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Kurzarbeit bei Thyssen-Krupp Deutsche Unternehmen stellen sich auf härtere Zeiten ein

 ·  Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp führt ab August für rund 2000 Mitarbeiter Kurzarbeit ein. Auch andere deutsche Unternehmen spüren die Krise. Sie legten enttäuschende Zahlen vor.

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© dpa Schweißtreibend: ein Stahlarbeiter bei Thyssen-Krupp

Die deutschen Unternehmen stellen sich auf härtere Zeiten ein: Mit dem Industriekonzern Siemens, dem Chemiekonzern BASF, Volkswagen und dem Lastwagenhersteller MAN haben allein vier Unternehmen aus dem Aktienindex Dax Zahlen vorgelegt, die enttäuschten. Zwar beruhigten sich die Anleger am Donnerstag nach den hoffnungsvollen Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi zur Stabilität des Euro wieder. Doch die Unsicherheit, die in die Vorstandsetagen Einzug gehalten hat, werde das kurzfristig nicht vertreiben, ist in Frankfurter Finanzkreisen zu hören. Dort schaut man auch gebannt auf die weitere Entwicklung im Schiffsektor, wo die sinkenden Frachtraten schon im Herbst zu dann schmerzhaften Abschreibungen auf Schiffe führen könnten - was für manche Banken gerade im Norden erhebliche Auswirkungen haben könne.

Zunächst aber hat zum Beispiel Siemens im dritten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres die Kaufzurückhaltung seiner Kunden unerwartet deutlich gespürt und sein Gewinnziel in der Folge nun mit Fragezeichen versehen. Zudem hat sich Siemens wegen der schlechten Stimmung auf den Finanzmärkten vom Börsengang seiner Tochtergesellschaft Osram so gut wie verabschiedet.

Unsicherheit nimmt deutlich zu

Für die Aktionäre von MAN sorgte die Bilanzvorlage für deutlichere Kursabschläge; die Papiere waren im Dax am Donnerstag der Tagesverlierer. Der Gewinn hat die Erwartungen deutlich verfehlt. Zudem sanken die Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen in der Europäischen Union im Juni wegen der Schuldenkrise den fünften Monat in Folge. Auch der Aktienkurs des MAN-Mehrheitsaktionärs Volkswagen konnte von den nur auf den ersten Blick guten Zahlen nicht profitieren. Zwar fielen der Umsatz und das operative Ergebnis im ersten Halbjahr etwas besser aus als prognostiziert. Allerdings schwächte sich die operative Entwicklung angesichts einer gebremsten Konjunktur in Europa im zweiten Quartal ab. Auch der Ausblick blieb hinter den Markterwartungen zurück.

„Die Unsicherheiten haben in den vergangenen Monaten ganz dramatisch zugenommen“, sagte Kurt Bock, der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Chemiekonzerns BASF. Der Optimismus, mit dem Bock Anfang 2012 überrascht hatte, ist verflogen. In den Industriebereichen des Konzerns sind die Bremsspuren deutlich sichtbar. BASF setzt deshalb auf seine Öl- und Gassparte und eine kräftige Nachfrage nach Agrarchemikalien. Nach Zuwächsen von Umsatz und Betriebsgewinn im zweiten Quartal bestätigte Bock zwar die Geschäftsziele für das Gesamtjahr. Er garnierte die Bekräftigung aber mit skeptischen Aussagen zur Entwicklung der Konjunktur. Eine Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr erwartet BASF nicht mehr.

Und der Stahlkonzern Thyssen-Krupp führt ab August Kurzarbeit ein. Grund seien die schwachen Auftragseingänge, teilte das Unternehmen mit. Zunächst seien 2170 der 17.500 Stahl-Mitarbeiter betroffen. „Nach heutigem Stand rechnet das Unternehmen damit, dass die Kurzarbeit bis Ende des Jahres fortgeführt werden muss“, hieß es. Im ersten Halbjahr blieb die gesamte Rohstahlproduktion in Deutschland mit knapp 22 Millionen Tonnen um fast 6 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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