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Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Landesbanken Zwei Kandidaten für HSH-Vorstand

13.10.2009 ·  Auf der Suche nach neuen Spitzenkräften für die tief gefallene HSH Nordbank ist der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper fündig geworden. Nach Informationen der F.A.Z. hat er zwei Kandidaten an der Hand. Die verlustreichen Geschäfte hat Vorstandschef Nonnenmacher offenbar selbst genehmigt.

Von Johannes Ritter
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Auf der Suche nach neuen Spitzenkräften für die tief gefallene HSH Nordbank ist der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper fündig geworden. Nach Informationen der F.A.Z. hat er zwei Kandidaten an der Hand, die die Lücken im Vorstand zu einem großen Teil schließen könnten. Sie sollen die Verantwortung für das Finanzressort sowie die sogenannte Abbaubank übernehmen.

Allerdings ist noch unklar, ob beide Herren die Verträge unterschreiben, die ihnen Ende Oktober oder Anfang November vorgelegt werden sollen. Denn diese enthalten Klauseln, die möglicherweise nicht nach ihrem Geschmack sind.

Seit Dirk Jens Nonnenmacher im November 2008 den Vorstandsvorsitz bei der HSH übernommen hat, ist er chronisch überlastet. Er ist sowohl für Finanzen und Risikokontrolle als auch für das operative Geschäft zuständig. Diese Ämterhäufung ist bereits von der Bankenaufsicht (Bafin) kritisiert worden.

Neues Vergütungssystem eingeführt

Aber die Suche nach qualifizierten Fachleuten war nicht nur wegen der desolaten Lage der Bank schwierig, die mit milliardenschweren Garantien und Eigenkapitalspritzen der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein vor dem Aus gerettet werden konnte. Auch die Tatsache, dass die fixen Vorstandsgehälter infolge der Rettungsaktion auf 500 000 Euro gedeckelt wurden, schmälerte die Motivation von Kandidaten zu wechseln.

Um dennoch als Arbeitgeber für Spitzenkräfte attraktiv zu sein, hat Kopper ein neues Vergütungssystem entworfen. Dieses erlaubt die Zahlung von Boni, sofern die im Restrukturierungsprogramm formulierten Ergebnis- und Umbauziele erreicht werden. Ausgezahlt werden die Boni allerdings frühestens nach drei Jahren und auch nur dann, wenn die Bank bis dahin dividendenfähig ist. Umgekehrt sollen die Banker fortan aber auch rückwirkend für später auftretende Probleme haftbar gemacht werden können. Die Frage ist nun, ob die gefundenen Vorstandskandidaten mit einer solchen Malusregel einverstanden sind.

Genehmigung trotz großer Bedenken

Unterdessen wurde bekannt, dass der Vorstand der HSH-Nordbank hat verlustreiche Geschäfte der Londoner Niederlassung offenbar selbst genehmigt hat. Bei den riskanten Investments mit der Bezeichnung „Omega“ geht es um Kreditersatzgeschäfte, die der Bank einen vorläufigen Schaden von 500 Millionen Euro eingebrockt haben. Laut „NDR Info“ haben unter anderem der jetzige HSH-Chef Nonnenmacher sowie sein Stellvertreter Peter Rieck den entsprechenden Antrag für dieses Geschäft unterschrieben. Der Sender beruft sich dabei auf ihm vorliegende Dokumente.

Zuvor habe das bankeigene Risikomanagement ausdrücklich auf Gefahren hingewiesen. So sei „der Zeitrahmen für die Begutachtung außerordentlich eng und mit Hinblick auf die Komplexität und die betreffende Summe unangemessen kurz“ gewesen. Außerdem hielten die Risikoexperten es für möglich, dass die Aufsichtsbehörde Bafin das Geschäft nicht genehmigen werde. Deshalb habe die HSH entscheidende Teile des Omega-Geschäfts offenbar vor der Finanzaufsicht verheimlicht. Das legten ein „NDR Info“ vorliegender Brief der HSH sowie interne E-Mails nahe.

Die HSH Nordbank fuhr im ersten Halbjahr 2009 einen Nettoverlust von rund 560 Millionen Euro ein. Das Minus für 2008 betrug 2,8 Milliarden Euro. Die Bank musste von Hamburg und Schleswig-Holstein mit einer Kapitalspritze und Milliardenbürgschaften vor dem Untergang bewahrt werden.

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