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Luft- und Raumfahrt „Damit kehrt wieder Stabilität ein“

09.02.2007 ·  Die Bundesregierung ist zufrieden mit der Übernahme der Airbus-Anteile von Daimler-Chrysler durch ein Konsortium. Im Kampf um Arbeitsplätze bei Airbus hat Verkehrsminister Tiefensee den deutschen Beschäftigten Unterstützung zugesagt.

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Der Einstieg eines Konsortiums aus Banken und Ländern beim Rüstungs- und Flugzeugbaukonzern EADS ist perfekt. Daimler-Chrysler reduziert seine Beteiligung wirtschaftlich von 22,5 auf 15 Prozent, behält aber die Stimmrechte.

Auf diesem Weg solle das Stimmrechtsgleichgewicht zwischen Deutschland und den französischen Aktionären bei dem Konzern bewahrt werden, teilte die Daimler-Chrysler AG am Freitag in Stuttgart mit. „Mit der Transaktionsstruktur unterstreicht DaimlerChrysler als industrieller Partner und deutscher Hauptaktionär der Gesellschaft seine Verbundenheit zu EADS.“

Investorenkonsortium mit einem Drittel beteiligt

Daimler-Chrysler gibt seine 22,5-Prozent-Beteiligung in eine eigene Gesellschaft. An dieser wird das Investorenkonsortium mit einem Drittel beteiligt und zahlt dafür 1,5 Milliarden Euro. Bei dem Konsortium stammen sieben Investoren aus dem privatwirtschaftlichen und acht aus dem öffentlichen Bereich. Auf privater Seite erwerben Allianz, Commerzbank, Credit Suisse, Deutsche Bank und Goldman Sachs jeweils 10 Prozent der Anteile sowie Morgan Stanley und Sal. Oppenheim jeweils 5 Prozent.

Auf öffentlicher Seite beteiligen sich die KfW Bankengruppe mit 13 Prozent, Hamburg mit 10 Prozent und Niedersachsen mit 5 Prozent, die Bayerische Landesbodenkreditanstalt, Anstalt der Bayerischen Landesbank, und die LfA Förderbank Bayern mit 3,5 Prozent beziehungsweise 1,5 Prozent, die Landesbank Baden-Württemberg und die Landeskreditbank Baden-Württemberg - Förderbank (L-Bank) mit jeweils 2,5 Prozent sowie das Bremen mit 2,0 Prozent.

Regierung sieht deutsche Interessen gesichert

Die Vereinbarung ist den Angaben zufolge mit den Regierungen Deutschlands und Frankreichs und dem französischen Unternehmen Lagardère abgestimmt worden. Sie erhalten auch ein Vorkaufsrecht, falls Daimler-Chrysler die Struktur auflösen und den Investoren dafür EADS-Aktien liefern möchte. Dies ist frühestens am 1. Juli 2010 möglich.

Die Bundesregierung sieht mit der Übernahme der EADS-Aktien von Daimler-Chrysler durch private und öffentliche Investoren die deutschen Interessen an dem Luft- und Raumfahrtkonzern gesichert. Wie Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag in Berlin sagte, sei die deutsche Seite jetzt besser aufgestellt für die bevorstehenden schwierigen Verhandlungen über das Sanierungskonzept „Power8“ des deutsch-französisch dominierten Konzerns. Die Beteiligungsaufteilung sei ordnungs- und industriepolitisch vernünftig. „Mit der ausgehandelten Konstruktion ist es uns gleichzeitig gelungen, die deutsch-französische Balance im Stimmrechtsverhältnis zu wahren“, fügte Wilhelm hinzu.

Tiefensee sichert Beschäftigten Unterstützung zu

Unterdessen sicherte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee den Airbus-Beschäftigten im Kampf um den Erhalt von tausenden Arbeitsplätzen die Unterstützung der Bundesregierung zu. „Wir werden alles Erdenkliche tun, um auch in Zukunft die Ausgeglichenheit der Produktions- und Entwicklungsstandorte in Europa zu erhalten“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Bremen bei einem Werksbesuch. Der Betriebsrat von Airbus Deutschland befürchtet durch das Sparprogramm „Power 8“ einen Verlust von bis zu 8000 der rund 23.000 Stellen in den deutschen Werken.

Die Bundesregierung verfolge die Standortpolitik bei Airbus mit „hohem Interesse“ sagte Tiefensee. Wie sie darauf Einfluss nehmen will, ließ er allerdings offen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte kürzlich der Airbus-Muttergesellschaft, dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS, Aufträge zu entziehen gedroht, sollten wesentliche Teile der Airbus-Produktion nach Frankreich verlagert werden.

Die Übernahme der Airbus-Anteile von Daimler-Chrysler durch ein Konsortium aus öffentlichen und privaten Investoren begrüßt der Bundesverkehrsminister. „Ich bin sehr froh, dass eine solche Lösung gefunden worden ist, dass namhafte Banken und die Länder sich beteiligen“, sagte der SPD-Politiker. Die Übernahme sei ein weiterer Baustein zur Sicherung der deutschen Standorte. „Damit kehrt wieder Stabilität ein“, sagte der Minister.

Quelle: FAZ.NET mit Material der Agenturen
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