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Landesbanken "NordLB möglicher WestLB-Partner"

 ·  Der Präsident des westfälisch-lippischen Sparkassenverbandes Rolf Gerlach hat die Forderung von Bundeskanzler Schröder zu Fusionen unter den Landesbanken begrüßt.

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ham. FRANKFURT, 6. Mai. Rolf Gerlach hat die Forderung von Bundeskanzler Schröder zu Fusionen unter den Landesbanken begrüßt. Der Präsident des westfälisch-lippischen Sparkassenverbandes, der gemeinsam mit dem rheinischen Sparkassenverband die Mehrheit an der Düsseldorfer WestLB übernehmen will, kann sich für die WestLB die NordLB und die HSH Nordbank als künftige Fusionspartner vorstellen. Auch Schröders Anregung, die Landesbanken sollten sich für privates Kapital öffnen, stößt bei Gerlach auf Wohlwollen. "Wenn der Verbund zwischen Sparkassen und WestLB neu justiert ist, warum sollten dann die Sparkassen mehr als 25,1 Prozent an der WestLB halten", fragte Gerlach am Rande des Sparkassentages in Frankfurt. Damit stellte er sich gegen den Präsidenten des Deutschen Sparkassenverbandes, Hoppenstedt, der eine Öffnung der Landesbanken für private Investoren ablehnt.

Es müsse auch zu einem "Verdichtungsprozeß" unter den noch 15 öffentlichen Versicherern kommen, sagt Gerlach. "Auf den jährlich zu hebenden großen zweistelligen Millionen-Betrag sollte die Sparkassengruppe nicht verzichten." Er will eine Plattform schaffen, an die alle Versicherer andocken können. Die Konsolidierung werde leichter gehen, wenn die Institute Aktiengesellschaften und nicht öffentlich-rechtliche Anstalten seien. Auf die Frage, ob denn die rheinischen Sparkassen, mit denen die Westfalen und die Norddeutschen in einem ersten Schritt derzeit über eine Dreier-Versichererfusion reden, dabei schließlich mitmachen werden, sagte Gerlach: "Da bin ich mir unsicher." Der wie berichtet vor kurzem ausgebrochene Streit zwischen rheinischem und westfälischem Sparkassenverband über ihre Provinzial-Versicherungen belaste die Gespräche über die Zukunft der WestLB aber nicht, versicherte er.

Gerlach zeigte sich vielmehr zuversichtlich, daß sich der rheinische Sparkassenverband an der anstehenden Kapitalerhöhung der WestLB von insgesamt 1,5 Milliarden Euro beteiligen wird. "Es gibt keine unüberbrückbaren Gegensätze", schilderte er seine Eindrücke von einer Eigentümersitzung, die am Mittwoch abend in Köln stattgefunden hat. Dort sei von Finanzminister Jochen Diekmann (SPD) allerdings betont worden, daß das Land (bisheriger indirekter WestLB-Anteil: 43 Prozent) kein Geld in die WestLB nachschießen werde. Der rheinische Sparkassenverband hatte bislang seine Beteiligung an der Kapitalerhöhung an die Bedingung geknüpft, daß auch das Land Nordrhein-Westfalen frisches Kapital einbringt. "Die Kapitalerhöhung kommt auf die beiden Sparkassenverbände zu", sagt dagegen Gerlach. "Danach halten sie die deutliche Mehrheit an der WestLB."

Die rheinischen Sparkassen wollen das Land mit ins Boot holen, weil sie die Vorteile einer engen Bindung an die WestLB nicht sehen. Viele Sparkassen haben in den vergangenen Jahren ein eigenes Kapitalmarktgeschäft aufgebaut. Die Stadtsparkasse Köln zum Beispiel hat eine Abteilung für Wertpapieranalyse, ein Auslandsbankenkorrespondentennetz und besorgt sich Liquidität unabhängig von der WestLB am Kapitalmarkt. Rund 25 Prozent der Bilanzsumme macht ihr Kapitalmarktgeschäft aus; in einem engeren Verbund mit der WestLB könnte es zur Disposition stehen.

Gerlach geht davon aus, daß die Bedingungen für die Kapitalerhöhung bis Ende Mai feststehen. Zur Bewertung der WestLB sei ein Gutachten (Fairness Opinion) bei der Investmentbank JP Morgan in Auftrag gegeben worden. Finanzminister Diekmann sei grundsätzlich bereit, einen Konsortialvertrag zu schließen. Darin soll nach Gerlachs Vorstellungen die Mehrheit der Sparkassen an der WestLB festgeschrieben werden, auch wenn das Land ein Bußgeld, das es von der WestLB nach Abschluß eines EU-Beihilfeverfahrens wohl bekommen wird, als Eigenkapital in die Bank wieder einzahlen würde. Derzeit ist einschließlich Zinsen mit einem Betrag von 1,6 Milliarden Euro zu rechnen, der die Mehrheit der Sparkassen an der WestLB wieder zugunsten des Landes umwerfen könnte. Auch müsse der Konsortialvertrag klare Regeln für das Abstimmungsverhalten der Kapitalseite im Aufsichtsrat enthalten, forderte Gerlach. Über den Grad der Verbindlichkeit der künftigen Zusammenarbeit von Sparkassen und WestLB werde noch diskutiert. Ob es Rahmen- oder Einzelverträge und einen Reservestützungsfonds geben werde, sei offen. Am kommenden Donnerstag werde weiter verhandelt. (ham.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2004, Nr. 106 / Seite 14
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