Libor-Skandal: Der Deutschen Bank drohen neue Klagen - Unternehmen - FAZ
http://www.faz.net/-gqe-76faw

Libor-Skandal : Der Deutschen Bank drohen neue Klagen

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, bei der Jahrespressekonferenz. Bild: REUTERS

Im Skandal um Manipulationen an den Zinssätzen „Libor“ und „Euribor“ drohen der Deutschen Bank neue Rechtsstreits. Ein Anwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite an neuen Klagen.

          Auf die Deutsche Bank könnten weitere rechtliche Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit den manipulierten Bankenzinssätzen Libor und Euribor zukommen. Kommunen und Unternehmen in Deutschland, die sich durch die Manipulation des Bankenzinses geschädigt sehen, erwägen offenbar, Schadenersatzansprüche gegen die Banken geltend zu machen. Ein Münchener Rechtsanwalt sagte der F.A.S., seine Kanzlei arbeite bereits an entsprechenden Klage-Vorbereitungen für ihre Mandaten.

          Schäden resultierten allerdings meistens nicht aus Darlehen, für die überhöhte Zinsen zu zahlen gewesen seien, sagte der Anwalt. Die Schäden seien hier gering: Eine Manipulation von 0,1 Prozentpunkten hätte bei einer Darlehenssumme von einer Million Euro lediglich zu einem Schaden von 1000 Euro im Jahr geführt. „Die massiven Schäden resultierten eher aus Derivaten“, sagte der Anwalt. Meistens handele es sich bei den Produkten um so genannte Korridor-Swaps. Bei ihnen hätten bereits sehr geringe Veränderungen des Libor zu einer enormen Wirkung geführt.

          In Amerika haben sich bereits mögliche Geschädigte des Libor-Skandals zu Sammelklagen zusammengeschlossen, unter ihnen Kommunen und Fondsgesellschaften. Auch eine Tochtergesellschaft des Frankfurter Bankhauses Metzler ist dort beteiligt. Die Deutsche Bank hatte zuletzt geäußert, sie gehe nicht davon aus, dass alle Verfahren im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal in diesem Jahr abgeschlossen werden könnten. Erst vergangene Woche hatte sie fünf weitere Händler entlassen.

          Mehrere großen Banken hatten sich in den vergangenen Wochen mit den Behörden auf Strafzahlungen verständigt. Die UBS hatte 1,5 Milliarden Dollar zahlen müssen, Barclays 453 Millionen Dollar, die Royal Bank of Scotland 615 Millionen Dollar. Ein Bericht der deutschen Bankenaufsicht Bafin zu den Vorgängen bei der Deutschen Bank wird noch im ersten Quartal dieses Jahres erwartet.

          Weitere Themen

          Bewunderung statt Kritik Video-Seite öffnen

          Audi-Azubis in Mexiko : Bewunderung statt Kritik

          Das Image der deutschen Autoindustrie glänzt noch immer - trotz Diesel-Betrug-Skandalen. Zumindest im mexikanischen Puebla. Dort fertigen VW, Audi und Daimler. Und eine Ausbildung bei ihnen gilt als Glücksgriff.

          Topmeldungen

          Eng verbunden: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird in Peking vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping begrüßt.

          Merkel in Peking : In Chinas Arme

          Im neuen großen Spiel der Mächte steht Europa ungewohnt einsam da. Gewicht bekommt seine Außenpolitik nur durch Einigkeit. Ein Kommentar.

          Absage an Kim Jong-Un : Spannung und Ungewissheit

          Die Absage des Treffens in Singapur hat auch etwas Gutes: Der Realismus kehrt zurück. Das Regime in Nordkorea hat es nicht auf den Friedensnobelpreis abgesehen, und die Regierung Trump kann noch einmal in sich gehen. Ein Kommentar.
          Hier waren die Flaggen der EU und Großbritannien vereint, nun wird über den Brexit gestritten.

          Brexit-Verhandlungen : EU beklagt Stillstand

          Die Europäische Union hat sich über das zögerliche Verhalten Großbritanniens in finalen Fragen der Brexit-Verhandlungen beschwert. Ein Schlüsselproblem bleibt die Grenzfrage auf der irischen Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.