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Veröffentlicht: 09.02.2013, 16:34 Uhr

Libor-Skandal Der Deutschen Bank drohen neue Klagen

Im Skandal um Manipulationen an den Zinssätzen „Libor“ und „Euribor“ drohen der Deutschen Bank neue Rechtsstreits. Ein Anwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite an neuen Klagen.

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© REUTERS Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, bei der Jahrespressekonferenz.

Auf die Deutsche Bank könnten weitere rechtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den manipulierten Bankenzinssätzen Libor und Euribor zukommen. Kommunen und Unternehmen in Deutschland, die sich durch die Manipulation des Bankenzinses geschädigt sehen, erwägen offenbar, Schadenersatzansprüche gegen die Banken geltend zu machen. Ein Münchener Rechtsanwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite bereits an entsprechenden Klage-Vorbereitungen für ihre Mandaten.

Christian Siedenbiedel Folgen:

Schäden resultierten allerdings meistens nicht aus Darlehen, für die überhöhte Zinsen zu zahlen gewesen seien, sagte der Anwalt. Die Schäden seien hier gering: Eine Manipulation von 0,1 Prozentpunkten hätte bei einer Darlehenssumme von einer Million Euro lediglich zu einem Schaden von 1000 Euro im Jahr geführt. „Die massiven Schäden resultierten eher aus Derivaten“, sagte der Anwalt. Meistens handele es sich bei den Produkten um so genannte Korridor-Swaps. Bei ihnen hätten bereits sehr geringe Veränderungen des Libor zu einer enormen Wirkung geführt.

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In Amerika haben sich bereits mögliche Geschädigte des Libor-Skandals zu Sammelklagen zusammengeschlossen, unter ihnen Kommunen und Fondsgesellschaften. Auch eine Tochtergesellschaft des Frankfurter Bankhauses Metzler ist dort beteiligt. Die Deutsche Bank hatte zuletzt geäußert, sie gehe nicht davon aus, dass alle Verfahren im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal in diesem Jahr abgeschlossen werden könnten. Erst vergangene Woche hatte sie fünf weitere Händler entlassen.

Mehrere großen Banken hatten sich in den vergangenen Wochen mit den Behörden auf Strafzahlungen verständigt. Die UBS hatte 1,5 Milliarden Dollar zahlen müssen, Barclays 453 Millionen Dollar, die Royal Bank of Scotland 615 Millionen Dollar. Ein Bericht der deutschen Bankenaufsicht Bafin zu den Vorgängen bei der Deutschen Bank wird noch im ersten Quartal dieses Jahres erwartet.

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