Home
http://www.faz.net/-gqe-7727u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Lufthansa Zwei deutsche Standorte sollen geschlossen werden

Das Luftfahrtunternehmen Lufthansa strukturiert um: Im Zuge der Schließungen sollen mehr als 700 Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Betroffen sind die Kölner Hauptverwaltung und der Standort Norderstedt.

© dpa Eiszeit: Die Lufthansa setzt den Rotstift an und macht zwei Standorte zu.

Im Zuge ihres großen Sparprogramms will die Lufthansa zwei Standorte in Deutschland schließen. Mehr als 700 Arbeitsplätze sollten auf diesem Wege ins Ausland verlagert werden, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstagabend. Zudem sollen wahrscheinlich hunderte Jobs innerhalb von Deutschland verschoben werden.

Geschlossen werden sollen im Rahmen des Sparprogramms „Score“ laut Lufthansa bis Ende 2017 die Hauptverwaltung des Konzerns in Köln mit 365 Arbeitsplätzen und der Standort der Buchhaltungstochter Lufthansa Revenue in Norderstedt mit etwa 350 Jobs. Auch sollten rund 160 der etwa 200 Arbeitsplätze der Konzernverwaltung im Bereich Financial Services in Hamburg in ein „spezialisiertes Dienstleistungszentrum“ ausgelagert werden.

Cityline-Zentrale nach München?

Ebenfalls prüfen will die Lufthansa nach eigenen Angaben, ob die Lufthansa-Tochter Cityline ihre Zentrale von Köln nach München verlegt. Damit würde die Verwaltung näher an den „operationellen Schwerpunkt“ des Regionalanbieters rücken, erklärte das Unternehmen. Davon betroffen wären demnach rund 300 Mitarbeiter.

Die Lufthansa hatte bereits im Oktober erklärt, sie habe rund 700 Stellen in der Verwaltung identifiziert, die ins Ausland verlagert werden sollten. Hinzu kommen bei den Auslandsvertretungen und Konzerntöchtern weitere rund 400 Jobs, die an andere Auslandsstandorte verlegt werden sollen. Ein weiterer Stellenabbau sei nicht geplant, betonte der Lufthansa-Sprecher.

Mehr zum Thema

Insgesamt will die Lufthansa im Rahmen des Sparprogramms „Score“ nach eigenen Angaben weltweit rund 500 Millionen Euro beim Personal einsparen. Die Schließungen wolle der Vorstand in den kommenden Wochen mit den Arbeitnehmer-Vertretern verhandeln. Lufthansa-Chef Christoph Franz betonte, mit dem Sparprogramm „auch aus Verantwortung gegenüber rund 118.000 Mitarbeitern weltweit“ zu handeln: „Mit diesen Maßnahmen schaffen wir die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und langfristig sichere Arbeitsplätze.“

Die Lufthansa veröffentlichte am Dienstagabend zudem überraschend vorläufige Zahlen für das vergangene Jahr. Demnach verdiente das Unternehmen 2012 unter dem Strich 990 Millionen Euro - nach einem Verlust von 13 Millionen Euro im Jahr zuvor. Dieses Ergebnis sei aber vor allem aufgrund von Sondereinflüssen gestiegen, erklärte Lufthansa. Der operative Gewinn sank demnach um 36 Prozent auf 524 Millionen Euro. Der Umsatz des Konzerns stieg 2012 den vorläufigen Zahlen zufolge um 4,9 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro.

Die Sparpläne der Lufthansa belasten nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi die anstehenden Tarifverhandlungen für zehntausende Beschäftigte der Airline. Man werde den geplanten Abbau von Arbeitsplätzen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen, kündigte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle am Mittwoch in Berlin an. Dabei schloss sie ausdrücklich die Möglichkeit eines Streiks mit ein. Die geplanten Stellenstreichungen in Norderstedt, Hamburg und am Unternehmenssitz in Köln gingen über das angekündigte Maß hinaus, sagte Behle. In anderen Unternehmensteilen wie der Cateringtochter LSG sähen sich die Arbeitnehmer unannehmbaren Forderungen nach Lohnkürzungen ausgesetzt.

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Lastwagen MAN streicht 1800 Stellen

Der Lastwagenhersteller MAN will seine Belegschaft um fast 2000 Mitarbeiter reduzieren. Auf betriebsbedingte Kündungen soll dabei verzichtet werden. Mehr

24.06.2015, 16:04 Uhr | Wirtschaft
Neues Konzept Bund und Versorger wollen Atommüll-Transporte auch nach Bayern

Die Bundesregierung und die vier Atomkonzerne haben sich nach jahrelangem Ringen auf vier Zwischenlager für bislang im Ausland gelagerten radioaktiven Müll aus Deutschland verständigt. Wie es in einem Konzept von Bund und Versorgern heißt, sollen die Abfälle in Castor-Behältern an die AKW-Standorte Brokdorf, Philippsburg, Biblis und Isar in Bayern gebracht werden. Mehr

19.06.2015, 18:02 Uhr | Wirtschaft
Zwischenlager Hendricks beharrt auf Lagerung von Atommüll in Bayern

Die Bundesumweltministerin kritisiert Bayerns Widerstand gegen ein Atommüll-Zwischenlager. Sie will Castorbehälter auch gegen den Willen der CSU in das Bundesland schicken. Mehr

23.06.2015, 07:21 Uhr | Wirtschaft
Schottland Großbritanniens umstrittene Atomflotte

Das britische Atomwaffenarsenal in Schottland bestimmt immer mehr die Diskussion im Wahlkampf auf der Insel. Die U-Boote, auf denen die britischen Nuklearsprengköpfe lagern, sollten ersetzt werden, findet die Regierung in London. Die meisten Schotten hingegen wollen, dass die Basis ganz stillgelegt wird. Mehr

30.04.2015, 12:35 Uhr | Politik
Neue Erstaufnahmeeinrichtung Kaserne in Rotenburg wird Flüchtlingsunterkunft

Um den Zustrom von Flüchtlingen zu bewältigen und die Ankömmlinge über Hessen zu verteilen, wird die Kaserne in Rotenburg zur Erstaufnahmeeinrichtung. Sie steht seit Abzug der Bundeswehr seit Jahren leer. Mehr

02.07.2015, 12:14 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.02.2013, 22:10 Uhr

Der Anti-Tsipras

Von Leo Wieland, Madrid

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hat besonders im Blick, wie sich Syriza in Griechenland schlägt. Bald muss er sich in Wahlen gegen eine ganz ähnliche Partei stellen. Mehr 7 13


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden