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Landesbank : Heinz Hilgert wird neuer West-LB-Chef

  • -Aktualisiert am

Heinz Hilgert Bild: dpa

Als Alexander Stuhlmann im vergangenen Sommer den Chefposten bei der WestLB übernahm, hatte er schon erklärt, er stehe nur für eine Übergangszeit zur Verfügung. Jetzt hat die Bank einen Nachfolger gefunden.

          Die Düsseldorfer WestLB hat einen neuen Chef gefunden. Der 54 Jahre alte Bankmanager Heinz Hilgert wurde vom Aufsichtsrat einstimmig zum Nachfolger von Alexander
          Stuhlmann ernannt. Dies teilte die Bank am Dienstag in Düsseldorf mit. Stuhlmann hatte im Sommer vergangenen Jahres die Spitzenposition bei der WestLB für den begrenzten Zeitraum von etwa einem Jahr übernommen. Hilgert soll das neue Amt am 1. Mai übernehmen. Mehrere Kandidaten, darunter der Commerzbank-Vorstand Nicholas Teller, hatten abgewunken.

          Der im vergangenen Jahr als stellvertretender Vorstandsvorsitzender aus der DZ Bank ausgeschiedene Hilgert gilt als versierter Investmentbanker. Dem Banker werden auch gute Kontakte in die nordrhein-westfälische CDU nachgesagt. Wie zu hören ist, war Hilgert zuletzt mit den Investmentbanken Merrill Lynch und UBS wegen einer Anstellung im Gespräch. Das Angebot der WestLB nahm er offenbar nur unter der Bedingung an, dass die Risiken der Bank - wie am Montag beschlossen wurde - in eine Zweckgesellschaft ausgelagert werden.

          Hilgert kommt von der DZ Bank

          Hilgert übernimmt eine schwere Aufgabe. Der Düsseldorfer Bankkonzern befindet sich mitten in einer schweren Krise. Zwar haben die WestLB-Eigentümer die drittgrößte deutsche Landesbank mit einer milliardenschweren Risikoabschirmung stabilisiert. Doch eine Reihe von Aufgaben stehen noch auf der Tagesordnung. Dazu gehören kräftige Kostensenkungen mit dem Abbau von bis zu 1500 der konzernweit 5900 Arbeitsplätzen sowie der Entwurf eines neuen Geschäftsmodells. Außerdem soll die WestLB weiter Ausschau nach einem möglichen Fusionspartner unter den Landesbanken halten. Die ersten Anläufe dazu waren gescheitert.

          Hilgert gilt als ein Allroundbanker mit vielseitigen Kenntnissen. Im Vorstand der DZ Bank verantwortete er das Kapitalmarktgeschäft des genossenschaftlichen Spitzeninstitutes. Er koordinierte außerdem die Aktivitäten in der Vermögensverwaltung und im gehobenen Privatkundengeschäft. Unter seiner Regie wurde 2003 mit der Übernahme der damaligen Norisbank (heute TeamBank) das Konsumentenkreditgeschäft der Genossenschaftsbanken aufgebaut. Die DZ Bank verließ er im Herbst als stellvertretender Vorstandschef. Der WestLB-Vorstandsvorsitz ist der Höhepunkt seiner Karriere.

          Der 54-Jährige hat mit seiner Geburtsstadt Lemgo seine Wurzeln in Nordrhein-Westfalen. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg. Stationen seiner Banker-Karriere waren die Chase Manhattan Bank, Trinkaus & Burkhardt und Sal. Oppenheim. Ab 1996 war er im genossenschaftlichen Finanzverbund tätig. Er wirkte maßgeblich am Zusammenschluss von SGZ-Bank und GZB-Bank zur GZ-Bank mit, die später mit der DG Bank zur DZ Bank fusionierte. Damit hat Hilgert Erfahrungen in Sachen Bankenehen gesammelt. Dazu gehören Negativerlebnisse. Eine Fusion von DZ und WGZ kam nicht zustande.

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