02.08.2008 · Der Streik bei der Lufthansa ist zu Ende gegangen. Der Flugplan wird sich aber erst in den kommenden beiden Wochen normalisieren. Laut einem Medienbericht drohen nun weitere Streikaktionen von den Piloten. Zudem ist Verdi-Chef Bsirske unter Druck geraten, weil er vor dem Streik mit der Lufthansa gratis erste Klasse geflogen ist.
Der tagelange Streik bei der Lufthansa ist am Samstag zu Ende gegangen. Bei der Frühschicht habe es keine Anzeichen für Arbeitsniederlegungen gegeben, sagte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt am Main. Wegen der jetzt notwendigen Wartungsarbeiten an den Flugzeugen wird sich der Flugplan nach Angaben der Lufthansa allerdings erst in den kommenden beiden Wochen normalisieren. Der Konzern erwartet, dass am Samstag und Sonntag noch täglich 130 Flüge gestrichen werden müssen. Von Dienstag an sollen nur noch rund 40 Flüge pro Tag ausfallen.
Streiken demnächst die Piloten?
Laut einem „Spiegel“-Bericht drohen der größten deutschen Airline zudem weitere Streikaktionen von den Piloten der Unternehmenstöchter Cityline und Eurowings, die im laufenden Tarifstreit um mehr Geld bereits mehrmals ihre Arbeit niederlegten. Dem Bericht zufolge ist ein dreistündiger Warnstreik geplant, an dem sich nun auch direkt beim Konzern beschäftige Piloten beteiligen wollten. Dabei soll es sich um „deutlich massivere Streiks“ handeln als die am Samstag beendeten des Bodenpersonals.
Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) war für eine Stellungnahme am Samstag zunächst nicht erreichbar, der Lufthansa-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Personalvorstand Stefan Lauer hatte am Freitag von einem neuen Angebot an die Piloten berichtet. Die VC wollte dies am Freitag nicht kommentieren, berichtete aber von im Hintergrund laufenden Gesprächen. Zuletzt hatten die rund 1.100 Piloten bei Eurowings und Cityline 36 Stunden lang gestreikt, fast 1.000 Flüge mussten gestrichen werden.
Bsirske reist First Class in den Urlaub
Unterdessen wurde bekannt, dass der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, vor Beginn des Arbeitskampfs zu einem fünfwöchigen Urlaub in die Südsee aufgebrochen ist. Als stellvertretender Aufsichtsratschef des Lufthansa-Konzerns nutzten er und seine Frau für die Reise First-Class-Tickets der Lufthansa. Diese stehen Aufsichtsratsmitgliedern zu. Dennoch hat dieser Vorgang für Befremden in der Öffentlichkeit gesorgt.
Die Gewerkschaft Verdi hat bestätigt, dass Bsirske auf Kosten der Lufthansa in der 1. Klasse in Urlaub geflogen ist. Der Flug sei von Frankfurt nach Los Angeles gegangen, sagte Verdi-Sprecher Harald Reutter am Samstag dem WDR-Hörfunk. Den Anschlussflug von Los Angeles zu seinem Urlaubsort habe Bsirske aus eigener Tasche bezahlt. Den durch den Freiflug entstandenen finanziellen Vorteil werde er selbstverständlich ordnungsgemäß versteuern.
Die Kritik am Verhalten Bsirskes sowie Rücktrittsforderungen an den Gewerkschaftschef wies der Sprecher zurück. Solche Appelle kämen von den „üblichen Verdächtigen“ und seien absurd.
Politiker von Union und FDP hatten den Rücktritt Bsirskes gefordert. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft solle „in der Südsee bleiben“, sagte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel der „Bild“-Zeitung. „Wenn er jetzt nicht zurücktritt, sollten ihm die Gewerkschafter den Stuhl vor die Tür setzen.“ Bsirske agiere „nach dem Motto: links reden, rechts leben“, sagte der CSU-Wirtschaftsexperte Hans Michelbach dem Blatt. Bsirske habe „seine Leute während des Arbeitskampfes im Stich gelassen“ und müsse „eigentlich“ zurücktreten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, verlangte Bsirskes Rückzug aus dem Lufthansa-Aufsichtsrat. Sein Verhalten sei „unglaublich“. Er fordere Bsirske daher auf, sein Aufsichtsrats-Mandat bei Lufthansa niederzulegen, sagte Fuchs dem Blatt.
Bsirske
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Marcel Meier (MarcelMeier)
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Peter Herbeck M.A. (peterherbeck)
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dem "Arbeitslohn" als vermögenswerten Vorteil zurechnen
Hans Oppen (HansOppen)
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Freiflüge für Bsirske
Peter Walter (peterausreken)
- 02.08.2008, 17:25 Uhr
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