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Kurioser Vorschlag Solarworld bringt Opel-Übernahme ins Gespräch

19.11.2008 ·  Kurioser Vorschlag zur Lösung der Opel-Probleme: Der Bonner Solarkonzern Solarworld will Opel übernehmen und zu einem Spezialisten für emissionsarme Fahrzeuge entwickeln. „Opel steht nicht zum Verkauf“, teilte General Motors umgehend mit. Viele Fachleute stuften die Offerte als unrealistisch ein.

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Der Bonner Solartechnikkonzern Solarworld AG will Opel übernehmen und zu einem Spezialisten für emissionsarme Fahrzeuge entwickeln. Wie das Unternehmen mitteilte, plant es ein Übernahmeangebot für die vier deutschen Werke und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim.

Die Offerte ist allerdings an Bedingungen gebunden. Solarworld verlangt eine „Kompensationszahlung“ von insgesamt einer Milliarde Euro und eine Bundesbürgschaft für sein Engagement. Bei einem angebotenen Kaufpreis von ebenfalls einer Milliarde Euro aus Barmitteln und Krediten bekäme der Solarkonzern Opel also faktisch umsonst.

„Opel steht nicht zum Verkauf“

Das Angebot stieß auf große Verwunderung und Kopfschütteln. Opels Mutterkonzern General Motors (GM) wies den Vorstoß umgehend zurück. „Opel steht nicht zum Verkauf“, sagte ein GM- Sprecher in Detroit. Solche Überlegungen seien „pure Spekulation“. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte, es habe mit Solarworld keine Gespräche gegeben. Die Offerte richte sich zunächst ausschließlich an die Opel-Muttergesellschaft.

Aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums hieß es, die von Solarworld genannten Bedingungen machten einen Einstieg bei Opel sehr unwahrscheinlich. Der Vorstandsvorsitzende von Solarworld, Frank Asbeck, sah sich genötigt, die Ernsthaftigkeit seines Angebots herauszustellen. Das Unternehmen habe die notwendigen finanziellen Mittel und ein unternehmerisches Konzept für die Zukunft von Opel, sagte er. Er habe aber noch keine Gespräche mit Opel oder GM geführt.

Von „nicht völlig unmöglich“ bis „sehr unrealistisch“

Wie es in einer Mitteilung von Solarworld hieß, soll an den vier deutschen Opelstandorten eine neue Fahrzeuggeneration mit energieeffizienten und emissionsarmen Antrieben produziert werden. Das europäische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim arbeite bereits an Lösungen für zukunftsfähige Elektrofahrzeuge wie den „Volt“. Mit dem Umbau der Produktpalette könne Opel in Zukunft besonders Elektro- und Hybridfahrzeuge anbieten. Solarworld unterstrich, dass das Unternehmen schon seit einigen Jahren an der Entwicklung von Elektrofahrzeugen und Solarmobilen arbeite.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte, er halte ein Solarworld-Angebot nicht für komplett abwegig. „Das wäre eine Herkules-Aufgabe für das Unternehmen, aber nicht völlig unmöglich“. Für Opel jedenfalls sei ein Neuanfang nicht schlecht. Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler bezeichnete Asbecks Plan als „sehr unrealistisch“. Der Wert von Opel in Deutschland liege mit derzeit grob geschätzt 3 Milliarden Euro deutlich über dem Solarworld-Angebot, sagte er der „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“. Die Aktie von Solarworld verlor nach der überraschenden Ankündigung zwischenzeitlich knapp 17 Prozent auf 13,60 Euro. Solarworld entwickelt und produziert Solarstromanlagen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 2250 Mitarbeiter und hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 690 Millionen Für Opel arbeiten in Deutschland knapp 25.700 Menschen.

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Von Patrick Welter

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