http://www.faz.net/-gqe-8y0qd

Lei Shing Hong : Dieser chinesische Mercedes-Händler verkauft auch in Deutschland

Die Mercedes-Niederlassung Leipzig gehört ebenfalls zu Lei Shing Hong. Bild: dpa

Der größte Mercedes-Händler der Welt heißt Lei Shing Hong. Sogar in Ostdeutschland verkaufen die Chinesen Autos. Jetzt investiert Daimler Millionen.

          Der größte Händler von Mercedes-Fahrzeugen auf der Welt, Lei Shing Hong (LSH), bekommt eine Kapitalspritze von Daimler. Der Stuttgarter Autokonzern wolle dem Unternehmen einen Betrag im unteren dreistelligen Millionenbereich zur Verfügung stellen, sagte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber der F.A.Z. Dafür erhalte Daimler einen 15-Prozent-Anteil an der LSH Auto International Ltd. mit Sitz in Hongkong. Die Freigabe der maßgeblichen Kartellbehörden sei erteilt. Der Kauf wird in den nächsten Tagen vollzogen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Das Unternehmen ist kein unbekanntes. Mit dem Autohändler pflegt Daimler nach Uebbers Worten eine sehr lange Beziehung. Selbst deutsche Mercedes-Käufer haben teilweise schon Kontakt mit dem chinesischen Unternehmen gehabt, das in Ostdeutschland unter dem Namen Stern Auto aktiv ist. Im Zuge der Neuordnung des Mercedes-Vertriebs hat Stern Auto im vergangenen Jahr von Daimler die Niederlassungen Leipzig, Dresden, Magdeburg, Schwerin und Rostock übernommen. Das sind 18 Standorte mit insgesamt 1400 Mitarbeitern.

          „Uns geht es darum, diese Gruppe in ihrer weiteren Professionalisierung zu fördern“, sagte Uebber zu der Motivation für den Einstieg bei dem Autohändler. Der Vertrieb müsse in den kommenden Jahren neuen Herausforderungen gerecht werden, die Digitalisierung müsse vorangetrieben werden. Außerdem geht es Daimler offenbar darum, das familiengeführte Unternehmen bei seiner Expansion weiter zu unterstützen. Um diese Prozesse zu steuern, werden auch zwei Mitglieder in den Board von LSH entsandt.

          LSH verkauft auch Porsche

          Auch wenn von Daimler noch keine Namen genannt werden, ist klar, dass Finanzvorstand Bodo Uebber selbst einen dieser Posten übernehmen wird. Er hat durch weitere Mandate, etwa beim Kooperationspartner BAIC, schon einige Erfahrung in China gesammelt. Das zweite Aufsichtsratsmandat dürfte der China-Vorstand des Stuttgarter Konzerns, Hubertus Troska, übernehmen.

          Lei Shing Hong hat zuletzt 120.000 Mercedes-Autos verkauft, so viele wie kein anderer Autohändler. Mit rund 300 Autohäusern ist LSH in einer Größenordnung wie Penske oder Autonation in den Vereinigten Staaten. Schwerpunkte der Aktivitäten von LSH waren bisher in China, Südkorea, Vietnam, Kambodscha, Malaysia und Australien. In Europa hat LSH neben Stern Auto auch Aktivitäten in Großbritannien.

          In China hatte LSH zeitweise eine beinahe monopolartige Stellung für den Vertrieb der Import-Autos von Mercedes, was gelegentlich zu Unstimmigkeiten geführt hat. Für Daimler ist LSH in China nicht nur als Verkäufer der Marken Mercedes und Smart tätig, sondern hat auch den Vertrieb der Marke Denza übernommen. Unter diesem Namen verkauft der Stuttgarter Konzern ein speziell für den chinesischen Markt entwickeltes Elektroauto auf der Basis einer Mercedes-B-Klasse. In einigen Ländern ist LSH auch als Porsche-Händler tätig.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Britische Gastronomie bangt vor dem Brexit Video-Seite öffnen

          Unbesetzte Arbeitsplätze : Britische Gastronomie bangt vor dem Brexit

          Nur noch wenige Briten sind bereit, für kleines Geld lange Tage in Pubs, Restaurants und Bistros auf der Insel zu arbeiten. Bislang füllten EU-Ausländer diese Lücke. Doch mit dem Brexit könnten künftig bis zu 60.000 Jobs jährlich in der Branche unbesetzt bleiben.

          Topmeldungen

          Emmanuel Macron hält heute seine Grundsatzrede zu seinen Europaplänen in Paris.

          Umbau der EU : Kommt jetzt Macrons großer Wurf?

          Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron skizziert an diesem Dienstag, wie er sich die Zukunft der Europäischen Union vorstellt. Den Redetermin – zwei Tage nach der Wahl in Deutschland – hält er für genau richtig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.