Home
http://www.faz.net/-gqe-76faw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Libor-Skandal Der Deutschen Bank drohen neue Klagen

Im Skandal um Manipulationen an den Zinssätzen „Libor“ und „Euribor“ drohen der Deutschen Bank neue Rechtsstreits. Ein Anwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite an neuen Klagen.

© REUTERS Vergrößern Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, bei der Jahrespressekonferenz.

Auf die Deutsche Bank könnten weitere rechtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den manipulierten Bankenzinssätzen Libor und Euribor zukommen. Kommunen und Unternehmen in Deutschland, die sich durch die Manipulation des Bankenzinses geschädigt sehen, erwägen offenbar, Schadenersatzansprüche gegen die Banken geltend zu machen. Ein Münchener Rechtsanwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite bereits an entsprechenden Klage-Vorbereitungen für ihre Mandaten.

Christian Siedenbiedel Folgen:    

Schäden resultierten allerdings meistens nicht aus Darlehen, für die überhöhte Zinsen zu zahlen gewesen seien, sagte der Anwalt. Die Schäden seien hier gering: Eine Manipulation von 0,1 Prozentpunkten hätte bei einer Darlehenssumme von einer Million Euro lediglich zu einem Schaden von 1000 Euro im Jahr geführt. „Die massiven Schäden resultierten eher aus Derivaten“, sagte der Anwalt. Meistens handele es sich bei den Produkten um so genannte Korridor-Swaps. Bei ihnen hätten bereits sehr geringe Veränderungen des Libor zu einer enormen Wirkung geführt.

Mehr zum Thema

In Amerika haben sich bereits mögliche Geschädigte des Libor-Skandals zu Sammelklagen zusammengeschlossen, unter ihnen Kommunen und Fondsgesellschaften. Auch eine Tochtergesellschaft des Frankfurter Bankhauses Metzler ist dort beteiligt. Die Deutsche Bank hatte zuletzt geäußert, sie gehe nicht davon aus, dass alle Verfahren im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal in diesem Jahr abgeschlossen werden könnten. Erst vergangene Woche hatte sie fünf weitere Händler entlassen.

Mehrere großen Banken hatten sich in den vergangenen Wochen mit den Behörden auf Strafzahlungen verständigt. Die UBS hatte 1,5 Milliarden Dollar zahlen müssen, Barclays 453 Millionen Dollar, die Royal Bank of Scotland 615 Millionen Dollar. Ein Bericht der deutschen Bankenaufsicht Bafin zu den Vorgängen bei der Deutschen Bank wird noch im ersten Quartal dieses Jahres erwartet.

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zinsskandal 2,5 Milliarden Dollar Strafe für die Deutsche Bank

Im Libor-Skandal um die Manipulation von Zinssätzen hat die Deutsche Bank einen Vergleich mit britischen und amerikanischen Behörden geschlossen. Die Strafe fällt höher aus als von der Bank erwartet. Mehr

23.04.2015, 14:21 Uhr | Wirtschaft
Frankfurter Urteil Bahnstreik ist rechtmäßig

Die Klage der Bahn gegen den Streik der Lokführergewerkschaft GDL ist gescheitert. Der Streik sei rechtmäßig, urteilte das Arbeitsgericht Frankfurt. Streiks verursache nun einmal große Auswirkungen und Schäden, das sei das Wesen eines Streiks, sagt Richterin Ursula Schmidt. Mehr

07.11.2014, 13:53 Uhr | Wirtschaft
Zinsskandal Deutsche Bank befürchtet Milliardenstrafe

Juristische Altlasten treffen die Deutsche Bank noch härter als bislang gedacht. Unter anderem wegen des Zinsskandals plant das Institut vorsorglich weitere 1,5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten ein. Insgesamt sind es tausende Fälle. Mehr

22.04.2015, 20:23 Uhr | Wirtschaft
Frankfurt Euro leidet unter EZB-Beschluss zu Griechenland

Der Euro fiel in der Nacht zum Donnerstag auf 1,13 Dollar zurück, nachdem die EZB am Mittwoch überraschend den weiteren Zugang der griechischen Banken zu frischem Zentralbankgeld erschwert hatte. Mehr

05.02.2015, 14:53 Uhr | Finanzen
Aufsichtsratssitzung Grabenkämpfe in der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank entscheidet über ihre Zukunft. Zur Stunde tagt der Aufsichtsrat. Die Suche nach einer neuen Strategie tragen die Kontrahenten mit harten Bandagen aus. Mehr Von Markus Frühauf

24.04.2015, 17:48 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.02.2013, 16:34 Uhr

Letzte Chance für die Deutsche Bank

Von Gerald Braunberger

Nach siebenstündiger Sitzung hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bank einstimmig einen Kompromiss geschlossen – mit Stärken und Schwächen. Nun ist überzeugendes Management gefragt. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Internationale Sponsoren meiden die Bundesliga

Die spanische Primera División und die englische Premier League ziehen viele internationale Trikotsponsoren an. Anders ist die Situation in Deutschland. Mehr