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Montag, 13. Februar 2012
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Logistik Europäische Speditionen unter Kartellverdacht

11.10.2007 ·  Beamte von Kartellbehörden haben Speditionen in Europa, Amerika und Afrika durchsucht. Es bestehe der Verdacht auf illegale Preisabsprachen. In Deutschland ist die Spedition Schenker betroffen. In der Schweiz bekam das Unternehmen Kühne + Nagel Besuch von den Ermittlern.

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Unter dem Verdacht des Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht haben Beamte von Kartellbehörden Speditionen in Europa, den Vereinigten Staaten und Südafrika durchsucht. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, die Spedition Schenker, sowie die Schweizer Unternehmen Kühne + Nagel sowie Panalpina bestätigten unangekündigte Besuche von Ermittlern. Dabei wurden Dokumente eingesehen und kopiert. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit einer Untersuchung zu einem Kartell oder wettbewerbsbehindernden Absprachen, erklärte die Europäische Kommission in Brüssel.

Auslöser der Kartelluntersuchung sei die Selbstanzeige eines Unternehmens aus der Branche gewesen, sagte ein Sprecher der Schweizer Wettbewerbskommission. Die Aktion hänge mit laufenden Untersuchungen bei Luftfahrtunternehmen zusammen, bei denen es um Treibstoffzuschläge gehe. Die Fluggesellschaften erheben diese Zuschläge von den Speditionen, die diese Kosten in der Regel an ihre Kunden weitergeben. Die Kartellhüter hegen den Verdacht, dass sich die Logistikunternehmen über die Weitergabe der Zuschläge beziehungsweise über die gemeinsame Festsetzung von Zuschlägen, Gebühren und Speditionstarifen abgesprochen hätten.

In Deutschalnd nur Schenker durchsucht

Sein Unternehmen habe nicht gegen die Grundsätze des freien Markts verstoßen, sondern handele die Zuschläge mit seinen Kunden einzeln aus, erklärte ein Panalpina-Sprecher. Auch der Schweizer Logistikkonzern Kühne + Nagel versicherte, keine Kenntnisse von Verstößen zu haben. Das Unternehmen sagte seine volle Kooperation zu. Die von den Behörden eingeleiteten Maßnahmen seien überzogen, erklärte ein Sprecher.

„Wir haben die Vertreter der Kommission in allen Belangen unterstützt und werden auch weiter zur Klärung des Sachverhalts beitragen“, sagte ein Sprecher der Schenker AG. Sowohl in Essen wie an zwei Standorten in Amerika, der Schweiz und Südafrika seien Dokumente seines Unternehmens eingesehen und kopiert worden, sagte der Sprecher. Neben Schenker sei keine weitere in Deutschland ansässige Spedition von der Durchsuchungsaktion betroffen, teilte die Sprecherin des Bundeskartellamts am Donnerstag mit.

Bislang nur Verdacht

Die Deutsche Post und ihre Logistiktochter DHL erklärten, sie seien von europäischen und amerikanischen Behörden lediglich kontaktiert worden. Es habe eine breit angelegte Informationsabfrage an die Rechtsabteilungen in Bonn und in Brüssel gegeben, sagte Frank Appel, Logistikvorstand der Deutschen Post. Im Mittelpunkt hätten dabei die Geschäftszweige Luft und Seefracht der DHL Global Forwarding gestanden. Appel betonte, dass es keine Hausdurchsuchung gegeben habe.

Die Inspektionen bedeuteten noch lange nicht, dass die Unternehmen Wettbewerbsverstöße begangen hätten, sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel. Die Kommission respektiere das Recht auf Anhörung und Verteidigung der beschuldigten Unternehmen. Wann die Kartelluntersuchung abgeschlossen werden könnte, sei offen. Dies hänge von der Komplexität des Falls ab, sagte der Sprecher.

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Von Gerald Braunberger

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