Home
http://www.faz.net/-gqi-77w9c
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Landesbank in Schwierigkeiten Schifffahrtskrise drückt HSH Nordbank in die roten Zahlen

Der größte Schiffsfinanzierer der Welt spürt die Krise der Branche: Die HSH Nordbank macht wohl auch in diesem Jahr Verlust. Wegen Überkapazitäten und gesunkener Frachtraten können viele Unternehmen Kredite nicht mehr bedienen.

© dapd Vergrößern Gerade erst sind die Landesgarantien für die HSH aufgestockt worden.

Die HSH Nordbank hat im vergangenen Jahr wegen der Schifffahrtskrise rote Zahlen geschrieben. Der Verlust habe sich im Jahr 2012 auf einen „sehr niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ belaufen, sagte HSH-Chef Constantin von Oesterreich der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. In der Kernbank, also ohne die zur Abwicklung stehenden Geschäfte, habe die Landesbank eine hohe einstellige Rendite erzielt. Anfang Februar hatte das Institut gewarnt, dass auch im laufenden Jahr ein Verlust nach internationaler Rechnungslegung (IFRS) anfallen dürfte. Erst 2014 geht das Geldhaus wieder von schwarzen Zahlen aus.

Die HSH, der größte Schiffsfinanzierer der Welt, spürt die aktuelle Krise der Branche. „Über den ganz dicken Daumen kann man sagen, dass etwa die Hälfte unserer Schifffahrtskunden stark betroffen sind“, sagte der seit November 2012 amtierende HSH-Chef. Wegen Überkapazitäten und gesunkener Frachtraten können viele Unternehmen ihre Kredite nicht mehr bedienen, etliche Firmen gingen bereits Pleite. Die hohe Risikovorsorge für Ausfall gefährdete Kredite trägt denn auch maßgeblich dazu bei, dass die HSH rote Zahlen schreibt und auf Unterstützung ihrer Eigner Hamburg und Schleswig-Holstein angewiesen ist.

Aufgestockte Staatsgarantien

Die beiden Landesregierungen hatten erst am Dienstag die Wiederaufstockung der Staatsgarantien um drei auf zehn Milliarden Euro beschlossen. Dank dieser Maßnahmen werde die Kapitalausstattung so stabil sein, „dass wir mit Gürtel und Hosenträger unterwegs sind“, versicherte von Oesterreich. „Wir haben dann ein recht dickes Polster und sind nachhaltig gestärkt.“ Durch die Wiederaufstockung erfüllt die HSH die von Investoren, Rating-Agenturen und Aufsichtsbehörden verlangte Kernkapitalquote und kann sich günstiger refinanzieren.

Mehr zum Thema

Unterdessen denken die Länder laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auch darüber nach, der HSH im Falle einer verschärften Krisensituation notfalls über den direkten Abkauf von Wertpapieren unter die Arme zu greifen. So könnten die risikogewichteten Aktiva der Bank reduziert und die Kernkapitalquote erhöht werden. Allerdings wäre hierfür die Zustimmung der EU-Kommission und der beiden Länder-Parlamente erforderlich.

Die HSH war in der Finanzkrise 2008 vom Staat gerettet worden und hatte dafür Auflagen von der EU-Kommission bekommen. Als sich die Lage etwas besserte, gab das Institut Garantien im Volumen von drei Milliarden Euro zurück - rückblickend ein Fehler. Denn nun benötigt die Bank wieder stärkere Rückendeckung.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker Ekotechnika-Rating sinkt auf „CCC“

Joh. Fr. Behrens erreicht die Kreditklauseln für einen Konsortialkredit nicht. Constantin Medien zahlt eine Unternehmensanleihe vorzeitig zurück. Eterna verzeichnet ein gutes erstes Halbjahr. Mehr

28.07.2014, 15:19 Uhr | Finanzen
Allianz-Studie Niedrigzins kommt deutsche Sparer teuer zu stehen

Die deutschen Sparer kosten die niedrigen Zinsen viel Geld. Das hat die Allianz in einer Studie errechnet. Sie sind zum Teil aber auch selbst Schuld. Mehr

23.07.2014, 12:18 Uhr | Finanzen
Vergütungen Harvard zahlt seinen Anlage-Profis am meisten

Harvard gilt mit einem Vermögen von mehr als 30 Milliarden Dollar als reichste amerikanische Universität. Diejenigen, die sich um die Kapitalanlage kümmern, verdienen Spitze. Auch wenn sie mitunter offenbar schlechter abschneiden als die Konkurrenz. Mehr

26.07.2014, 12:33 Uhr | Finanzen

Moskaus nächster Fehler

Von Benjamin Triebe

Als der damalige Yukos-Chef Michail Chodorkowskij vor rund zehn Jahren Wladimir Putin unangenehm wurde, nahm die russische Justiz den Ölkonzern auseinander. Bis heute setzt der Kreml die Regeln, nicht der Rechtsstaat. Mehr 1 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr