Home
http://www.faz.net/-gqi-76e2p
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Luftverkehrsbehörde FAA Dreamliner darf zu Testflügen abheben

Seit 16. Januar müssen alle Dreamliner am Boden bleiben. Nun erlaubt die amerikanische Luftfahrtbehörde wieder Testflüge. Boeing muss dennoch womöglich die Konstruktion seines pannenreichen Vorzeigefliegers ändern.

Zurück in der Luft: Der Dreamliner darf zu Testzwecken wieder abheben Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© REUTERS, reuters Vergrößern Dreamliner darf wieder fliegen

Die amerikanische Luftverkehrsbehörde FAA erlaubt dem Flugzeugbauer Boeing die beantragten Testflüge für seinen Dreamliner. Hauptzweck der Flüge sei es, im Betrieb Daten zu Batterie und Elektronik des Flugzeugs zu sammeln, hieß es in der Nacht zu Freitag in einer gemeinsamen Erklärung des amerikanischen Transportministers Ray LaHood und FAA-Chef Michael Huerta. Für die Testflüge soll eine ganze Reihe von Restriktionen gelten. Wann sie aufgenommen werden können, war zunächst unklar.

Boeing hatte die Behörde um eine Sondergenehmigung für die Flüge gebeten, um eine mögliche Lösung für die Probleme zu testen. Seit 16. Januar sind alle 50 ausgelieferten Dreamliner auf Anordnung der Behörden am Boden. Grund sind defekte Batterien, die zum Teil in der Luft in Brand geraten waren. Die Ursache dafür ist noch ungeklärt. Die Nationale Behörde für Transportsicherheit NTSB ist in Zusammenarbeit mit dem Flugzeugbauer, dem japanischen Batteriehersteller GS Yuasa sowie anderen Behörden mit dem Fall beauftragt.

Mehr zum Thema

Boeing muss nun möglicherweise die Konstruktion seines pannenreichen Vorzeigefliegers 787 „Dreamliner“ ändern. Nach dem Brand in einer am Boden stehenden Maschine vor einem Monat hat die NTSB Zweifel daran, dass die verwendeten Batterien sicher sind. „Die Annahmen, unter denen die Batterie zertifiziert wurde, müssen überdacht werden“, sagte NTSB-Chefin Deborah Hersman am Donnerstag. Die NTSB geht nach bisherigen Untersuchungen davon aus, dass ein Kurzschluss in einer von acht Einzelzellen der Batterie dazu führte, dass Anfang Januar am Flughafen Boston ein Feuer in einer Maschine von Japan Airlines ausbrach.

„Mechanische Einflüsse haben wir ausgeschlossen“, sagte Hersman. Der Kurzschluss müsse in der Batterie selbst entstanden sein. Warum, sei aber noch unklar. Denkbar sei ein Fehler beim Laden, ein falsches Design oder Herstellungsprobleme. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ arbeitet Boeing bereits an einem neuen Batterie-Design, um das Risiko eines Brandes zu minimieren. Nur wenige Tage nach dem Vorfall in Boston hatte eine weitere Batterie geschmort, woraufhin ein „Dreamliner“ in Japan notlanden musste.

Gesellschaften müssen auf bestellte Flugzeuge warten

Die amerikanische Flugaufsicht FAA verhängte daraufhin Mitte Januar ein Flugverbot und Boeing stellte die Auslieferung des Langstreckenfliegers an Kunden bis auf Weiteres ein. „Die Entscheidung, dass die 787 wieder fliegen darf, trifft die FAA, nicht die NTSB“, stellte Hersman klar. Die NTSB-Chefin hatte bereits gesagt, dass es noch mehrere Wochen dauern könnte, bis die Behörden ihre Ermittlungen abgeschlossen hätten. In 30 Tagen soll ein erster Bericht vorliegen. Damit bleibt weiter unklar, wann die 50 bereits ausgelieferten „Dreamliner“ wieder starten dürfen.

Nach dem Flugverbot für Boeings Vorzeigejet müssen sich Fluggesellschaften auf eine verspätete Auslieferung ihrer bestellten Maschinen einstellen. Der Flugzeugbauer habe die für April und Juni geplanten Auslieferungen in Frage gestellt, teilte der norwegische Billigflieger Norwegian Air Shuttle am Freitag in Fornebu bei Oslo mit. Eigentlich sollte Norwegian dann seine ersten beiden „Dreamliner“-Jets erhalten, die die Gesellschaft über den Flugzeugfinanzierer ILFC geordert hat. Anstelle des neuen Modells wollen die Norweger im Falle einer Verspätung andere Langstreckenflugzeuge leasen, damit die geplanten Flüge nach New York und Bangkok auf jeden Fall stattfinden können.

Quelle: FAZ.NET/Reuters/dpa-AFX

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Berechnungen Indonesien hält nach möglichen MH370-Wrackteilen Ausschau

Trümmer der vermissten Maschine MH370 könnten laut australischen Strömungsmodellen im westlichen Indischen Ozean treiben oder an die Küste Indonesiens geschwemmt worden sein. Die Behörden des Landes halten nun nach Wrackteilen Ausschau. Mehr Von Till Fähnders, Singapur

24.10.2014, 06:49 Uhr | Wirtschaft
Schreckensbild an der Unglücksstelle von Flug MH17

Mit 298 Menschen an Bord ist eine Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine abgestürzt. Die Maschine war wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Die Separatisten in der Ostukraine bestreiten eine Verantwortung für den Absturz. Mehr

19.07.2014, 08:29 Uhr | Politik
Angst vor Ebola Outbreak in Boston

Schüler vergleichen das Virus mit Terroristen vom Islamischen Staat, eine TV-Moderatorin fordert die Abschottung des Landes: Die Ebola-Furcht in Amerika nimmt groteske Züge an. Mehr Von Christiane Heil, Los Angeles

14.10.2014, 16:46 Uhr | Gesellschaft
Doppelpass mit der Hoffenheimer Maschine

Die neue Bundesligasaison beginnt am Freitag: Rechtzeitig hat auch unser Fußballreporter die Vorbereitung angefangen. Ein Selbstversuch im Footbonaut der TSG Hoffenheim. Mehr Von Andreas Brand

22.08.2014, 10:54 Uhr | Sport
Airbus A400M Frankreich freut sich, Deutschland krittelt herum

Demnächst soll auch die Bundeswehr ihren ersten A400M bekommen. Ein Besuch auf dem Luftwaffenstützpunkt Orléans gewährt Einblicke in eine Hightech-Welt, die noch nicht alles kann, was versprochen wurde. Mehr Von Christian Schubert, Orléans

17.10.2014, 08:36 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.02.2013, 08:06 Uhr

Indonesiens unerfahrener Hoffnungsträger

Von Christoph Hein, Singapur

Gerade wurde Indonesiens neuer Präsident Joko Widodo eingeschworen. Die Erwartungen an ihn sind riesig. Aber ist er seinem Amt gewachsen? Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wie wichtig ist die Raumfahrt für Deutschland?

Dass die Raumfahrernation Amerika viel in die Erforschung des Weltraums investiert, ist keine Überraschung. Aber selbst in Italien, Japan und Frankreich hat die Raumfahrt einen höheren Stellenwert als hierzulande. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden