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LED-Lampen : Das Erbe der Glühbirne wird verteilt

Philips läutet den Rückzug aus der LED-Entwicklung ein. Bild: AP/dpa

Nach dem Aus für die Glühbirne gelten LED-Lampen als großes Zukunftsgeschäft. Doch es geht wie mit anderen Zukunftstechniken: Aus Asien kommt harte Konkurrenz. Philips zieht sich jetzt langsam aus der LED-Entwicklung zurück.

          Für den niederländischen Elektrokonzern Royal Philips NV waren sie seit Jahren Vorzeigeprodukte. Die auf Grundlage von Leuchtdioden (LED) hergestellten Lampen bestechen durch niedrigen Energieverbrauch und jahrelange Lebensdauer. Für den Konzern hat sich die Weiterentwicklung der Technik jedoch als so kostspielig erwiesen, dass er seine Sparten für LED-Bauteile (Lumileds) und Autobeleuchtung nun auf eigene Standbeine stellen will. Der Umsatz der Sparten belief sich 2013 auf rund 1,4 Milliarden Euro. Philips wolle neue Investoren anlocken, aber Anteilseigner und Kunde der neuen Gesellschaft bleiben, hieß in einer Philips-Mitteilung. Die Neuordnung soll in der ersten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen sein. Der Vorstandsvorsitzende Frans van Houten schloss einen Börsengang nicht aus.

          Michael Stabenow

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Beneluxländer.

          Mit einer entsprechenden Entscheidung könnte Philips dem Beispiel des deutschen Konkurrenten Siemens folgen, der im September 2013 sein auf Beleuchtungsprodukte spezialisiertes Tochterunternehmen Osram an die Börse gebracht hat. Die Kosten für die Ausgliederung von Lumileds und die Sparte Autobeleuchtung in eine neue Gesellschaft beziffert Philips auf 30 Millionen Euro. „Als weltweit führendes Unternehmen für Beleuchtungselemente wird sie über eine größere Flexibilität verfügen, zusätzliche Investoren sowie Kunden anzulocken sowie das Wachstum zu beschleunigen “, sagte van Houten. Ziel ist es, die Forschungserkenntnisse der neuen Gesellschaft für das bei Philips verbleibende Servicegeschäft mit LED-Produkten, wie Flutlicht für Fußball-Stadien, Tunnelbauten oder die Straßenbeleuchtung von Städten, zu nutzen.

          In dieser – durchaus vielversprechenden -  Marktnische für maßgeschneiderte Dienstleistungen will Philips auch langfristig die Nase vor der aufstrebenden internationalen LED-Konkurrenz haben. Dagegen sehen sich Philips und sein deutscher Rivale Osram bei den LED-Lampen dem Preiswettkampf asiatischer Anbieter ausgesetzt. Ähnlich wie bei Solarpaneelen oder Windkrafträdern, wo chinesische Hersteller europäischen Anbieter immer mehr den Rang abzulaufen drohen, dürfte sich auch bei gängigen LED-Produkte die Waage immer stärker zugunsten der Produzenten aus Fernost neigen.

          Die Philips-Neuausrichtung passt in die Strategie van Houtens, den Konzern verstärkt auf die Standbeine Medizintechnik sowie auf das Wohlbefinden der Kunden ausgerichtete Konsumgüter – vom Rasierapparat bis  zu neuartigen Suppenkochern – zu stellen. 2013 hatte Philips vergeblich versucht, seine  Audio-, Video und Multimediasparte dem japanischen Vertriebspartner Funai  zu verkaufen. Im zweiten Anlauf fand sich mit dem amerikanischen Audiospezialisten und Instrumentenhersteller Gibson Brands Inc. ein Abnehmer. Wie Philips am Montag mitteilte ist die zum Kaufpreis von 135 Millionen Dollar (rund 100 Millionen Euro) vereinbarte Transaktion jetzt abgeschlossen worden.

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