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Luftverkehr Fraport will in China wachsen

09.06.2005 ·  Der Flughafenbetreiber Fraport prüft den Einstieg bei einem chinesischen Regionalflughafen. Das Geschäft birgt Risiken, denn Chinas Flughäfen gelten nicht gerade als effizient. Außerdem hat Fraport in Asien bereits Millionen verloren.

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Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will sein Engagement in China ausweiten.

Das deutsche Unternehmen strebt eine Beteiligung an einem Regionalflughafen in Ningbo im Osten Chinas an. Eine entsprechende Absichtserklärung, ein so genanntes „Memorandum of Understanding“, sei jetzt unterzeichnet worden, sagte ein Fraport-Sprecher am Donnerstag. „Ob es tatsächlich zu der Beteiligung kommt und in welcher Form, wird jetzt geprüft“, sagte der Sprecher.

Seitens des Flughafens „Ningbo Lishe“ war am Donnerstag bereits von einer 25-Prozent-Beteiligung des deutschen Partners die Rede, was Fraport nicht bestätigen wollte. Zu den Kosten eines Einstiegs machte der Sprecher in Ningbo ebenfalls keine Angaben.

Chinas Flughäfen gelten als uneffizient

Europas zweitgrößter Flughafenbetreiber hatte im vorigen Sommer mit dem Flughafen der Handelsmetropole Schanghai in China ein erstes Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Dabei handelt es sich um eine Beratungsfirma für den chinesischen Luftfahrtmarkt, auf dem in den nächsten Jahren starke Zuwächse erwartet werden.

Die chinesische Staatsführung hatte 2003 den Luftfahrtsektor für private Investoren aus dem In- und Ausland geöffnet. Bislang gibt es allerdings nur wenige Flughafenbeteiligungen aus dem Ausland, da chinesische Flughäfen als überwiegend uneffizient angesehen werden.

Auslandsengagement vor allem in Osteuropa

Der vergleichsweise kleine Flughafen der rund 160 Kilometer von Schanghai entfernt gelegenen Stadt Ningbo zählte zuletzt jährlich 1,84 Millionen Passagiere und knapp 35.000 Tonnen Fracht. Bis 2008 soll das Verkehrsaufkommen um rund 50 Prozent steigen. Das eingetragene Grundkapital der Flughafengesellschaft beträgt umgerechnet gut 90 Millionen Euro.

Den Schwerpunkt seines Auslandsengagements richtete Fraport in jüngster Zeit aber auf Osteuropa. Nach dem Scheitern im Wettbewerb um die bulgarischen Schwarzmeer-Flughäfen kündigte das Unternehmen am Mittwoch ein Angebot für den ebenfalls zur Privatisierung anstehenden ungarischen Flughafen in Budapest an.

Vorsicht nach Manila-Desaster

Seit dem Desaster bei einem Terminalbau in Manila vor wenigen Jahren, der Fraport einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe bescherte, versucht der Flughafenbetreiber nun, die Investitionen bei Auslandsaktivitäten knapp zu halten.

Die Fraport-Aktie setzte am Donnerstag ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort und legte bis zum Nachmittag leicht um 0,6 Prozent auf 33,93 Euro zu.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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