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Logistik Eine völlig verkannte Job-Maschine

30.10.2006 ·  Moderne Logistik ist mehr als Transport, deswegen werden nicht nur Lastwagenfahrer händeringend gesucht. Ob für Hausfrauen oder hochbezahlte Informatiker, gerade kleine und mittlere Unternehmen haben viele Jobs.

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Glamour haben Berufe in der Logistik nicht zu bieten. Die Branche leidet unter ihrem Negativimage, das oberflächlich durch von Lastwagen verursachte Staus geprägt ist. Aber moderne Logistik ist mehr als nur Transport. Logistikunternehmen planen und organisieren Waren-, Daten- und Finanzströme, betreiben Lagerhaltung, sortieren, verladen und befördern zu Wasser, auf dem Land und in der Luft.

Dementsprechend vielfältig sind die beruflichen Positionen. Nach Schätzungen der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Logistik sind rund 200.000 Logistikbeschäftigte hochqualifizierten Berufsgruppen aus dem Management, der Informationstechnik oder dem Finanzwesen zuzuordnen. Zahlreiche Universitäten, Fachhochschulen und Akademien haben die Nachfrage erkannt und bieten maßgeschneiderte Ausbildungsgänge an.

Kleine Unternehmen haben die meisten Jobs

Bedarf besteht fast überall. Die Logistik entpuppt sich als Jobmaschine. In Leipzig, wo DHL - die Logistiktochter der Deutschen Post - ein neues Drehkreuz für ihr Luftfrachtgeschäft errichtet, sollen in den kommenden Jahren bis zu zehntausend neue Arbeitsplätze entstehen. „Von der Hausfrau bis zum hochbezahlten Informatiker werden überall Leute gesucht“, sagt der Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV), Michael Kubenz.

Händeringend suchen viele Speditionen Lastwagenfahrer. Zwar sind nach DSLV-Angaben rund 130.000 Kraftfahrer arbeitslos gemeldet. Für Langstreckentransporte von mehreren Tagen oder gar Wochen seien trotzdem kaum Leute zu finden, heißt es bei dem Bonner Verband. Entspannen dürfte sich die Lage erst nach Aufhebung der Freizügigkeitsbeschränkungen in der EU, wenn Fahrer aus Polen oder Tschechien auch in Deutschland ans Steuer dürfen.

Hauptarbeitgeber für Logistikberufe sind nicht die spezialisierten Dienstleistungsunternehmen, sondern die firmeneigene Werkslogistik von Industrie und Handel. Dort finden sich rund zwei Drittel der etwa 2,5 Millionen Logistikbeschäftigten in Deutschland. Die meisten Stellen finden sich in den vielen tausend kleinen und mittleren Unternehmen. In den zehn größten Logistikfirmen arbeiten zusammen nur 200.000 Leute.

Quelle: bü. / F.A.Z., 30.10.2006, Nr. 252 / Seite 21
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