http://www.faz.net/-gqe-76faw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.02.2013, 16:34 Uhr

Libor-Skandal Der Deutschen Bank drohen neue Klagen

Im Skandal um Manipulationen an den Zinssätzen „Libor“ und „Euribor“ drohen der Deutschen Bank neue Rechtsstreits. Ein Anwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite an neuen Klagen.

von
© REUTERS Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, bei der Jahrespressekonferenz.

Auf die Deutsche Bank könnten weitere rechtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den manipulierten Bankenzinssätzen Libor und Euribor zukommen. Kommunen und Unternehmen in Deutschland, die sich durch die Manipulation des Bankenzinses geschädigt sehen, erwägen offenbar, Schadenersatzansprüche gegen die Banken geltend zu machen. Ein Münchener Rechtsanwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite bereits an entsprechenden Klage-Vorbereitungen für ihre Mandaten.

Christian Siedenbiedel Folgen:

Schäden resultierten allerdings meistens nicht aus Darlehen, für die überhöhte Zinsen zu zahlen gewesen seien, sagte der Anwalt. Die Schäden seien hier gering: Eine Manipulation von 0,1 Prozentpunkten hätte bei einer Darlehenssumme von einer Million Euro lediglich zu einem Schaden von 1000 Euro im Jahr geführt. „Die massiven Schäden resultierten eher aus Derivaten“, sagte der Anwalt. Meistens handele es sich bei den Produkten um so genannte Korridor-Swaps. Bei ihnen hätten bereits sehr geringe Veränderungen des Libor zu einer enormen Wirkung geführt.

Mehr zum Thema

In Amerika haben sich bereits mögliche Geschädigte des Libor-Skandals zu Sammelklagen zusammengeschlossen, unter ihnen Kommunen und Fondsgesellschaften. Auch eine Tochtergesellschaft des Frankfurter Bankhauses Metzler ist dort beteiligt. Die Deutsche Bank hatte zuletzt geäußert, sie gehe nicht davon aus, dass alle Verfahren im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal in diesem Jahr abgeschlossen werden könnten. Erst vergangene Woche hatte sie fünf weitere Händler entlassen.

Mehrere großen Banken hatten sich in den vergangenen Wochen mit den Behörden auf Strafzahlungen verständigt. Die UBS hatte 1,5 Milliarden Dollar zahlen müssen, Barclays 453 Millionen Dollar, die Royal Bank of Scotland 615 Millionen Dollar. Ein Bericht der deutschen Bankenaufsicht Bafin zu den Vorgängen bei der Deutschen Bank wird noch im ersten Quartal dieses Jahres erwartet.

Quelle: F.A.S.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Nachrichten Amerikas Börsenaufsicht prüft Hypothekengeschäfte der Deutschen Bank

Die Börsenaufsicht SEC prüft Hypothekengeschäfte der Deutschen Bank. Zudem werden die Libor-Klagen gegen diese und andere Banken abermals verhandelt. Mehr

24.05.2016, 06:41 Uhr | Wirtschaft
Frankfurt Deutsche Bank setzt auf Neuanfang

Die Spitze der Deutschen Bank musste sich auf der Hauptversammlung des Instituts am Donnerstag gegen heftige Kritik verteidigen. Wegen des Rekordverlustes 2015, diverser Skandale und des vor sich hin siechenden Aktienkurses ist der Frust bei vielen Investoren groß. Mehr

19.05.2016, 18:04 Uhr | Wirtschaft
Sorgen um Konzernumbau Ratingagentur Moody’s stuft Deutsche Bank herab

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote der Deutschen Bank wegen eines möglicherweise stockenden Konzernumbaus gesenkt. Mehr

24.05.2016, 06:53 Uhr | Finanzen
Chicago Frau verklagt Starbucks auf 5 Millionen Dollar

Eine Frau aus Chicago hat die amerikanische Kaffeekette Starbucks wegen Verbrauchertäuschung verklagt. Der Konzern bereite die Kaltgetränke mit zu viel Eis zu, so der Vorwurf. Mehr

03.05.2016, 17:04 Uhr | Gesellschaft
Wütende Aktionäre Tag der Abrechnung für die Deutsche Bank

Heute treffen sich die Aktionäre zur Hauptversammlung. Der Kursverfall macht sie wütend. Vor allem eine Person muss sich auf harsche Kritik gefasst machen. Mehr Von Markus Frühauf

19.05.2016, 08:33 Uhr | Wirtschaft

Die ungeliebte dritte Kraft

Von Sven Astheimer

Das neue Gesetz zur Zeitarbeit ist kein mutiger Meilenstein. Andrea Nahles bedient vor allem eine bestimmte Klientel. Handlungsfähigkeit demonstriert man anders. Mehr 11 35


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Lebenserwartung Pirmasens, abgehängt

Arme Menschen haben wenig Geld und sterben früher. Pirmasens hält den traurigen Rekord. Ein Ortsbesuch. Mehr Von Corinna Budras und Sharon Exeler 1 8

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden