Home
http://www.faz.net/-gqe-76x9y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Lebensmittelbranche Warren Buffett kauft Heinz-Ketchup

Für 28 Milliarden Dollar übernehmen Starinvestor Warren Buffett und Finanzinvestor 3G Capital den traditionsreichen amerikanischen Ketchuphersteller Heinz. Es ist eine der größten Übernahmen in der Lebensmittel-Branche überhaupt.

© dpa Vergrößern Heinz-Ketchup hat vor allem in den Schwellenländern hohe Wachstumsraten vorzuweisen

Die berühmteste Ketchup-Marke der Welt wechselt den Besitzer: Der amerikanische Lebensmittelmulti H.J. Heinz wird vom amerikanischen Starinvestor Warren Buffett und dem Finanzinvestor 3G Capital übernommen. In einem 28 Milliarden Dollar (21 Mrd Euro) schweren Geschäft wollen die beiden finanzkräftigen Partner das Unternehmen schlucken und anschließend von der Börse nehmen, wie sie am Donnerstag völlig überraschend verkündeten. Es gebe bereits eine Vereinbarung mit dem Heinz-Verwaltungsrat.

H.J. Heinz ist ein Riese der Lebensmittel-Branche mit einem Jahresumsatz von annähernd 12 Milliarden Dollar und rund 32.000 Mitarbeitern. Pro Jahr verkauft der Konzern allein 650 Millionen Flaschen Ketchup. Hinzu kommen unter anderem Saucen („Jack Daniel’s“), Fertiggerichte und sogar eine eigene Restaurantkette („T.G.I. Friday’s“).

Die Ursprünge der Firma reichen bis ins Jahr 1869 zurück. Gründer war Henry John Heinz, ein Sohn deutscher Einwanderer. Den ersten Tomatenketchup stellte er 1876 her. Schon 1907 produzierte die Firma 12 Millionen Flaschen pro Jahr und lieferte sie bis nach Australien, Südamerika, Japan und Großbritannien.

„Heinz hat ein starkes, nachhaltiges Wachstumspotenzial“, begründete Buffett den Zukauf. Er bietet den bisherigen Aktionären 27,50 Dollar je Aktie. Das sind insgesamt rund 23 Milliarden Dollar. Zudem übernehmen Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway und Partner 3G Capital die Schulden des Lebensmittel-Konzerns, woraus sich der Gesamtwert des Geschäfts ergibt.
Für Buffett ist es die größte Übernahme nach dem Zukauf der Frachteisenbahn Burlington Northern Railroad im Jahr 2010 für 26 Milliarden Dollar. 2011 hatte Buffett den Schiermittel-Hersteller Lubrizol für knapp 10 Milliarden Dollar übernommen und seiner Investmentholding einverleibt.

Beim Heinz-Deal übernimmt Buffett jedoch eher die Rolle des Finanziers, wie er auf dem Wirtschaftssender CNBC erläuterte. Seine Berkshire Hathaway stelle 12 bis 13 Milliarden Dollar bereit, sagte er. Weitere Milliarden kommen von den Großbanken JPMorgan und Wells Fargo sowie 3G Capital. Die Mitarbeiter des Finanzinvestors seien „die Leute fürs Tagesgeschäft“, sagte Buffett. „Es ist ihr Baby.“

3G Capital ist eine Größe in der Finanzbranche. Der Investor hatte im Jahr 2010 die Fast-Food-Kette Burger King geschluckt und dann wieder an die Börse gebracht. Noch immer ist 3G als Großaktionär an Bord. Hinter dem Finanzinvestor steckt der brasilianische Finanzier Jorge Paulo Lemann, der 2008 auch die 52 Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Bierbrauers Anheuser-Busch („Budweiser“) durch den brasilianisch-niederländischen Rivalen InBev („Beck’s“, „Stella Artois“) vorangetrieben hatte.

Die beiden Partner locken die Heinz-Aktionäre mit einem Zuschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Donnerstag. Das Geschäft muss allerdings nicht nur von den Anteilseignern akzeptiert werden, sondern auch von den Wettbewerbshütern. Geht alles glatt, besitzen Buffett und 3G Capitla ab dem dritten Kalenderquartal eine eigene Ketchup-Firma.
 

Quelle: dpa/Reuters, Dow Jones

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Lebensmittelindustrie Die Ketchup-Milliardenhochzeit

Ketchup und Snacks - das ist ganz nach dem Geschmack von Warren Buffett: Der Starinvestor hat mit der brasilianischen 3G die Fusion der amerikanischen Traditionskonzerne Kraft und Heinz auf den Weg gebracht. Die Kraft-Aktien schießen 26 Prozent in die Höhe. Mehr

25.03.2015, 10:04 Uhr | Wirtschaft
Virtuelle Welten Hightech-Riesen setzen auf 3D-Brillen

Als Facebook im März die Virtual-Reality-Firma Oculus für zwei Milliarden Dollar übernahm, schwärmte Unternehmensboss Mark Zuckerberg von den Möglichkeiten einer neuartigen Kommunikationsplattform. Auch andere Hersteller experimentieren mit den Videobrillen, die die Welt der Arbeit und der Freizeit revolutionieren könnten. Mehr

21.10.2014, 10:50 Uhr | Wirtschaft
Weitere Nachrichten In Arbeitspause nur Wege zum Essen unfallversichert

Arbeitnehmer sind nach einem Urteil des hessischen Landessozialgerichts in ihren Pausen nur auf Wegen zum Essen unfallversichert. Der Finanzinvestor 3G will Kraft Foods kaufen. Mehr

25.03.2015, 06:47 Uhr | Finanzen
45 Milliarden Dollar Kosten Ägypten plant eine neue Hauptstadt

Östlich von Kairo soll eine neue ägyptische Hauptstadt entstehen. Es wird mit Kosten in Höhe von 45 Milliarden Dollar gerechnet. Mehr

14.03.2015, 13:49 Uhr | Gesellschaft
Airbnb verlost Übernachtung Dort schlafen, wo Warren Buffett aufwuchs

Airbnb nutzt Warren Buffets Aktionärstreffen für eine Werbeaktion und bietet eine Übernachtung in dem Haus an, in dem der Starinvestor groß wurde. Doch ihre Ruhe werden die Gewinner nicht haben. Mehr

18.03.2015, 11:46 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 14.02.2013, 14:33 Uhr

Camerons zwiespältige Bilanz

Von Marcus Theurer, London

In Großbritannien beginnt die heiße Phase vor den Wahlen im Mai. Der Premierminister muss trotz Aufschwungs um sein Amt bangen. Wird er wiedergewählt, kommt es zum Showdown mit Europa. Mehr 1 9


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Wo es den meisten Urlaub gibt

In Deutschland haben Arbeitnehmer gesetzlich einen Urlaubsanspruch von 24 Tagen. Wie es in anderen Ländern ist, zeigt unsere Grafik des Tages. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden