Schutzes und verheimlichten Informationen Entschädigungen fordern.
Die NYU, die wegen des Skandals nach eigenen Angaben rund 24 Millionen Dollar verloren hat, verklagte den Manager Ezra Merkin und dessen Fonds Gabriel Capital und Ariel. „Fonds wie Ariel, die Madoff mit Geld fütterten, haben ihr Engagement bei Madoff bewusst vor ihren Investoren verheimlicht“, heißt es in der Anklageschrift der NYU.
Kongress prüft Versagen der Aufsichtsbehörde
Merkins Anwalt erklärte, der Ariel Fonds werde trotz einer Gerichtsanweisung vom Mittwoch abgewickelt werden. Merkin versuche, angesichts des schrecklichen Betrugs das Beste für die Investoren herauszuholen, sagte er.
Merkin war bereits letzte Woche wegen der Beaufsichtigung des Fonds Ascot Partners verklagt worden, der bis zu 1,8 Milliarden Dollar bei Madoff verloren haben könnte. Am Dienstag hatte eine Rentnerin, die rund zwei Millionen Dollar bei Madoff angelegt hatte, wegen unzureichenden Schutzes eine Entschädigung von der US-Börsenaufsicht SEC gefordert. Der amerikanische Kongress will 2009 in einer Untersuchung prüfen, ob die Aufsichtsbehörde versagt hat.
Selbstmord in New York
Der Gründer eines im Madoff-Skandal geschädigten Investmentfonds hat offenbar Selbstmord begangen. Der 65 Jahre alte Franzose wurde am Dienstag tot in seinem New Yorker Büro gefunden. Der Mitbegründer des Fonds Access International habe sich die Pulsadern und aufgeschnitten und zudem möglicherweise Schlaftabletten genommen, hieß es aus Polizeikreisen. Laut Presseberichten soll sein Fonds bis zu 1,4 Milliarden Dollar bei Madoff angelegt haben.
Dem 70 Jahre alten Madoff wird vorgeworfen, Investoren mit einem Schneeballsystem um bis zu 50 Milliarden Dollar betrogen zu haben. Zu den potenziellen Opfern zählen namhafte Banken und Fonds, aber auch Universitäten und Wohltätigkeitsorganisationen.
Analysten glauben, dass Madoff, der in New York unter Hausarrest steht, einen der größten Betrugsfälle der Wall Street ausgelöst hat. Die Organisation SIPC, die vom Gericht mit der Abwicklung des Madoff-Skandals beauftragt wurde, geht davon aus, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis alle Verluste ersichtlich sind.
Wie kann es sein,
German Feldmann (achwas)
- 25.12.2008, 13:59 Uhr
Das wäre wenigstens eine positive Folge
Torsten Klier (TorstenKlier)
- 25.12.2008, 17:20 Uhr
@ G. Feldmann
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 26.12.2008, 02:35 Uhr
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