http://www.faz.net/-gqe-76e2p
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 08.02.2013, 08:06 Uhr

Luftverkehrsbehörde FAA Dreamliner darf zu Testflügen abheben

Seit 16. Januar müssen alle Dreamliner am Boden bleiben. Nun erlaubt die amerikanische Luftfahrtbehörde wieder Testflüge. Boeing muss dennoch womöglich die Konstruktion seines pannenreichen Vorzeigefliegers ändern.

© REUTERS, reuters Dreamliner darf wieder fliegen

Die amerikanische Luftverkehrsbehörde FAA erlaubt dem Flugzeugbauer Boeing die beantragten Testflüge für seinen Dreamliner. Hauptzweck der Flüge sei es, im Betrieb Daten zu Batterie und Elektronik des Flugzeugs zu sammeln, hieß es in der Nacht zu Freitag in einer gemeinsamen Erklärung des amerikanischen Transportministers Ray LaHood und FAA-Chef Michael Huerta. Für die Testflüge soll eine ganze Reihe von Restriktionen gelten. Wann sie aufgenommen werden können, war zunächst unklar.

Boeing hatte die Behörde um eine Sondergenehmigung für die Flüge gebeten, um eine mögliche Lösung für die Probleme zu testen. Seit 16. Januar sind alle 50 ausgelieferten Dreamliner auf Anordnung der Behörden am Boden. Grund sind defekte Batterien, die zum Teil in der Luft in Brand geraten waren. Die Ursache dafür ist noch ungeklärt. Die Nationale Behörde für Transportsicherheit NTSB ist in Zusammenarbeit mit dem Flugzeugbauer, dem japanischen Batteriehersteller GS Yuasa sowie anderen Behörden mit dem Fall beauftragt.

Mehr zum Thema

Boeing muss nun möglicherweise die Konstruktion seines pannenreichen Vorzeigefliegers 787 „Dreamliner“ ändern. Nach dem Brand in einer am Boden stehenden Maschine vor einem Monat hat die NTSB Zweifel daran, dass die verwendeten Batterien sicher sind. „Die Annahmen, unter denen die Batterie zertifiziert wurde, müssen überdacht werden“, sagte NTSB-Chefin Deborah Hersman am Donnerstag. Die NTSB geht nach bisherigen Untersuchungen davon aus, dass ein Kurzschluss in einer von acht Einzelzellen der Batterie dazu führte, dass Anfang Januar am Flughafen Boston ein Feuer in einer Maschine von Japan Airlines ausbrach.

„Mechanische Einflüsse haben wir ausgeschlossen“, sagte Hersman. Der Kurzschluss müsse in der Batterie selbst entstanden sein. Warum, sei aber noch unklar. Denkbar sei ein Fehler beim Laden, ein falsches Design oder Herstellungsprobleme. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ arbeitet Boeing bereits an einem neuen Batterie-Design, um das Risiko eines Brandes zu minimieren. Nur wenige Tage nach dem Vorfall in Boston hatte eine weitere Batterie geschmort, woraufhin ein „Dreamliner“ in Japan notlanden musste.

Gesellschaften müssen auf bestellte Flugzeuge warten

Die amerikanische Flugaufsicht FAA verhängte daraufhin Mitte Januar ein Flugverbot und Boeing stellte die Auslieferung des Langstreckenfliegers an Kunden bis auf Weiteres ein. „Die Entscheidung, dass die 787 wieder fliegen darf, trifft die FAA, nicht die NTSB“, stellte Hersman klar. Die NTSB-Chefin hatte bereits gesagt, dass es noch mehrere Wochen dauern könnte, bis die Behörden ihre Ermittlungen abgeschlossen hätten. In 30 Tagen soll ein erster Bericht vorliegen. Damit bleibt weiter unklar, wann die 50 bereits ausgelieferten „Dreamliner“ wieder starten dürfen.

Nach dem Flugverbot für Boeings Vorzeigejet müssen sich Fluggesellschaften auf eine verspätete Auslieferung ihrer bestellten Maschinen einstellen. Der Flugzeugbauer habe die für April und Juni geplanten Auslieferungen in Frage gestellt, teilte der norwegische Billigflieger Norwegian Air Shuttle am Freitag in Fornebu bei Oslo mit. Eigentlich sollte Norwegian dann seine ersten beiden „Dreamliner“-Jets erhalten, die die Gesellschaft über den Flugzeugfinanzierer ILFC geordert hat. Anstelle des neuen Modells wollen die Norweger im Falle einer Verspätung andere Langstreckenflugzeuge leasen, damit die geplanten Flüge nach New York und Bangkok auf jeden Fall stattfinden können.

Quelle: FAZ.NET/Reuters/dpa-AFX

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Bestätigung aus Washington Ankara beantragt Auslieferung von Gülen

Die Türkei hat offiziell um die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen ersucht. Nach Angaben des Weißen Hauses gibt es angeblich keinen Zusammenhang mit dem Putschversuch im Juli. Mehr

23.08.2016, 22:18 Uhr | Politik
Pegasus Schadsoftware bedroht Millionen iOS-Geräte

Eigentlich gelten Apple-Produkte als sicher. Doch vor Kurzem wurde eine Schadsoftware entdeckt, die Hackern vollen Zugriff auf alle Daten ermöglicht. Die Schadsoftware mit dem Namen Pegasus kann auf das Gerät gelangen, wenn Nutzer im Safari-Browser einen präparierten Link anklicken. Am Freitag veröffentlicht Apple ein Update, das die Sicherheitslücke schließen soll. Mehr

27.08.2016, 10:41 Uhr | Wirtschaft
Airbus-Rivale Rechnet Boeing mit viel weniger Flugzeugbestellungen?

Eigentlich ging der Flugzeughersteller Boeing davon aus, mehr als 740 Flugzeuge in diesem Jahr zu verkaufen. Internen Zahlen zufolge sollen es nun angeblich merklich weniger sein. Mehr

23.08.2016, 08:10 Uhr | Wirtschaft
Ein Jahr Flüchtlingskrise Im Land der Helfer

Sie sind die Dienstleister der Kanzlerin: Ehrenamtliche, die seit einem Jahr Fulltime arbeiten. Doch was wird, wenn bald nichts mehr zu tun ist? Mehr Von Ralph Bollmann und Jenni Thier

26.08.2016, 19:11 Uhr | Wirtschaft
Türkei-Besuch Biden reist ohne Antwort nach Ankara

Joe Biden besucht heute die Türkei. Vom Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten erhofft sich Erdogan vor allem eines: Er will die Auslieferung seines größten Widersachers, Fethullah Gülen, erzwingen. Mehr Von Michael Martens, Athen

24.08.2016, 09:16 Uhr | Politik

Nach dem Golde drängt alles

Von Christian Siedenbiedel

Schon in Goethes „Faust“ heißt es: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles“. Was aber rückt das Gold heute wieder so in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger? Der Brexit? Sorgen um die Weltwirtschaft? Etwas ganz anderes? Mehr 3 13

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden