http://www.faz.net/-gqe-74bpe

Lufthansa-Tarifkonflikt : Flugbegleiter bekommen 4,6 Prozent mehr Gehalt

  • Aktualisiert am

Neben höheren Grundgehältern erhalten die Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 320 Euro Bild: dapd

Der Tarifkonflikt zwischen Lufthansa und Gewerkschaft Ufo ist beendet. Das Schlichtungspaket sieht eine Gehaltserhöhung von 4,6 Prozent im nächsten Jahr sowie eine Einmalzahlung vor. Zudem wurde ein Kündigungsverzicht bis Ende 2014 vereinbart.

          Fluggäste der Lufthansa können aufatmen. Der schwierige Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern ist gelöst. Die Airline und die Gewerkschaft der Kabinenmitarbeiter haben sich auf zum Teil höhere Gehälter geeinigt. Nach den heftigen Flugausfällen zum Ende der Sommerferien wird es keine Streiks in der Vorweihnachtszeit geben.

          Im Zuge der Einigung steigen die Gehälter im Jahr 2013 in der Summe um fast 4,6 Prozent. Neben höheren Grundgehältern, die zwischen 6 und 18 Prozent angehoben werden, erhalten alle Mitarbeiter eine Einmalzahlung von 320 Euro und zusätzlich eine Erfolgsbeteiligung. Den langwierigen Streit schlichtete der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup.

          „Die Empfehlung ist weit mehr als ein kurzfristiger Kompromiss, sondern eine langfristige und ausgewogene Strukturreform“, sagte Rürup. „Sie macht die Lufthansa dauerhaft wettbewerbsfähig, ist gleichzeitig in hohem Maße sozial ausgewogen und bietet dem fliegenden Personal ein hohes Maß an Zukunftssicherheit.“

          Die Gewerkschaft will sich nun noch die Rückendeckung ihrer Mitglieder holen und sie über den Kompromiss abstimmen lassen. Spätestens Mitte Dezember dürfte diese Urabstimmung beendet sein.

          Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa ist beendet
          Der Tarifkonflikt bei der Lufthansa ist beendet : Bild: dpa

          Rürup hatte mit seinem Amt keine leichte Aufgabe. Die Tarifpartner haben seit 15 Monaten nach einem gemeinsamen Nenner gesucht. Selbst drei Streiktage mit heftigen Flugausfällen brachte die Kontrahenten nicht näher. Lufthansa beharrte vor allem auf dem eingeschlagenen Sparkonzept.

          Damit die Airline auch künftig ausreichend Geld für den Kauf von neuen Flugzeugen und für die Entwicklung neuer Produkte hat, will sie bis zum Jahr 2015 das Betriebsergebnis um rund 1,5 Milliarden Euro verbessern. Dazu sollen alle Sparten des Konzerns beitragen. Lufthansa Passage soll aber den Löwenanteil bringen.

          Während des Streiks fielen zahlreiche Flüge aus
          Während des Streiks fielen zahlreiche Flüge aus : Bild: dpa

          Deutschlands größte Fluggesellschaft leidet wie viele andere Airlines gegenwärtig besonders unter hohen Treibstoffkosten. Der harte Wettbewerb macht es aber unmöglich, diese Belastungen vollständig auf die Ticketpreise umzulegen und so kostendeckend zu fliegen. Als Ausweg rufen viele Fluggesellschaften umfangreiche Sparprogramme aus, die auch Stellenstreichungen beinhalten.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Ryanair: Wir verhandeln nicht

          Drohende Streiks : Ryanair: Wir verhandeln nicht

          Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat zum Streik beim irischen Billigflieger Ryanair aufgerufen. Die Fluggesellschaft lässt das angeblich kalt – sie nennt das eine reine PR-Aktion.

          Niki bleibt am Boden Video-Seite öffnen

          Airline pleite : Niki bleibt am Boden

          Niki wird doch nicht von der Lufthansa übernommen und der Flugbetrieb nach einem Insolvenzantrag sofort eingestellt. Zum Schaden von zehntausenden Fluggästen in den nächsten Wochen.

          Ryanair-Piloten kündigen Streik an Video-Seite öffnen

          Billig-Airline : Ryanair-Piloten kündigen Streik an

          Zum ersten Mal in der Geschichte von Ryanair wollen die Piloten streiken. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sieht keine andere Möglichkeit, um Verhandlungen über Arbeitsbedingungen bei der Fluggesellschaft zu erreichen.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Flüchtlinge in Europa : Wo Tusk recht hat

          Es besteht Einigkeit, dass die EU-Außengrenzen besser geschützt werden sollen. Was spricht dagegen, dass Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, sich dabei stärker engagieren? Ein Kommentar.

          Brexit-Veto : Ein erster Sieg im Rückzugsgefecht

          Nach Mays Niederlage im Parlament keimt nun bei vielen die Hoffnung auf, dass die Regierung gezwungen sein könnte, in Brüssel einen „weicheren“ Brexit zu verhandeln. Ein Rennen gegen die Zeit.

          Kryptowährung : Bulgarien ist Bitcoin-Großbesitzer

          Bulgarien besitzt Bitcoin im Wert von fast drei Milliarden Euro. Damit könnte das Land fast 20 Prozent seiner Staatsschulden bezahlen. Es gibt nur einen Haken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.