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Künstliche Intelligenz : Zuckerberg gegen Musk - wer hat Recht?

Eigentlich ein Optimist: Tesla-Gründer Elon Musk Bild: Reuters

„Sein Verständnis von Künstlicher Intelligenz ist begrenzt“, sagt Elon Musk über Mark Zuckerberg. Über mögliche Gefahren von KI ist eine muntere Debatte in Gang gekommen.

          Zwei erfolgreiche und berühmte Technologie-Unternehmensgründer streiten und beleidigen sich öffentlich – Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Tesla-Chef Elon Musk haben mit ihren gegenteiligen Ansichten darüber, wie sich der Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz auf die Gesellschaft auswirkt, eine breitere Diskussion ausgelöst. „Hut ab Mark Zuckerberg, dafür dass du dich gegen Künstliche-Intelligenz-Panikmache ausgesprochen hast“, teilte beispielsweise Andrew Ng über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Er gehört zu den angesehensten Fachleuten für Künstliche Intelligenz auf der ganzen Welt; der frühere Stanford-Professor brachte Googles KI-Abteilung „Google Brain“ auf den Weg und war KI-Forschungschef des chinesischen Internetunternehmens Baidu. „Als ein KI-Insider, der viele KI-Produkte konstruiert und verkauft hat, sehe ich keinen klaren Weg für KI, die menschliche Intelligenz zu überwinden“, sagte er während eines Vortrags für die „Harvard Business Review“: „Ich denke, dass Arbeitsplatzverluste ein großes Problem sind und wünschte mir, dass wir uns eher darauf fokussieren als abgelenkt zu sein von diesen dystopischen, science-fiction-ähnlichen Elementen.“ Er selbst habe in Gesprächen mit Unternehmern jüngst häufig neue KI-Anwendungen in Aussicht gestellt bekommen, die Tausende Arbeitsplätze innerhalb einer Firma vernichten würden.  

          Der schillernde Tech-Milliardär Musk hatte unlängst in einer Rede vor Gouverneuren amerikanischer Bundesstaaten seine Warnung bekräftigt, Künstliche Intelligenz sei die „größte Bedrohung, der wir als Zivilisation gegenüberstehen“. Er sagte dabei: „Künstliche Intelligenz ist einer der seltenen Fälle, in denen ich denke, dass wir eine proaktive Regulierung brauchen eher als eine reaktive.“

          „Wer gegen KI ist, ist gegen sicherere Autos“

          Bereits direkt darauf folgend zog er sich Kritik von Fachleuten zu. Pedro Domingos, Professor für Maschinelles Lernen an der University of Washington, sagte gegenüber dem Internetdienst „Wired“: „Viele von uns haben versucht, ihm und anderen die realen und imaginären Gefahren der Künstlichen Intelligenz klarzumachen, aber anscheinend ohne Wirkung zu haben.“

          Nun hatte sich Zuckerberg in die Debatte eingeschaltet, als er während einer Facebook-Live-Unterhaltung auf Musks Äußerungen angesprochen wurde. „Wer gegen künstliche Intelligenz argumentiert, argumentiert gegen sicherere Autos und gegen bessere Diagnosen für Kranke. Ich sehe einfach nicht, wie jemand guten Gewissens das tun kann“, wies er seinen Unternehmer-Kollegen regelrecht zurecht. Musk wiederum reagierte prompt und klar. Über Twitter teilte er mit, er habe mit „Mark“ über die Sache gesprochen und fügte hinzu: „Sein Verständnis davon ist begrenzt.“

          Musk steht mit seiner warnenden Haltung in der  Fachwelt gleichwohl nicht alleine. Tatsächlich bestreiten auch die führenden Experten nicht, dass eine allgemeine Künstliche Intelligenz möglich sein könnte, die in allen Bereichen überlegen ist gegenüber dem Menschen. Auch wird Musks Warnung vielfach dahingehend verstanden, dass aus seiner Sicht die Verantwortlichen in der Gesellschaft sich noch viel zu wenig mit dem Thema befassen und auskennen – und wird geteilt.

          „Wir brauchen konstruktivere Debatten über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz“, forderte der aus Taiwan stammende KI-Fachmann und Wagniskapitalgeber Kai-Fu Lee, der durch Anlagen in diesem Bereich reich geworden ist, in einer Reaktion auf die wieder entflammte Diskussion. Auch er nannte bedrohte Arbeitsplätze als eine reelleres Risiko als die zeitnahe Erfindung einer umfassenden „Superintelligenz“. „Während wir Künstliche Intelligenz weiter entwickeln wird entscheidend sein, ihrem Einfluss auf Menschen und die Gesellschaft zu begegnen, mit Blick auf die kurze und lange Sicht“, schrieb Eric Horvitz, leitender KI-Forscher von Microsoft, gerade in einem Beitrag für das Magazin „Science“.

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