http://www.faz.net/-gqe-771et
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.02.2013, 04:33 Uhr

Lebensmittel-Skandal Nestlé entdeckt Pferde-DNA in Produkten

Der Pferdefleisch-Skandal erreicht den größten Lebensmittelkonzern. Nestlé nimmt zwei Gerichte in Italien und Spanien aus dem Verkauf. Die Produkte wurden aus Rindfleisch eines deutschen Zulieferers produziert.

© dpa Nun ist auch Nestle vom Pferdefleisch-Skandal betroffen

Der Pferdefleisch-Skandal hat Nestlé erreicht. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern nahm nach eigenen Angaben zwei gekühlte Teigwarengerichte in Italien und Spanien aus dem Verkauf. Bei Tests des Unternehmens seien Spuren von Pferde-DNA nachgewiesen worden, teilte Nestlé mit. Betroffen seien zwei Produkte, die aus Rindfleisch eines deutschen Zulieferers produziert worden seien.

In Deutschland würden diese Gerichte nicht vertrieben. Auch bestehe kein Sicherheitsrisiko. „Der heutige Rückruf einiger fleischhaltiger Produkte von Nestlé in mehreren europäischen Ländern hat keine Auswirkungen auf den deutschen Markt“, erklärte der Konzern, der außerdem ankündigte, auch ein in Frankreich produziertes tiefgekühltes Fleischprodukt für das Gastgewerbe aus dem Handel zu nehmen.

Mehr zum Thema

Die Funde hätten über dem Schwellenwert von einem Prozent gelegen, teilte Nestlé mit. Dieser Wert gelte für die britische Lebensmittelaufsichtsbehörde als Hinweis auf wahrscheinlichen Betrug oder grobe Fahrlässigkeit. „Wir haben die deutschen Behörden entsprechend informiert.“ Nestlé erklärte, sämtliche Lieferungen von Fertiggerichten gestoppt zu haben, die Rindfleisch enthalten hätten, das von dem betroffenen deutschen Zulieferer bezogen worden sei.

Das volle Ausmaß des Skandals um Fertigprodukte, die entgegen den Verpackungsangaben Pferdefleisch enthielten, ist bislang nicht klar. Die Untersuchungen sind umfangreich, da an der Produktion viele Unternehmen beteiligt sind und diese in mehreren EU-Ländern ihren Sitz haben. Bis zum fertigen Produkt haben die Waren oft mehrere Ländergrenzen passiert.

© reuters, Reuters Minsterin Aigner präsentiert „Nationalen Aktionsplan“ für Fleischkontrollen

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Gründen für vegane Hipster Für gute Pizza verzichten sie auf 150.000 Euro im Jahr

Matthias Kramer und Marc Schlegel wollten eigentlich eine Dating-App herausbringen. Warum sie statt dessen ein Unternehmen für veganen, glutenfreien und kalorienarmen Pizzateig gegründet haben. Mehr Von Jonas Jansen

26.04.2016, 06:10 Uhr | Beruf-Chance
Video Wilde Pferde in Arizonas Wüste

Dem Kamerateam eines Nachrichtenhubschraubers hat sich südlich der amerikanischen Stadt Phoenix ein besonderer Anblick geboten: Wilde Pferde, die durch die Wüste Arizonas galoppieren. Mehr

24.04.2016, 14:48 Uhr | Gesellschaft
Wirtschaftskrise Größte Brauerei Venezuelas stellt Produktion ein

Venezuelas Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Nun muss auch der größte Bierbrauer des Landes die Produktion einstellen, weil er nicht mehr genug Gerste hat. Mehr

22.04.2016, 11:19 Uhr | Wirtschaft
Abgasskandal Deutsche Hersteller rufen hunderttausende Autos zurück

Wegen Abgas-Unregelmäßigkeiten rufen deutsche Hersteller hunderttausende Autos zurück. Das ist die Konsequenz aus der im Zuge des VW-Skandals gestarteten Nachprüfungen bei Dieselfahrzeugen, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei der Vorstellung des Abschlussberichts sagte. Betroffen sind in Europa rund 630.000 Autos von Audi, Mercedes, Opel, Porsche und Volkswagen. Mehr

22.04.2016, 19:20 Uhr | Wirtschaft
Internetplattform Debitos Mit faulen Krediten Geld verdienen

Über Debitos können Banken und Unternehmen zweifelhafte Forderungen verkaufen. Damit ist die Internetplattform ein Schrottplatz für notleidende Kredite – mit rasantem Wachstum. Mehr Von Markus Frühauf

22.04.2016, 12:21 Uhr | Finanzen

Der Sieger heißt Cryan

Von Gerald Braunberger

Der Chefaufklärer der Deutschen Bank geht. Thoma wird „zuviel Übereifer“ vorgeworfen. Davon profitiert vor allem der Chef des Geldinstituts, John Cryan. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Sozialverband für mehr Rente „Wir schaffen mehr Reichtum mit weniger Arbeit“

Gerade die Sozialverbände warnen vor Altersarmut und prangern ein stabiles Rentenniveau an. Einer ihrer Chefs erklärt, wieso das möglich sei trotz der alternden Gesellschaft. Mehr 12 4

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“