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Landesbank Sachsen Sächsisches Abenteuer

20.08.2007 ·  Um die Landesbank in Sachsen wird es ziemlich finster. 17,3 Milliarden Euro müssen die Deka Bank und andere Landes-banken bereitstellen, um die SachsenLB zu stützen. Wie konnte es zu dem Debakel kommen? Ein Kommentar von Gerald Braunberger.

Von Gerald Braunberger
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„Ich sage Ihnen, wir Sachsen sind helle“, versichert der Hobble-Frank seinem Kameraden Old Shatterhand in Karl Mays „Der Schatz im Silbersee“. Das ist sicher so. Um die Landesbank des Freistaats, die SachsenLB, wird es allerdings ziemlich finster. 17,3 Milliarden Euro müssen die Deka Bank und andere Landesbanken bereitstellen, um die SachsenLB zu stützen. Die Bank in Leipzig ist nach der Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank ein zweites Opfer der internationalen Finanzkrise, die ihren Ausgang am amerikanischen Markt für Hypotheken nahm.

Wie konnte es zu dem Debakel kommen? Die in ihrem Heimatgeschäft weder sehr große noch sehr ertragsstarke SachsenLB hatte ein sehr großes Rad gedreht, mit dem scheinbar risikolos Geld zu verdienen war. Die Sachsen gaben über eine Tochtergesellschaft in Dublin für einen zweistelligen Milliardenbetrag eigene niedrig verzinsliche Wertpapiere mit kurzer Laufzeit aus und legten das auf diese Weise aufgenommene Geld in höher verzinslichen Wertpapieren mit langen Laufzeiten an.

Verluste aus dem Dubliner Abenteuer unklar

Aus diesem an den Finanzmärkten verbreiteten Geschäftsmodell entsteht aber nur dann ein sicherer Gewinn, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Erstens dürfen die erworbenen langfristigen Papiere nicht an Wert verlieren. Und zweitens muss die ausgebende Bank, also die SachsenLB, in der Lage sein, immer wieder Käufer für ihre kurzfristigen Papiere zu finden. Zumindest die zweite Voraussetzung war als Folge der Finanzmarktkrise jetzt nicht mehr gegeben - das machte die Bereitstellung einer Kreditlinie durch Deka Bank und Landesbanken erforderlich. Für diese Rettung muss die SachsenLB zahlen; über die Höhe der Verluste aus dem Dubliner Abenteuer lässt sich derzeit noch nicht viel sagen.

Dennoch stellt sich die Frage nach den Folgen. Die SachsenLB gehört dem Freistaat und Kommunen, deren Vertreter sich fragen lassen müssen, inwieweit sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind. Im Aufsichtsgremium der Bank, dem Verwaltungsrat, sitzen alleine drei Minister des Freistaats. Deshalb dürfte die Rettung der SachsenLB ein politisches Nachspiel haben. Etwas Gutes könnte dieses Debakel dennoch haben: Die Schwierigkeiten der SachsenLB (und jene der Düsseldorfer WestLB) sollten sinnvolle Zusammenschlüsse von Landesbanken erleichtern.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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