http://www.faz.net/-gqe-756ew
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 19.12.2012, 07:53 Uhr

Libor-Skandal UBS zahlt 1,4 Milliarden Franken Strafe

Wegen der Verstrickung in den Libor-Skandal zahlt die Schweizer Großbank UBS etwa 1,4 Milliarden Franken. Die Strafe ist Bestandteil einer Einigung mit Aufsichtsbehörden der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und der Schweiz .

© REUTERS Die größte Schweizer Bank UBS zahlt eine Geldstrafe von etwa 1,4 Milliarden Franken

Die Verstrickung in den Libor-Skandal kommt die Schweizer Großbank UBS teuer zu stehen. Die größte Schweizer Bank muss an amerikanische, britische und Schweizer Behörden insgesamt 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) als Geldstrafen und eingezogene Gewinne zahlen.

Das werde im vierten Quartal zu einem Verlust von zwei bis 2,5 Milliarden Franken führen, teilte das Finanzinstitut am Mittwoch mit. Bestandteil der Vereinbarung mit den amerikanischen Behörden, die mit 1,2 Milliarden Franken den Löwenanteil einstreicht, sei, dass die japanische Tochter der UBS sich in einem einzelnen Anklagepunkt der Libor-Manipulation schuldig bekenne.

Mehr zum Thema

Die Geldstrafe ist rund dreimal so hoch wie die 450 Millionen Dollar, die die britische Barclays Bank wegen Libor-Manipulationen auf den Tisch legen musste. Vergangene Woche wurde HSBC wegen eines Geldwäsche-Skandals zu einer Geldstrafe von 1,9 Milliarden Dollar verdonnert. Für UBS selbst ist es die höchste Strafe, die die Bank jemals zu entrichten hatte.

Nach Angaben von UBS waren bestimmte Mitarbeiter an dem Versuch beteiligt, die Eingaben für bestimmte Libor-Sätze zugunsten von Handelspositionen zu manipulieren. Eine Rolle habe auch der Wunsch gespielt, die Bank in der Finanzkrise gut dastehen zu lassen. Ein Großteil der Manipulationen gehe auf einen einzelnen Händler zurück, der von 2006 bis 2009 für UBS in Tokio tätig war, erklärte die Schweizer Bankenaufsicht FINMA mit. Die FINMA zieht unrechtmäßig erwirtschaftete Gewinne von 59 Millionen Franken ein. Hinweise, dass das damalige Top-Management der UBS von den Manipulationen Kenntnis hatte, fand die FINMA nicht.

„Es ist ein Kapital, das sicher nicht positiv ist“

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti erklärte in einer Telefonkonferenz, rund 40 Mitarbeiter hätten wegen der Libor-Manipulationen die Bank verlassen oder seien entlassen worden. UBS habe mit den Untersuchungsbehörden voll kooperiert und ihr Kontrollsystem inzwischen erheblich verbessert. „Im Verlauf der Untersuchungen haben wir ein inakzeptables Verhalten von gewissen Mitarbeitern festgestellt“, erklärte Ermotti weiter. „Es ist ein Kapital, das sicher nicht positiv ist.“

Insgesamt sollen mehr als ein Dutzend Großbanken über Jahre Referenzzinssätze wie den Libor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Der einmal täglich in London ermittelte Libor soll anzeigen, zu welchen Konditionen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Zinssatz beruht auf den - von außen bislang kaum nachprüfbaren - Angaben der Institute und ist die Grundlage für billionenschwere Finanztransaktionen rund um den Globus.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Notenbanken Wenn die Zentralbank zum Großaktionär wird

Die Schweizer Nationalbank investiert stärker in Aktien und erhebt auf Hauptversammlungen ihre Stimme. Die Bank von Japan kauft ETFs. Einfluss auf Unternehmen üben sie nicht aus. Mehr Von Gerald Braunberger und Johannes Ritter, Zürich

23.08.2016, 09:54 Uhr | Finanzen
Rekorde und Skandale Bilanz von Olympia 2016

Fabelrekorde und Dopingsperren, Medaillenglanz und Affären um amerikanische Schwimmer und Ticketverkäufe: Sportliche Triumphe und Skandale haben Licht und Schatten auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro geworfen. Mehr

24.08.2016, 18:03 Uhr | Sport
Bescheidener Banker Kronzeuge gegen Deutsche Bank schlägt Millionen-Belohnung aus

Eric Ben-Artzi hat geholfen, Bilanz-Manipulationen der Deutschen Bank aufzudecken. Dafür soll der ehemalige Manager des Instituts eine Belohnung erhalten. Doch für die Summe schlägt er eine andere Verwendung vor. Mehr

19.08.2016, 10:26 Uhr | Finanzen
Wegen falscher Beschuldigung Gina-Lisa Lohfink verurteilt

Der Prozess rund um das Model Gina-Lisa Lohfink hat mit einer Verurteilung wegen falscher Beschuldigung geendet. Lohfink wurde vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Model beschuldigte zwei Männer, sie nach einer Party in Berlin gegen ihren Willen zum Sex gezwungen zu haben. Mehr

22.08.2016, 16:38 Uhr | Gesellschaft
Bilanz der Spiele in Rio Russland ist der heimliche Olympiasieger

Staats-Doping! Na und? Putins Reich bekommt in Rio auffällig oft seinen Willen. Auch die Erfolge bleiben nicht aus. Eine weitere bittere Pointe dieser Groteske könnte es am Dienstag geben. Mehr Von Evi Simeoni, Rio de Janeiro

22.08.2016, 12:42 Uhr | Sport

Verbunden auf Gedeih und Verderb

Von Martin Gropp

Der Konflikt bei VW zeigt: Die Verbindung zwischen Zulieferern und Autoherstellern ist fragil – und kann sich im Streitfall zur Abhängigkeit entwickeln. Doch beide stehen gemeinsam in der Verantwortung. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Welches Land wirtschaftet am besten?

Deutschland erzielt im ersten Halbjahr einen stattlichen Haushaltsüberschuss. Das können auch andere Länder. Mehr 4