http://www.faz.net/-gqe-9g1ql

Lufthansa-Kommentar : Preiskampf am Himmel

Weil der Treibstoff mehr kostet, stehen Fluglinien unter Druck, ihre Tickets teurer zu machen. Ungünstiger könnte der Zeitpunkt kaum sein.

          Erst lässt die Lufthansa samt ihrer Tochtermarke Eurowings Passagiere auf verspätete Flüge warten – und dann will die Gesellschaft auch mehr Geld für die Beförderung verlangen. Reisende, die in diesem Sommer miterlebten, wie ein Konzern und eine gesamte Branche von den Folgen ihres Wachstums gefordert und auch überfordert waren, dürfte die Botschaft des Tages von Europas größtem Flugkonzern nicht glücklich stimmen.

          Doch steigende Kosten für Kerosin machen einen Aufschlag unausweichlich, sofern Fluggesellschaften nicht auf ihre Gewinne verzichten wollen. Die Herausforderung der Lufthansa besteht aber weniger darin, ihre Kunden bei Laune zu halten, sondern die angestrebten Preiserhöhungen im beabsichtigten Maß überhaupt durchzusetzen.

          Denn Lufthansa, Eurowings und ihre Konkurrenten waren in von Air Berlin hinterlassene Lücken gesprungen, bis diese überfüllt waren. Die Branche mutete sich viele Expansionsschübe zu, nur um verfügbare Verkehrsrechte keinem Wettbewerber zu überlassen.

          Das Ergebnis ist ein deutlich ausgeweitetes Platzangebot, das es nun zu füllen gilt. Das gelang zuletzt über niedrigere Preise. Mit Blick auf den Ölpreisanstieg müssten nun Tickets teurer werden, was die Nachfrage dämpft. 2019 steuert die Branche auf eine Zwickmühle zu. Nicht für Lufthansa, wohl aber für weniger finanzkräftige Gesellschaften wird es dort eng.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sie sind Veteranen: Reservisten der Bundeswehr in der Henning-von-Tresckow Kaserne in Oldenburg, begrüßt von Ursula von der Leyen (Archivbild)

          Bundeswehr : Zehn Millionen Deutsche sind nun Veteranen

          Verteidigungsministerium und militärische Verbände legen einen jahrelangen Streit bei. Die Grünen sprechen von Herummogelei – und die Linken von einem Verklärungsversuch.

          Ungewisse britische Zukunft : Der harte Kern des Brexits

          Die Briten haben eine systemkritische Deutung der EU etabliert. Es ist kein Zufall, dass ihr Streit sich jetzt um die irische Grenzfrage dreht. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.