http://www.faz.net/-gqe-74bfy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 12.11.2012, 20:35 Uhr

Lufthansa-Flugbegleiter Einigung im Tarifkonflikt

Bei der Lufthansa kommt es wohl nicht zu abermaligen Streiks der Flugbegleiter. Der Tarifkonflikt ist nach Informationen aus Verhandlungskreisen beigelegt. Am Dienstag soll die Empfehlung des Schlichters Bert Rürup vorgestellt werden.

© dpa Der Tarifkonflikt bei den Lufthansa-Flugbegleitern steht vor dem Ende

Im monatelangen Tarifkonflikt der Lufthansa-Flugbegleiter gibt es eine Einigung. Die Schlichtung sei erfolgreich gewesen, erfuhren die Deutsche Presse-Agentur und Reuters am Montagabend aus Verhandlungskreisen. Damit sind abermaligen Streiks vom Tisch. Über Einzelheiten der Einigung wurde zunächst nichts bekannt.

Am Dienstagmittag wollen Lufthansa und die Kabinengewerkschaft Ufo die Empfehlung des Schlichters Bert Rürup vorstellen. Das teilten Unternehmen und Gewerkschaft am Montag mit. An einer Pressekonferenz in Wiesbaden wollen neben Rürup auch die Verhandlungsführer der Lufthansa und von Ufo, Peter Gerber und Nicoley Baublies, teilnehmen. Über die Inhalte des Ergebnisses wurde Stillschweigen vereinbart.

Mehr zum Thema

In dem Konflikt geht es um Tarifverträge für rund 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage. Am Dienstag läuft eine selbst gesetzte Frist aus, bis zu der sich die Parteien zum Schlichterspruch äußern sollten. Unter dem Vorsitz des früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup hatten das Unternehmen und Ufo an einem Tarifkompromiss für die Flugbegleiter gefeilt, wie Verhandlungskreise bestätigten. Die vereinbarte Friedenspflicht endet am 30. November.

Dem Vernehmen nach hat der als Rentenexperte bekannte Rürup in seinem ersten Schlichtermandat Vorschläge entwickelt, die über den strittigen Vergütungstarifvertrag weit hinausgehen. Auch für den aus Lufthansa-Sicht notwendigen Personalabbau in der Kabine und die Verlagerung von 30 Maschinen samt Personal zur tariflich günstigeren Tochter Germanwings hat er Lösungen vorgeschlagen, hieß es.

In drei Wellen fielen mehr als 1000 Flüge aus

Die Lufthansa Passage wird als Kerngesellschaft des größten Luftfahrtkonzerns Europas in diesem Jahr ein operatives Minus einfliegen. Wegen der nicht ausreichenden Ertragskraft hat das Management ein umfassendes Sparprogramm entwickelt. Ufo verlangt 5 Prozent mehr Geld. Lufthansa hat bei einer längeren Laufzeit und längeren Arbeitszeiten 3,5 Prozent angeboten, außerdem will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen.

Im August und September hatten die Stewards und Stewardessen bei ihrem ersten Streik in der Lufthansa-Geschichte in drei Wellen mehr als 1000 Flüge ausfallen lassen. Das Unternehmen bezifferte den auf 33 Millionen Euro. Noch vor wenigen Tagen hatte die Gewerkschaft von einem drohenden Scheitern der Schlichtung gesprochen, weil zunächst keine weiteren Gesprächstermine vereinbart worden waren.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tarifstreit beigelegt Lufthansa und Flugbegleiter einigen sich

Es war ein langwieriger Tarifkonflikt und er hatte zum längsten Streik in der Unternehmensgeschichte geführt: Der Streit zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern. Nun sollen sie sich einig sein - und trotzdem bleibt viel offen. Mehr

30.06.2016, 14:26 Uhr | Wirtschaft
Draußen ist draußen Juncker schließt Nachverhandlungen über Reformpaket mit Briten aus

Unabhängig vom Ausgang des britischen Referendums will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker der Regierung in London keine weiteren Zugeständnisse beim vereinbarten Reformpaket machen. Draußen ist draußen, sagte Juncker am Mittwoch in Brüssel. Mehr

22.06.2016, 18:34 Uhr | Wirtschaft
Neuer Satellit Heftiger Streit am Flughafen München

Mit einer glanzvollen Feier und hämischen Spitzen gegenüber Berlin wurde das neu gebaute Terminal 2 am Münchner Flughafen eröffnet. Doch hinter den Kulissen knirscht es gewaltig. Mehr Von Rüdiger Köhn, München

27.06.2016, 18:56 Uhr | Wirtschaft
Streiks, Regen, Terrorgefahr Ist Frankreich bereit für die EM?

Streiks und Demonstrationen, Überschwemmungen und Terrorgefahr – Frankreich hat es als Gastgeberland der Fußball-EM nicht leicht. Die Tourismusbranche spürt bereits die ersten Auswirkungen - obwohl rund zwei Millionen Besucher zur EM erwartet werden. Mehr

10.06.2016, 13:29 Uhr | Sport
Uhrenhersteller in Glashütte Die Zeitgeber

Seit 170 Jahren werden in Glashütte Uhren gebaut. Gegen die mächtige Schweiz wirkte der kleine Ort in Sachsen lange chancenlos, jetzt begegnen sich die Hersteller auf Augenhöhe. Zeit für einen Besuch. Mehr Von Elena Witzeck

28.06.2016, 10:38 Uhr | Technik-Motor

Das Autorennen startet erst

Von Henning Peitsmeier

Im Rennen darum, wer beim Thema autonomes Fahren die Nase vorn hat, schmieden sich ungewöhnliche Allianzen. Auch über Branchengrenzen hinweg, wie das Abkommen von BMW mit Intel und Mobileye zeigt. Mehr 5 5

Grafik des Tages Ist der Mindestlohn schlimm?

Seit anderthalb Jahren gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Immer noch zweifeln viele Firmen, dass er ihre Erträge schmälern wird - besonders in einer Branche. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden