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Luftverkehr Lufthansa will noch mehr sparen

10.11.2005 ·  Die Deutsche Lufthansa will ihre Kosten auch über das bereits laufende Sparprogramm hinaus senken. Mittelfristig strebt der Konzern ein operatives Ergebnis von jährlich eine Milliarde Euro Betriebsgewinn an.

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Die Deutsche Lufthansa will ihre Kosten auch über das bereits laufende Sparprogramm hinaus senken. Das Ziel, bis Ende 2006 rund 1,2 Milliarden Euro zu sparen, werde erreicht. “Wir werden aber auch danach nicht ruhen“, sagte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber bei Vorlage der Neun-Monatsbilanz am Donnerstag in Frankfurt. “Die Luftverkehrsbranche befindet sich weltweit in einer unverändert schwierigen Lage. Dazu ist die politische Großwetterlage in Deutschland nach wie vor alles andere als wachstumsfördernd“, sagte der Lufthansa-Chef.

Im dritten Quartal hätten trotz des schwierigen Umfelds alle Konzernsparten der Lufthansa ihr operatives Ergebnis gesteigert. Auch die Problemsparte Catering der LSG Sky Chefs habe erstmals operativ ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Bei LSG sei die Trendwende eingeleitet. “Problematisch bleibt es in den USA“, schränkte Mayrhuber ein. So nahm Lufthansa bei LSG in den Vereinigten Staaten erneut Wertberichtigungen in Höhe von 200 Millionen Euro vor. Diese Belastungen seien aber durch Sondererträge aus Beteiligungsverkäufen ausgeglichen worden.

Gutes Ergebnis auch durch Sparmaßnahmen des Personals

Wie bereits am Vorabend mitgeteilt, stieg das Konzernergebnis nach neun Monaten überdurchschnittlich stark auf 416 (Vorjahreszeitraum: 164) Millionen. Der Umsatz wuchs von Januar bis September um 4,7 Prozent auf 13,3 (12,7) Milliarden Euro. Das
operative Ergebnis verdoppelte sich nahezu auf 471 (251) Millionen Euro.

Analysten hatten den starken Anstieg des operativen Ergebnisses trotz der Zusatzkosten für Treibstoff in diesem Jahr erwartet, weil die Lufthansa eine Vielzahl von Sparmaßnahmen durchgesetzt hat, vor allem beim Personal mit einer Nullrunde bei den Gehältern und längeren Arbeitszeiten.

Europas zweitgrößte Fluggesellschaft hob für 2005 ihre Jahresprognose an und rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem operativen Ergebnis von “deutlich mehr als 400 Millionen Euro“. Die Aktie gehörte dennoch am Donnerstag mit einem Minus von mehr als zwei Prozent bei 11,48 Euro zu den Verlierern im Deutschen Aktien-Index.

Swiss weitet die Verluste aus

Die von Lufthansa bereits zu 49 Prozent übernommene Schweizer Fluglinie Swiss weitete in den ersten neun Monaten ihre Verluste auf 52 Millionen Euro von zuvor rund zehn Millionen Euro aus. Die Integration von Swiss sei aber im Plan, sagte Mayrhuber.

Für 2006 rechnet Lufthansa erneut mit steigenden Treibstoffkosten. In diesem Jahr kalkuliert das Unternehmen weiterhin mit 2,5 Milliarden Euro Treibstoffkosten, 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Lufthansa will mittelfristig ein operatives Ergebnis von jährlich eine Milliarde Euro erreichen. Dies sei für einen Konzern wie Lufthansa eine wirtschaftlich angemessene Größenordnung, sagte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley. Die Prognose für das laufende Jahr, deutlich mehr als 400 Millionen Euro operativ zu erwirtschaften, lasse sich aufgrund des generell schwachen vierten Quartals in der Luftfahrt nicht präzisieren, sagte Kley.

Bei den Treibstoffkosten rechnet Lufthansa für 2006 laut Kley mit einem Anstieg auf 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro nach 2,5 Milliarden in diesem Jahr.

Lufthansa strebt unverändert Börsenfähigkeit von Cook an

Die Deutsche Lufthansa lehnt einen Verkauf ihrer Beteiligung am Reisekonzern Thomas Cook an den Miteigentümer Karstadt-Quelle weiterhin ab.

Die Touristik gehöre für Lufthansa zwar eher zum Randbereich der Konzernaktivitäten. “Aber wir wollen die Ernte einfahren“, sagte Mayrhuber. Die Aussage beider Gesellschafter, Thomas Cook börsenfähig zu machen, habe Bestand.

Zu den öffentlichen Aussagen von Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff, er wolle gern die Mehrheit an Cook übernehmen, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley, wenn es etwas zu bereden gebe, werde man dies nicht öffentlich tun. Aber es gebe derzeit keine Gespräche mit Karstadt-Quelle über Thomas Cook.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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