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Luftfracht Lufthansa soll Drehkreuz nach Sibirien verlegen

02.11.2007 ·  Russland hat die Frachttochter der Deutschen Lufthansa zur Verlegung ihres Drehkreuzes von Kasachstan nach Sibirien aufgefordert. Die Lufthansa lehnt das ab.

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Russland hat die Frachttochter der Deutschen Lufthansa zur Verlegung ihres Cargo-Drehkreuzes von Kasachstan nach Sibirien aufgefordert. „Wir haben unseren deutschen Kollegen am 22. Oktober einen Brief geschickt, in dem wir vorschlagen, künftig Krasnojarsk oder Nowosibirsk als Drehkreuz zu nutzen“, sagte der Sprecher des russischen Verkehrsministeriums, Timur Chikmatow, der „Finacial Times Deutschland“. Das Schreiben sei noch nicht beantwortet worden. Beide Städte liegen östlich von Astana im Süden Russlands.

Die Deutsche Lufthansa lehnt dies ab. “Eine Verlagerung des Drehkreuzes nach Krasnojarsk kommt realistischerweise nicht in Frage, weil dort die Infrastruktur noch nicht die notwendigen Voraussetzungen erfüllt“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag. Die technische Ausstattung sei schlecht, bei dichtem Nebel könnten die Flugzeuge dort nicht landen.

Gespräche über Flughafen Krasnojarsk

Einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge führt Lufthansa aber Gespräche über eine Nutzung des Flughafens in Krasnojarsk als Drehkreuz für das Frachtgeschäft mit Ostasien. Konkrete Ergebnisse würden in wenigen Tagen erwartet.

Lufthansa darf seit Sonntag nicht mehr über den russischen Luftraum fliegen und muss auf dem Weg nach Astana einen teuren und zeitaufwendigen Umweg machen. In dem Streit hatte Deutschland umgekehrt vorübergehend ein Einflugverbot für russische Frachtmaschinen verhängt, hob es aber wenig später wieder auf, um die Gespräche über die Beilegung des Konflikts nicht zu belasten. Am Donnerstag hatten Staatssekretäre beider Länder erneut verhandelt.

Im Streit um Überfluggebühren hatten die russischen Behörden am Sonntag ohne Vorwarnung der Lufthansa Cargo die Erlaubnis zum Überfliegen über russischen Staatsgebiets entzogen. Die Lufthansa muss noch immer teure Umwege in Kauf nehmen, um ihre Fracht nach Astana und nach Taschkent in Usbekistan zu befördern. Das Unternehmen nutzt den Flughafen von Astana nach eigenen Angaben als Verteilzentrum für ganz Asien und landet dort 49 mal in der Woche. Hintergrund des Überflugkonflikts ist der Streit um die Gebühren, die der Verband Europäischer Fluggesellschaften seit langem als zu hoch kritisiert. 2006 mussten europäische Fluggesellschaften dafür nach EU-Angaben fast 300 Millionen Euro zahlen.

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