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Landesbanken Blind ins Risiko auf Kosten anderer

21.08.2007 ·  Die Welt der Landesbanken gerät in Bewegung. In Amerika fing alles an: Banken vergaben zu großzügig Hypotheken- kredite, die nun zum großen Teil nicht zurückgezahlt werden. Warum haben sich ausgerechnet öffentliche Banken aus Deutschland dort engagiert? Ein FAZ.NET-Spezial.

Von Hanno Mußler
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Wie wichtig der Wegfall der Staatsgarantien für die Landesbanken im Juli 2005 war, zeigt abermals die Liquiditätsnot der SachsenLB. Die Sächsische Landesbank ist vor 2005 gewaltige Risiken eingegangen, für die der Steuerzahler aufgrund einer Übergangsregelung jetzt geradestehen muss. Die SachsenLB ist damit hoffentlich zum letzten Mal ein Beispiel dafür, dass sich mit öffentlichem Geld leichter spekulieren lässt als mit privatem.

Bislang wurden Schieflagen von Landesbanken oft auf Kosten des Steuerzahlers behoben, die Bankvorstände anschließend zu willigen Vollstreckern politisch gewünschter Großtaten. Die weitgehend weggefallenen Staatsgarantien haben aber zu einer Entfremdung der Banken von ihren staatlichen Eignern geführt. Gleichzeitig sind die Sparkassen willens, die - womöglich von der Bankenaufsicht Bafin unnötig dramatisierten - Krisen von WestLB und SachsenLB zu nutzen, um aus der Landesbank Baden-Württemberg ein Spitzeninstitut für alle Sparkassen zu machen.

Die Landesregierungen sollten diesen historischen Schritt unterstützen und sich zum Wohl künftiger Steuerzahler völlig aus diesem Institut zurückziehen. Am besten wäre, die Bundesländer würden als Eigentümer aussteigen, indem sie die LBBW an die Börse bringen. Dann wäre endgültig sichergestellt, dass nicht die Steuerzahler, sondern die Aktionäre die Hauptlast von Schieflagen trügen.

Quelle: ctg./ham./hap./itz./jja./pwe./St./F.A.Z., 21.08.2007, Nr. 193 / Seite 11/12/13
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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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