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Lichtindustrie Leuchtende Chips

21.08.2006 ·  LED sind Licht emittiernde Dioden. Da sie langlebiger und energiesparender als herkömmliche Glühbirnen sind, investieren Hersteller von Leuchtmitteln hohe Summen in die Entwicklung dieser zukunftsträchtigen Technik.

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Licht kann wesentlich mehr, als nur Helligkeit geben. Mit Ultraviolettstrahlen (UV) kann es Wasser entkeimen - ganz ohne den Einsatz von Chemie. Desinfektionslampen von Philips, Osram oder Heraeus Noblelight sind derzeit der Renner. In der Produktion können mit Infrarotlicht Autolacke sowie mit speziellen UV-Lampen Beschichtungen auf DVD und CD gehärtet werden. Das extrem helle Xenon (Hochdruckentladungslampen) ist immer stärker als Auto-Scheinwerfer verbreitet.

Nur langsam machen sich hingegen die Leuchtdioden im Alltagsleben breit; als Blinker und als Bremslichter in Autos oder als leuchtendes Rot-Gelb-Grün in den Verkehrsampeln. Den Licht emittierenden Dioden - kurz: LED - gilt in der Forschung und Entwicklung die ganze Aufmerksamkeit. Die haben nichts mehr mit Edisons Glühbirne gemein. LED basieren auf der Halbleitertechnik: Chips - optische Halbleiter - erzeugen das Licht.

Produktion ist noch zu teuer

LED sind langlebiger und wesentlich energiesparender als die herkömmliche Glühbirne. Aufgrund ihrer kleinen Größe sind sie zudem sehr viel vielfältiger einsetzbar und kommen dem Trend zu Miniaturisierung entgegen. Langfristig werden sie die Glühbirne in vielen Marktsgementen ablösen. Dabei hat die Zukunft noch gar nicht richtig begonnen. Denn die LED sind in ihrer Strahlkraft und der Lichtausbeute noch viel zu schwach, weshalb der Einsatz etwa für das Wohnzimmer oder das Büro als Hauptlichtquelle noch nicht geeignet ist.

Und ihre Produktion ist immer noch zu teuer. Daher läßt der Durchbruch im Massenmarkt auf sich warten. Forscher arbeiten mit Hochdruck an kostengünstigen Fertigungen und höherer Effizienz in der Lichtausbeute. Alle großen Unternehmen bringen einen beträchtlichen Teil ihrer Forschungsetats dafür auf. Philips wie Osram investieren immerhin um die 5 Prozent des Umsatzes in neue Techniken. Bei Osram beläuft sich der Anteil für die LED-Forschung sogar auf 13 Prozent. So wird es wahrscheinlich noch rund fünf Jahre dauern, bis LED in ihrer Vielfalt eingesetzt werden können.

Einsatzmöglichkeiten deutlich ausweiten

Fachleute rechnen damit, daß die LED-Technik auf dem Beleuchtungsmarkt eine so umwälzende Bedeutung haben wird wie die Digitaltechnik in Kameras. LED weisen heute schon eine der höchsten Wachstumsraten auf. Der Weltmarkt wird derzeit auf 4 Milliarden Dollar geschätzt. Das amerikanische Energieministerium erwartet, daß sie sich bis 2025 in weiten Teilen des Lichtmarktes etabliert haben. Dann könnte die Hälfte der Energie, die heute auf der Welt noch für Beleuchtung aufgewendet wird, eingespart werden.

Zukunftsmusik ist indes die nächste LED-Generation, die organischen Leuchtdioden (OLED). Diese Technik ermöglicht im Unterschied zu den strahlenden LEDs die Beleuchtung von Flächen, wie sie in Displays von mobilen Geräten wie digitalen Musikspielern, Mobiltelefonen oder in Autos zu finden sind. Die Einsatzmöglichkeiten sollen deutlich ausgeweitet werden. Dazu muß aber noch kräftig weiter geforscht werden, weshalb vor Mitte des nächsten Jahrzehnts kein Durchbruch zu erwarten ist. OLED können viel Farbe geben. Die wichtigste allerdings fehlt noch - Weiß.

Quelle: kön. / F.A.Z., 18.08.2006
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